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Cetirizin: Wirkung, Anwendung, Nebenwirkungen

Cetirizin ist ein Wirkstoff, der gegen Allergien wie Heuschnupfen hilft. Er wirkt rasch und lang anhaltend. Müdigkeit tritt seltener auf als bei älteren Mitteln aus dieser Arzneistoffgruppe

von Dr. Dorothee Famulla-Weber, 12.03.2020

Das Wichtigste zu Cetirizin – kurz erklärt

  • Cetirizin gilt als ein gut wirksames und verträgliches Mittel gegen Allergien (Antiallergikum) wie Heuschnupfen und Nesselsucht.  
  • Es lindert dabei Beschwerden wie Juckreiz, Fließschnupfen und Hautreaktionen.
  • Cetirizin wirkt rasch und lange anhaltend.
  • Cetirizin stellt kein "Kortison" dar und verursacht dementsprechend auch keine kortisonbedingten Nebenwirkungen. Es macht normalerweise kaum müde.

Wofür wird Cetirizin angewendet?

Cetirizin ist ein Mittel gegen Allergien und wird zum Beispiel bei Heuschnupfen (=allergische Rhinitis oder Rhinoconjunctivitis) eingesetzt. Heuschnupfen ist die häufigste auftretende Allergieform. Zu den typischen Symptomen zählen Fließschnupfen, Schleimhautschwellungen und brennende sowie tränende Augen.

Ebenso wirkt Cetirizin bei Nesselsucht (Urtikaria), hinter der auch eine allergische Ursache stecken kann und die sich mit Juckreiz, Quaddelbildung und Rötungen an der Haut zeigt.

Wie wirkt Cetirizin?

Cetirizin ist ein sogenanntes H1-Antihistaminikum. Antihistaminika sind Arzneistoffe, die die Wirkung von Histamin im Körper hemmen, indem sie die Histamin-Andockstellen (Rezeptoren) blockieren. Es sind mittlerweile vier verschiedene Rezeptortypen bekannt, wobei Cetirizin speziell Histamin-1-Rezeptoren hemmt.

Histamin ist ein körpereigener Stoff, der unter anderem bei einer Allergie freigesetzt wird und zur Bildung von Ödemen (Wasseransammlung im Gewebe), zu Rötungen, Juckreiz und Schwellungen führen kann. Durch die Einnahme von Cetirizin lässt sich eine allergische Reaktion vermindern und Juckreiz sowie Quaddelbildung lindern.

Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren stehen Filmtabletten mit einer Dosierung von zehn Milligramm zur Verfügung. Cetirizin-Saft können Erwachsene oder Kinder ab zwei Jahren einnehmen. Ist Ihr Kind jünger als sechs Jahre, sollten Sie ihm keine Tabletten geben, da Kinder in diesem Alter Tabletten schlecht schlucken können. Ein Saft erleichtert die Einnahme. Cetirizin wirkt ziemlich schnell, nämlich innerhalb von 10 bis 30 Minuten. Außerdem hat es eine lange Wirkdauer von 24 Stunden, sodass eine einmalige Anwendung, vorzugsweise am Abend, normalerweise ausreicht. Sie können Cetirizin mit oder ohne Mahlzeit, jedoch mit einem Glas Wasser und unzerkaut einnehmen.

Cetirizin kann während der gesamten Schwangerschaft eingenommen werden. Studien haben gezeigt, dass es zu keiner Schädigung des ungeborenen Kindes kommt. Cetirizin ist auch während der Stillzeit erlaubt.

Wichtig: Wenn Sie beim Arzt einen Haut-Allergietest machen lassen, sollten Sie mindestens drei Tage davor auf die Einnahme von Cetirizin verzichten. Denn der Wirkstoff verfälscht sonst den Test.

Wenn Sie unter Heuschnupfen leiden, helfen neben der Anwendung eines Antihistaminikums weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Nasendusche. Beachten Sie außerdem die aktuelle Pollenflugvorhersage.

Was hilft bei Heuschnupfen?

Welche Nebenwirkungen kann Cetirizin hervorrufen?

