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Sjögren-Syndrom: Therapie

Einfache Maßnahmen und Medikamente können bei Sjögren-Syndrom helfen, trockene Schleimhäute zu befeuchten. Schmerzmedikamente lindern Gelenkschmerzen

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 17.07.2014
Frau trinkt ein Glas Wasser

Häufig trinken – das hält die Mundschleimhaut feucht


Was hilft bei einer Sicca-Symptomatik?

Als Basismaßnahmen sind einige einfache Maßnahmen empfehlenswert, die mithelfen, die Schleimhäute von Mund und Auge feucht zu halten:

  • Ausreichendes Trinken, die Mundschleimhaut immer wieder befeuchten.
  • Kaugummikauen ist ein natürlicher Anreiz zu einer vermehrten Speichelproduktion.
  • Luftfeuchtigkeit: Vor allem in der Heizperiode sollte man aus eine gute Befeuchtung der Umgebungsluft achten.
  • Brille aufsetzen: In einer Umgebung mit starker Zugluft oder beim Schwimmen hilft eine Brille, die Augen vor zusätzlicher Austrocknung zu schützen.
  • Augen öfter schließen: Ein bewusstes und häufigeres Schließen der Augenlider verteilt die vorhandene Tränenflüssigkeit und verringert die Gefahr der Austrocknung.
  • Mundspülungen mit etwas Speiseöl vermindern oft das unangenehme Trockenheitsgefühl.
  • Wichtig sind eine intensive Mundpflege mit milder Zahnpasta, sorgfältige Kariesprophylaxe und häufige Kontrollen beim Zahnarzt.

Diese Maßnahmen allein reichen jedoch meistens nicht aus, um die Trockenheit der Schleimhäute zu bekämpfen. Wer damit keine zufriedenstellende Besserung erreicht, kann künstliche Tränen und künstlichen Speichel zum Beispiel in Form von Tropfen oder Sprays anwenden. Nasenöle lindern oft die Beschwerden durch Nasentrockenheit. Für die Nacht sind Augengele oder –salben häufig besser geeignet als künstliche Tränen, weil ihre Wirkung länger anhält. Arzt oder Apotheker beraten zur Auswahl geeigneter Produkte und zur Anwendung. Letztlich muss jedoch jeder Betroffene für sich selbst austesten, welche Produkte für ihn am besten geeignet sind. Experten empfehlen, nur konservierungsmittelfreie Präparate auf die Augenoberfläche zu bringen, insbesondere wenn Tropfen mehr als dreimal täglich zur Anwendung kommen.

Daneben kann der Arzt auch den Wirkstoff Pilocarpin als Tabletten verordnen. Er kann die Flüssigkeitsproduktion von Tränen- und Speicheldrüsen steigern. Schleimlösende Medikamente wie Bromhexin können zähen Schleim verflüssigen. Diese Behandlung allein ist aber in der Regel nicht ausreichend.

Bitte denken Sie auch daran, dass bei einem Sjögren-Syndrom die Schleimhäute empfindlicher und durch Infektionen gefährdet sind, die unter Umständen sogar eine Behandlung mit Antibiotika erfordern. – Gehen Sie im Zweifel immer zum Arzt!

Sjögren-Syndrom: Was tun bei Gelenkschmerzen?

Die phasenweise auftretenden Gelenkschmerzen und Schwellungen beim Sjögren-Syndrom lassen sich häufig durch entzündungshemmende Schmerzmittel (zum Beispiel Diclofenac oder Ibuprofen) lindern. Sind diese Medikamente nicht ausreichend wirksam, kann man auf andere Medikamente zurückgreifen, die auch zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis eingesetzt werden – zum Beispiel Chloroquin oder Hydroxychloroquin. In jedem Fall muss die Schmerzbehandlung durch den Arzt gesteuert werden, da die unkontrollierte Einnahme auch von rezeptfreien Schmerzmedikamenten unerwünschte und unter Umständen schädliche Wirkungen haben kann und trotzdem häufig keine ausreichende Linderung bringt.

Therapie bei schwerem Krankheitsverlauf

Bei einem komplizierten Verlauf der Erkrankung – zum Beispiel bei Gefäßentzündung oder Beteiligung innerer Organe – ist eine Therapie angezeigt, die das Immunsystem dämpft (immunsuppressive Therapie). Zu diesem Zweck verordnet der Arzt beispielsweise Kortison-Präparate, Methotrexat oder Azathioprin.

Welche vorbeugenden Maßnahmen sind wichtig?

Empfehlenswert sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und gegebenenfalls auch wiederholte Gewebeuntersuchungen von vergrößerten Speicheldrüsen oder Lymphknoten. So lässt sich eine bösartige Erkrankung des Lymphsystems (Lymphom) frühzeitig erkennen und wenn nötig behandeln. Etwa die Hälfte der Lymphomerkrankungen, die niedrig-malignen Non-Hodgkin-Lymphome, muss nicht zwingend behandelt werden. Hier kann der Blutspezialist, also ein Hämatoonkologe den Krankheitsverlauf auch längerfristig beobachten. Wichtig sind auch zahn- und augenärztliche Verlaufsuntersuchungen.