Schwellung am Hals – Ursachen: Hautemphysem

Ein Hautemphysem: Das sind beim Tasten knisternde Luftblasen unter der Haut oder im Weichgewebe. Ist der Hals betroffen, kann er erheblich anschwellen. Mehr über die Auslöser
von Dr. med. Claudia Osthoff, aktualisiert am 14.03.2017

Auffälligkeiten am Hals nicht unter den Rolli kehren, sondern dem Arzt zeigen

istock/Andry 5

Zu den mehr oder weniger spontanen Ursachen eines Hautemphysems gehören Risse von Lungenbläschen. Je nach Lage des Risses gelangt austretende Luft dann zum Beispiel in den Raum zwischen den Lungen (Mittelfellraum, Mediastinalemphysem) und von dort möglicherweise unter die Haut im Halsbereich.

Dass Lungenbläschen spontan einreißen, kommt selten vor. Mögliche Begleitumstände: exzessive körperliche Anstrengung, zum Beispiel unter Drogen wie beispielsweise Ecstasy. Zu den krankhaften Ursachen gehören hier zum Beispiel Lungenerkrankungen wie Bronchialasthma.

Tauchen ist ein anspruchsvoller Sport, auch in Sachen Sicherheit und Gesundheit

PhotoDisc/ RYF

Auch eine Überdehnungsverletzung der Lunge, etwa durch zu schnelles Aufsteigen beim Gerätetauchen oder extrem starken Druck beim Husten oder Erbrechen, sind mögliche Ursachen. Bei einem solchen Barotrauma können zudem Gasembolien auftreten, das heißt Luftbläschen gelangen in die Blutbahn und verstopfen Gefäße (Schlagadern).

Außerdem kommen ursächlich akute innere Verletzungen infrage, sodann als Unfallfolge das Einreißen der Luftröhre oder eines Bronchus. Bei einem Wanddurchbruch eines Verdauungsorgans wie zum Beispiel der Speiseröhre kann Luft in den Mittelfellraum und von dort in die Halsweichteile übertreten. In umgekehrter Richtung kann ein Luftübertritt selten einmal bei einer Gesichtsverletzung, etwa einem Bruch der knöchernen Augenhöhle, im Ausnahmefall auch bei einer Zahnbehandlung oder bei einem Eingriff im Hals-Nasen-Rachenraum vorkommen. Der Arzt wird bei gegebenem Anlass eine schwerwiegende Bakterienerkrankung wie Gasbrand ausschließen. Wegweisend sind hier das Befinden des Patienten und die Krankengeschichte.

Symptome: Je nach Art der Verletzung können die Beschwerden von geringfügig bis zu einem heftigen Hals-, Brust-, Schulter- und Rückenschmerz, Husten, Atemnot, blau-violetter Verfärbung der Haut (Zyanose), veränderter Stimmlage, eventuell auch Krämpfen (bei Gasembolie des Gehirns) oder Schock und Bewusstseinsverlust reichen. Am Hals, bei leichten Formen nur in der vorderen Halsgrube, zeigt sich das Hautemphysem mit einer beim Berühren knisternden, weichen, hautfarbenen Schwellung.

Diagnose: Wichtige diagnostische Kriterien sind die Krankengeschichte, der Unfallhergang, der Befund, gegebenenfalls auch der Nachweis der Luft im Gewebe
(Röntgenaufnahmen, Ultraschall, Computertomografie). Der Arzt kann beim Abhören des Brustkorbes eventuell ein schabendes Geräusch hören. Die weiteren Schritte bestimmt die klinische Situation.

Therapie: Bei stabilem Zustand und nur leichten Beschwerden kann nach der Erstbehandlung abwartendes Beobachten vertretbar sein, da der Körper die Luft allmählich resorbiert. Die ärztliche Kontrolle muss jedoch gewährleistet sein. In jedem Fall ist umgehend eine genaue medizinische Untersuchung notwendig. Einen Tauchverletzten mit vermuteter Dekompressionskrankheit behandeln Ärzte in der Regel schnellstmöglich mit 100 Prozent Sauerstoff. Die weitere Therapie richtet sich nach der Ausprägung und Ursache des Hautemphysems. Es kann eine Behandlung in einer Überdruckkammer notwendig sein. Bei anderen Verletzungen wird der Betroffene notfallmäßig in einer Klinik unfall- oder lungenchirurgisch beziehungsweise intensivmedizinisch versorgt. Zuständig für Diagnose und Therapie: ein Tauchmediziner, der Notarzt, gegebenenfalls ein Unfall- oder Lungen- (Thorax-)chirurg.


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