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Sjögren-Syndrom: Symptome

Die klassischen Beschwerden bei einem Sjögren-Syndrom sind dauerhaft trockene Augen und ein trockener Mund (Sicca-Syndrom). Häufig treten zusätzlich Gelenkschmerzen auf

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 17.07.2014
Mundtrockenheit beim Sjögren Syndrom

Der Mund fühlt sich trocken an, die Zunge scheint am Gaumen zu kleben – typische Symptome bei Sjögren-Syndrom


Leitsymptome der Erkrankung sind dauerhaft trockene Schleimhäute. Der medizinische Fachausdruck dafür ist "Sicca-Symptomatik" von dem lateinischen Wort "siccus" für "trocken".

Was spürt man bei einer Sicca-Symptomatik?

Trockener Mund: Produzieren die Speicheldrüsen zu wenig Speichel, trocknet die Mundschleimhaut aus. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten beim Schlucken von trockener Nahrung. Häufig gelingt es nur durch das Nachtrinken von viel Flüssigkeit. Auch das Sprechen fällt schwer, weil die Zunge im Gaumen festzukleben scheint. Der Mund brennt. Das Tragen von Zahnprothesen bereitet Beschwerden oder ist gar nicht möglich. Häufig tritt im Verlauf der Erkrankung vermehrt Karies auf, da die Schutzfunktion des Speichels für die Zähne fehlt. Die Mundschleimhaut sieht trocken, gerötet und klebrig aus. Vor allem beim primären Sjögren-Syndrom kann sich eine Schwellung der Ohrspeicheldrüse bemerkbar machen.

Trockene Augen: Die Augen brennen. Die Betroffenen haben das Gefühl, Sand oder Körnchen unter den Lidern zu haben. Es können sich Körnchen oder Fäden in den inneren Augenwinkeln bilden. Die Augen fühlen sich trocken an, ermüden rasch, und sind sehr lichtempfindlich. Das Austrocknen schädigt die Hornhaut und die Bindehaut, sie ist gerötet und juckt (sogenannte Keratokonjunctivitis sicca). In schweren Fällen können Hornhautgeschwüre entstehen.

Trockene Schleimhäute an anderen Körperstellen

Seltener werden Symptome der Austrocknung auch an anderen Schleimhäuten bemerkbar. Die Trockenheit der Nasenschleimhäute kann lästige Missempfindungen hervorrufen. Sind obere und untere Atemwege betroffen, kommt es zu Heiserkeit und Hustenreiz. Auch am Magen-Darm-Trakt können Veränderungen auftreten – die Schleimhaut der Speiseröhre oder des Magens kann sich entzünden. Trockene Schleimhäute im Genitalbereich verursachen ebenfalls manchmal Beschwerden. Sie äußern sich zum Beispiel als Sexualfunktionsstörungen bei Trockenheit der Scheide.

Weitere Beschwerden bei Sjögren-Syndrom

  • Ein großer Teil der Betroffenen leidet zumindest vorübergehend unter Gelenkschmerzen. Das gilt auch für die primäre Form des Sjögren-Syndroms. Zu einer Zerstörung der Gelenke kommt es, im Gegensatz zur rheumatoiden Arthritis, bei Sjögren-Syndrom jedoch nicht.
  • Andere Begleiterscheinungen können Fieber und Muskelschmerzen sein.
  • Es können auch Episoden von krampfartigen Gefäßverengungen mit einer schmerzhaften Minderdurchblutung einzelner Finger auftreten (Raynaud-Syndrom).
  • Über die Hälfte der Menschen mit einem Sjögren-Syndrom geben an, unter unter schwerer, von den Betroffenen häufig als bleiern beschriebener Müdigkeit zu leiden.

Eher selten: Schwerer Krankheitsverlauf

Bei einer schweren Verlaufsform des Sjögren-Syndroms kann es zu einem Befall der Gefäße mit einer Entzündungsreaktion (Vaskulitis) kommen. Eine Vaskulitis äußert sich relativ häufig in Form eines Hautausschlages, als Quaddeln oder kleine Verletzungen der Haut. Sie kann aber auch zu Störungen des peripheren und zentralen Nervensystems unterschiedlichen Ausmaßes führen. Die Beschwerden reichen von leichten Gefühlsstörungen bis zu Lähmungserscheinungen.

Eine deutliche Beteiligung innerer Organe ist vergleichsweise selten. An der Lunge kann sich ein Sjögren-Syndrom in Form einer bestimmten Art einer Lungenentzündung (interstitielle Pneumonie) auswirken. Es kann zu einer milden Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit Bauchschmerzen kommen. Die Nieren können ebenfalls mitbeteiligt sein. Das ist am häufigsten der Fall, wenn zusätzlich eine weitere Autoimmunerkrankung – insbesondere der systemische Lupus erythematodes (SLE) – vorliegt.

Zirka fünf Prozent der Menschen mit einem Sjögren-Syndrom erkranken an einer bösartigen Erkrankung der Lymphdrüsen (einem Lymphom). Dabei kommt es zu einer Schwellung von Lymphknoten und eventuell auch einer Vergrößerung der Milz. Auch vergrößerte Speicheldrüsen können entartete Lymphzellen enthalten.