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Sjögren-Syndrom: Diagnose

Verschiedene Untersuchungen liefern Hinweise auf ein Sjögren-Syndrom – zum Beispiel die Messung der Tränen- und Speichelsekretion sowie Blutuntersuchungen

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 17.07.2014
Blutprobe

Blutuntersuchungen können helfen, die Diagnose Sjögren-Syndrom zu bestätigen


Erster Ansprechpartner für die meisten Betroffenen ist der Augenarzt oder der Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Außer den typischen Beschwerden liefern ihm Untersuchungen erste Hinweise auf ein Sjögren-Syndrom.

Die Trockenheitssymptomatik kann der Arzt objektivieren, indem er misst, wie viel Sekret die Tränendrüse und die Speicheldrüse produzieren. Um ein Sjögren-Syndrom als Ursache der Sicca-Symptomatik festzustellen, sucht der Arzt im Blut nach typischen weiteren Befunden. Zusätzlich setzt er eventuell bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Szintigrafie ein. Eine Untersuchung von Gewebeproben kann die Diagnose Sjögren-Syndrom sichern helfen.

Wie misst der Arzt die Tränen- und Speichelsekretion?

Beim sogenannten Schirmer-Test legt der Arzt einen speziellen Filterpapierstreifen unter das Unterlid. Sind nach fünf Minuten weniger als fünf Millimeter des Streifens nass, produziert die Tränendrüse zu wenig Tränenflüssigkeit. Ähnlich funktioniert die Messung der Speichelmenge. Hier kaut der Patient einen Wattebausch, dessen Gewicht vorher bestimmt wurde, zwei Minuten lang. Danach wird er erneut gewogen (Saxon-Test). Die Gewichtszunahme entspricht der durch das Kauen stimulierten Speichelmenge.

Mit Hilfe einer Szintigrafie kann man die Speichelbildung genauer feststellen. Für dieses Verfahren wird dem Patienten eine definierte Menge einer radioaktiv markierten Substanz (99mTC-Pertechnetat) in eine Vene gespritzt. Nach einer bestimmten Zeit wird mit einem speziellen Gerät ein Bild erstellt, auf dem man sehen kann wie viel von dieser Substanz über die Speicheldrüsen wieder ausgeschieden wurde. Die Methode ist allerdings unspezifisch und wird nur noch selten in der Diagnostik eingesetzt.

Mit Hilfe einer Kernspintomografie, aber auch der Sonographie, lässt sich auch die Entzündungsaktivität in den Speicheldrüsen messen und die Struktur der Drüse gut darstellen.

Welche Blutuntersuchungen können Hinweise liefern?

Bei einem Sjögren-Syndrom stellt der Arzt in der Regel eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit fest. Sie wird meist durch eine Erhöhung der Immunglobulinkonzentration im Blut hervorgerufen. Dieser Befund ist typisch für Entzündungsprozesse. Zusätzlich kann die Zahl der weißen und der roten Blutkörperchen verringert sein, manchmal auch die der Blutplättchen.

Daneben untersucht der Arzt das Blut auf typische Merkmale des zugrunde liegenden Autoimmunprozesses. Dazu gehören verschiedene Antikörper. Die wichtigsten sind die Antinukleären Antikörper (ANA), die Anti-Ro- und -La-Antikörper (auch Anti-SS-A- und –SS-B-Antikörper genannt) und Rheumafaktoren.

Welche Untersuchungen beweisen ein Sjögren-Syndrom?

Bei über 50 Prozent der Patienten mit primärem Sjögren-Syndrom finden sich Anti-Ro-Antikörper (Synonym: Anti-SS-A-Antikörper). Ihr Nachweis im Blut bestätigt bei Vorliegen einer Sicca-Symptomatik die Diagnose eines Sjögren-Syndroms. Fehlen diese Antikörper, schließt das die Diagnose aber nicht völlig aus. Beim sekundären Sjögren-Syndrom finden sich diese Antikörper bei einem kleineren Teil der Patienten.

Bei typischem Befund beweisend ist die Untersuchung einer Gewebeprobe. Dazu wird an der Innenseite der Unterlippe ein kleines Gewebestück aus der Mundschleimhaut entnommen. Typische Zeichen eines Sjögren-Syndroms ist entzündetes und von Lymphzellen durchsetztes Drüsengewebe mit, aber auch ohne Schädigung von Drüsengewebe und der Ausführgängen.