{{suggest}}


Hartkapseln: Harte Schale, wirksamer Kern

Hartkapseln eignen sich für manche Patienten besser als Tabletten. Auch individuelle Präparate lassen sich damit herstellen

von Barbara Kandler-Schmitt, 10.03.2020
Zweiteiler: Die Kapselhülle besteht aus zwei Hälften, die nach dem Befüllen zusammengefügt werden

Zweiteiler: Die Kapselhülle besteht aus zwei Hälften, die nach dem Befüllen zusammengefügt werden


Die Pluspunkte

  • Hartkapseln sind vielseitig und einfach herzustellen. Man kann sie mit Pulvern, Granulaten, ­Pellets oder Mikrotabletten befüllen. Neben pharmazeutischen Wirkstoffen werden vor allem Pflanzenextrakte und Nahrungsergänzungsmittel auf diese Weise eingenommen.
  • Arzneistoffe mit unangenehmem Geruch oder Geschmack lassen sich in der Kapselhülle einschließen und sind so nicht mehr wahrnehmbar.
  • Wird die Oberfläche der Kapseln mit Wasser oder Speichel angefeuchtet, kann man sie besser schlucken als Ta­bletten. Im Vergleich zu flüssigen Arzneimitteln sind sie zudem länger haltbar.

Das steckt drin

Bei Hartkapseln wird die Füllung von ­einer geruchs- und geschmacksneutralen Hülle umschlossen. Diese wird in der Regel aus Gelatine tierischer Herkunft hergestellt. Eingearbeitete Farbstoffe schützen den Inhalt der Kapsel vor Licht und helfen Patienten, die mehrere Arzneien einnehmen müssen, das Medikament leichter zu erkennen.

Als pflanzliche Alternativen werden für die ­Hülle Zellulose-Abkömmlinge eingesetzt.
Für ­Veganer und Menschen, die aus religiösen Gründen auf Gelatine verzichten, bieten manche Hersteller bereits solche vegetabilen Kapseln an. Für Rezepturen sind sie ebenfalls verfügbar.

Die Füllung enthält neben einer oder mehreren therapeutisch wirksamen Substanzen auch verschiedene Hilfsstoffe. Dazu gehören Füllmittel, Farbstoffe und Schmiermittel.

Richtig anwenden

Größere Kapseln bereiten manchmal Probleme beim Schlucken. Am besten bei aufrechtem Oberkörper den Kopf nach vorne neigen und die Kapsel mit einem Glas Wasser einnehmen. Dann schwimmt sie nach hinten in den Rachen und rutscht besser.

Anders als Tabletten lassen sich gewöhnliche Hartkapseln nicht teilen. Aber einige kann man öffnen, der Inhalt wird dann in Wasser oder Joghurt gestreut. Fragen Sie aber vorher in der Apotheke nach: Kapseln mit magensaftresistentem Überzug oder verzögerter Wirkstofffreisetzung dürfen keinesfalls geöffnet werden. Der Inhalt kann zudem unangenehm schmecken und die Mund- oder Rachenschleimhaut reizen.

Sicher aufbewahren

Kapseln müssen trocken und bei Raumtemperatur gelagert werden. Bei einer zu hohen Luftfeuchtigkeit beginnt die Gelatine sich zu lösen. Ist die Luft dagegen zu trocken, werden sie brüchig. Kapseln deshalb bis unmittelbar vor der Einnahme im Blister oder in der Verpackung lassen.

Vertragen Sie das?

Viele Kapseln enthalten Laktose. Bei ­einer Intoleranz in der Apotheke nach Kapseln ohne den Füllstoff oder nach anderen Arzneiformen mit gleichem Wirkstoff fragen.

Vorteil Apotheke

Für Babys und bei seltenen Krankheiten gibt es oft keine geeigneten Fertigarzneimittel. Dann kann der Apotheker Wirkstoffe als Individualrezeptur in Hartkapseln abfüllen.