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Maß nehmen: Arzneisäfte richtig anwenden

Mit diesen Tipps aus der Apotheke vor Ort dosieren Sie das flüssige Medikament korrekt. Dabei helfen beigefügte ­Messlöffel oder Dosierspritzen. Mehr zu Inhalt, Verträglichkeit und Aufbewahrung der Säfte

von Christian Krumm, 14.01.2020
Frau dosiert Arzneisaft

Mit Messlöffeln kann man die Menge besser abschätzen. Besonders wichtig ist das bei Arzneien wie Antibiotika


Auch wenn Arzneisäfte sorgfältig abgemessen werden müssen, bieten sie eine Reihe von Vorteilen:

  • Flexible Dosierung: Bei flüssigen Arzneiformen lässt sich die Dosis leichter variieren. Doch stets Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker halten!
  • Schnelle Wirkung: Nach Mahlzeiten kann der Saft oft an der Magenwand entlang am Speisebrei vorbeifließen. So gelangt er schnell in den Dünndarm und von dort aus in den Blutkreislauf.
  • Unkomplizierte Einnahme: Mitunter tun sich Patienten beim Schlucken leichter als mit Tabletten.

Das steckt in Arzneisäften drin

Der Wirkstoff wird meist in Wasser, Ethanol oder Propylen­glykol gelöst. Letzteres kann in zu hohen Dosierungen für Kleinkinder ein Problem werden. Fragen Sie in der Apotheke nach! Ein Konservierungsmittel schützt Säfte vor schnellem Verderb.

Vertragen Sie den Arzneisaft?

Sorbitol wird oft statt Zucker genutzt. Es ist kalorienarm, zahnfreundlich und für Diabetiker ge­eignet. Doch in höheren Konzentrationen kann es Durchfälle und Blähungen ver­ursachen. Patienten mit einer Fruktose-­­Intoleranz sollten auf den Zuckerersatzstoff komplett verzichten.

Alkohol ist nur in geringer Menge enthalten. Menschen mit Alkoholproblemen sollten dennoch auf alkoholfreie Säfte ausweichen.

Apotheker Philipp Kircher

Arzneisäfte richtig anwenden

Die Menge muss exakt ab­gemessen werden. Vor allem bei Wirkstoffen wie Antibiotika ist das wichtig oder wenn die Dosis halbiert ­werden soll. Beigefügte Messbecher oder -löffel sind genauer als Tee- oder Esslöffel. Oft bleibt darin aber ein Rest des dickflüssigen Safts zurück. Am besten mit einer kleinen Menge Wasser lösen und nachtrinken.

Besser: Dosierspritzen aus der Apotheke. Dort hilft man auch bei der Markierung der korrekten Menge. Den abgemessenen Saft vorsichtig in den Mund drücken.

Arzneisäfte richtig aufbewahren

Eine generelle Empfehlung gibt es nicht. Daher immer auf die ­­Packungsbeilage achten oder in der Apotheke nachfragen.

Muss der Saft in den Kühlschrank, sollte er vor der Anwendung in der Hand angewärmt werden. So entfalten sich Aromastoffe besser und können den Arzneigeschmack überdecken.

Angebrochene Säfte sind meist nur kurze Zeit verwendbar. Tipp: das Datum der ­Erst­verwendung auf der Packung notieren.

Vorteil Apotheke vor Ort

Eine Herausforderung sind Trocken­säfte. Sie müssen sorgfältig mit Trinkwasser zubereitet werden. In der ­Apotheke hilft man Ihnen dabei gerne. Kompetente Beratung gibt es auch beim Umsteigen von Tabletten auf Saft oder wenn man Inhaltsstoffe nicht verträgt.