Pharmazeutische Hersteller müssen im Beipackzettel eines Medikaments alle bekannt gewordenen Nebenwirkungen auflisten. Deshalb ist dieser Abschnitt oft sehr lang und wenig vertrauenserweckend.

"Sehr häufig" bedeutet zum Beispiel: Bei mehr als zehn Prozent der Anwender (oder mehr als 1 von 10 Behandelten) können sich Nebenwirkungen einstellen. "Häufig" heißt: Bei bis zu zehn Prozent der Menschen (oder bis zu 1 von 10), kann es zu Nebenwirkungen kommen. Mit "gelegentlich" ist gemeint: Bei bis zu einem Prozent der Anwender (oder bis zu 1 von 100) können unerwünschte Begleiterscheinungen auftreten.

Dieser Text führt vor allem die "sehr häufigen", "häufigen" und "gelegentlichen" unerwünschten Wirkungen auf und weist auf besonders gefährliche hin. Der Text ersetzt nicht den Beipackzettel und gibt diesen nicht vollständig wieder.

Als häufig eingestufte Nebenwirkungen können eine leichte Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Mundtrockenheit auftreten. Wie schon beschrieben, gehört Cetirizin zu den H1-Antihistaminika. Diese lassen sich nochmals unterteilen in ältere (Antihistaminika der 1.Generation) und die neueren (Antihistaminika der 2. Generation). Die neueren Antihistaminika gelangen kaum ins Gehirn und machen auch in der Regel nicht müde – im Gegensatz zu den älteren Präparaten. Falls Sie trotzdem eine gewisse Müdigkeit verspüren sollten, können Sie Cetirizin entweder abends einnehmen oder es gegen einen anderen Wirkstoff, etwa Loratadin, austauschen.

Gelegentlich kann es unter der Einnahme von Cetirizin auch zu Durchfall, Hautausschlag und Juckreiz kommen. Ebenfalls leiden einige Patienten und Patientinnen unter einer verstärkten Aktivität oder auch Rastlosigkeit.

 

Mögliche Wechselwirkungen von Cetirizin

Bislang sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt. Cetirizin kommt in manchen Präparaten in Kombination mit Pseudoephedrin vor, welches eine zusätzlich abschwellende Wirkung zeigt. Diese Kombination sollten Sie nur kurzzeitig anwenden.

Cetirizin verstärkt zwar nicht die Wirkung von Alkohol, jedoch kann bei empfindlichen Menschen die gleichzeitige Einnahme die Aufmerksamkeit negativ beeinflussen.

Wer darf Cetirizin nicht anwenden?

Da Cetirizin vor allem über die Nieren wieder ausgeschieden wird, sollten es Patienten mit einer schweren Nierenschädigung nicht einnehmen. Falls Sie Probleme beim Wasserlassen haben (Harnverhalt), sollten Sie Cetirizin mit Vorsicht einnehmen, da sich unter diesen Umständen das Problem verschlimmern kann.

Menschen, die zu Krampfanfällen (Epilepsie) neigen, sollten Cetirizin nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden.

Hinweis: Dieser Text enthält nur allgemeine Informationen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Lesen Sie sich unbedingt die Packungsbeilage Ihres Medikaments genau durch und lassen sich von Ihrem Arzt und Apotheker beraten.

Quellen:

Fachinformationen zu Cetirizin. Online: https://www.fachinfo.de

Pharmakovigilanz-und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie an der Charité Berlin: https://www.embryotox.de/arzneimittel/details/cetirizin/ (Abgerufen: 02/2020)

Geisslinger G, Menzel S: Wenn Arzneimittel wechselwirken, 1. Auflage, Deutscher Apotheker Verlag 2017

Schwabe U, Paffrath D: Arzneiverordnungsreport 2018, Springer Verlag

Geisslinger G, Menzel S, Gudermann T, Hinz B, Ruth P: Mutschler Arzneimittelwirkungen, 11. Auflage 2020, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart

Schneider D, Richling F: Checkliste Arzneimittel A-Z, 6. Auflage 2013, Thieme Verlag


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