Magenkrebs: Diagnose

Mit einer Magenspiegelung, bei der Gewebeproben entnommen werden, lässt sich der Verdacht auf Magenkrebs bestätigen
aktualisiert am 08.12.2014

Eine Magenspiegelung erlaubt den Blick ins Innere des Organs

W&B/Martina Ibelherr

Hat der Arzt den Verdacht auf eine Magenerkrankung, wird er den Patienten genau zu seinen Symptomen und den Ernährungsgewohnheiten befragen. Anschließend untersucht er ihn. Dabei sucht er unter anderem nach geschwollenen Lymphknoten und nach einer Geschwulst im Bauchbereich.

Um eine Magenerkrankung zu diagnostizieren ist jedoch meist der Blick in das Organ nötig.  Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) macht dies möglich. Dabei schluckt der Patient eine Art Schlauch, den der Arzt vom Mund aus durch die Speiseröhre bis in den Magen vorschiebt. Dieses schlauchartige Gerät ist am vorderen Ende mit einer Lichtquelle und einer kleinen Videokamera ausgestattet, so dass sich damit die Innenwand des Magens auf einem Monitor begutachten lässt. Mit Hilfe einer kleinen Zange kann der Arzt Gewebeproben entnehmen, anhand derer später zum Beispiel eine Entzündung, ein Befall mit Helicobacter pylori, aber auch Magenkrebs nachgewiesen oder ausgeschlossen werden kann.

Wird bei der Untersuchung der Gewebeproben festgestellt, dass es sich um Magenkrebs handelt, folgt das sogenannte Staging: In mehreren weiteren Untersuchungen erfasst man Stadium und Ausbreitung der Erkrankung.

Beim endoskopischen Ultraschall (der so genannten Endosonografie) wird ein Ultraschallkopf in den Magen eingeführt, was wie bei der Gastroskopie ebenfalls über den Mund geschieht. Mit dieser Untersuchung lässt sich genau bestimmen, wie weit der Tumor die Magenwand bereits durchdrungen hat und ob benachbarte Lymphknoten befallen sind.

Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen (zum Beispiel von der Lunge), weiteren Ultraschalluntersuchungen (zum Beispiel vom Bauch) und gegebenenfalls der Computertomografie wird nach eventuell vorhandenen Tochtergeschwulsten (Metastasen) gesucht. Magenkrebs breitet sich auf dem Lymphweg, über das Blut oder direkt weiter entlang der benachbarten Organe aus. Es können sich auch Metastasen in den Eierstöcken (Krukenberg-Tumor) oder im sogenannten Douglas-Raum zwischen Gebärmutter und Enddarm bilden.

Um bei örtlich fortgeschrittenen Tumoren, die operiert werden sollen, auszuschließen, dass der Tumor sich bereits auf andere Organe des Magen-Darm-Traktes oder das Bauchfell ausgebreitet hat, nimmt der Arzt eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) vor. Bei Symptomen, die auf Tochtergeschwulste (Metastasen) im Knochen hinweisen (zum Beispiel Knochenschmerzen), kann eine Skelettszintigrafie durchgeführt werden. Bei dieser Untersuchung wird dem Patienten eine schwach radioaktive Substanz (der sogenannte "Tracer") in eine Vene gespritzt. Diese Substanz lagert sich vorübergehend im Knochen ein. Da der Knochenumbau in den Randgebieten von Metastasen erhöht ist, reichert sich hier mehr Tracer an und diese Stellen erscheinen im Szintigramm dunkler. Es gibt auch bestimmte Tumormarker, die der Arzt im Blut bestimmen kann. Diese Werte haben jedoch für die Diagnose keine Bedeutung, sondern dienen allenfalls als Vergleichswerte um den Erfolg der Behandlung feststellen zu können.

Im Labor lässt sich anhand der Gewebeprobe aus der Magenspiegelung der Wachstumstyp des Tumors (Lauren-Klassifikation) und der Differenzierungsgrad der Tumorzellen ("Grading") feststellen.

Magenkarzinome können nach verschiedenen Klassifikationen eingeteilt werden. Eine Einteilung nach dem Wachstumstyp (histomorphologischer Typ) ist die sogenannte Laurén-Klassifikation. Die beiden Haupttypen sind hier das intestinale Magenkarzinom, das eher polypenartig und oberflächlich wächst, und das diffuse Magenkarzinom, das in die Magenwand einwächst, oft schwer von der Umgebung abzugrenzen ist und frühzeitig in die Lymphknoten streut.



Bildnachweis: W&B/Martina Ibelherr
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