Magenkrebs: Ursachen und Risikofaktoren

Eine Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori gilt als der wichtigste Risikofaktor für Magenkrebs. Auch der Lebensstil und genetische Faktoren spielen eine Rolle
aktualisiert am 08.12.2014

Helicobacter pylori: Eine Besiedelung mit dem Bakterium gilt als Risikofaktor für Magenkrebs

iStock/Axel Kock

In ihrem Erbmaterial enthält jede Zelle des Körpers Anweisungen, welche Aufgaben sie zu erfüllen und wann sie sich zu teilen hat. Darüber hinaus ist festgelegt, unter welchen Umständen sie "Selbstmord" zu begehen hat, beispielsweise bei fortgeschrittenem Alter, bestimmten genetischen Veränderungen oder gestörter Funktion. Man spricht in diesem Zusammenhang vom sogenannten programmierten Zelltod (Apoptose).

Manche Zellen aber verändern sich so, dass dieser Schutzmechanismus bei ihnen nicht mehr einwandfrei arbeitet. In der Regel stirbt eine solche Zelle nach einiger Zeit trotzdem. Selten kommt es vor, dass sie sich auch den anderen Kontrollmechanismen des Körpers vollständig entzieht und sich unkontrolliert in kurzen Abständen teilt. Ein Tumor entwickelt sich. Die Entartung von Zellen und damit die Entstehung von Krebs – zum Beispiel im Magen – kann durch bestimmte Risikofaktoren gefördert werden.

Magenerkrankungen

Bestimmte Magenerkrankungen können die Entstehung von Krebs im Magen begünstigen: 

Obwohl der Magensaft sehr aggressiv ist, gibt es Keime, die sich in dieser für sie eigentlich unwirtlichen Umgebung ausbreiten. Am bekanntesten ist ein Bakterium namens Helicobacter pylori, das sich unter der schützenden Schleimschicht im Magen ansiedelt.

Grafik: Der Magen und seine Teile (um die Grafik ganz zu sehen, bitte auf die Lupe klicken!)

W&B/Jörg Neisel

In Industriestaaten kommt Helicobacter pylori im Magen jedes zweiten bis fünften Menschens vor, auch in Deutschland sind schätzungsweise 20 bis 30 Millionen Menschen betroffen. Helicobacter pylori kann eine bestimmte Art der Magenentzündung, eine sogenannte Typ-B-Gastritis verursachen. Chronische Entzündungen können die Entstehung von Tumoren begünstigen. Außerdem ist das Bakterium auslösender Faktor für etwa drei Viertel aller Magengeschwüre. Helicobacter pylori ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für ein Magenkarzinom im Bereich des Magenkörpers (Korpus) und des Antrums (siehe Zeichnung).

Auch andere Magenerkrankungen machen es wahrscheinlicher, Magenkrebs zu bekommen. Das gilt zum Beispiel für die chronische Gastritis vom Typ A, eine Autoimmunerkrankung.  Auch beim "Morbus Ménétrier", ebenfalls eine Form der chronischen Magenentzündung (Gastritis), ist das Risiko für ein Magenkarzinom erhöht.

Außerdem gibt es bestimmte Arten von Magenschleimhautpolypen, die bereits als Vorstufe eines Tumors einzustufen sind. Das ist aber eher die Ausnahme. Die meisten Magenpolypen sind harmlos und haben mit Magenkrebs nichts zu tun.

Gegrillte und stark gesalzene Speisen können ein Gesundheitsrisiko sein

PhotoDisc/RYF

Ernährung und Lebensstil

Der häufige Verzehr von stark gesalzenen Speisen erhöht das Risiko für ein Magenkarzinom. Auch gepökelte, geräucherte oder stark gegrillte Lebensmittel können Magenkrebs begünstigen. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum spielen ebenfalls eine Rolle.

Genetische Faktoren

Auch die Gene haben einen gewissen Einfluss. So kommt Magenkrebs bei bestimmten erblichen Karzinomsyndromen, aber auch bei verschiedenen anderen genetischen Mutationen gehäuft vor. Letztere sind aber sehr selten.



Bildnachweis: PhotoDisc/RYF, iStock/Axel Kock, W&B/Jörg Neisel
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