Woher kommt Magenknurren?

Er gluckert, grummelt und gluckst: Unser Magen. Bei Hunger meldet er sich mit dem typischen Magenknurren. Aber warum eigentlich?
von Barbara Erbe, aktualisiert am 03.09.2015

Leckeres Essen zu sehen oder zu riechen kann reichen, damit der Magen knurrt

iStock/Grenouille Films

Wenn wir Hunger haben, meldet sich unser Magen laut und vernehmlich zu Wort. Die hungrige Bestie knurrt und verlangt nach Essen. Aber woher kommt Magenknurren eigentlich? Und gibt es Tricks, wie wir die Geräusche unterdrücken können?

Magen und Darm sind immer in Bewegung

Unser Magen-Darm-Trakt ist immerzu in Bewegung. Tag und Nacht ziehen sich Speiseröhre, Magen und Darm ohne Unterlass zusammen und dehnen sich wieder aus, berichtet Dr. Berndt Birkner, Gastroenterologe und Vertreter des Berufsverbands Deutscher Internisten. "Diese wellenähnliche Daueraktivität nennen Mediziner auch 'Housekeeping', denn sie hält den Verdauungstrakt sauber und ordentlich: Speisebrei, Magensäfte, Sekrete der Bauchspeicheldrüse und der Galle – all das wird auf diese Art immerzu verarbeitet und weitertransportiert."

 

Dr. Berndt Birkner, Gastroenterologe und Vertreter des Berufsverbands Deutscher Internisten, erklärt, wie Magenknurren entsteht

W&B/Privat

Magenknurren: Der Magen als Klangkörper

Wenn aber der Magen über mehrere Stunden keine Nahrung bekommen hat, entwickelt er sich zum Klangkörper, erklärt Dr. Birkner. "Denn in seinem Hohlraum steckt auch viel Luft. Wenn nun nichts anderes mehr im Magen ist und sich dessen Wände weiter zusammenziehen und wieder erschlaffen, gerät diese Luft ins Schwingen, ganz ähnlich wie wenn man in ein Horn bläst. Das ergibt dann 'Magenmusik', nämlich den knurrenden Magen."

Verlockende Speisen steigern die Geräusche

Wer jetzt auch noch ein verlockendes Essen sieht, riecht, oder auch nur vorfreudig an sein Lieblingsgericht denkt, versetzt Magen, Darm und Luft reflexartig erst recht in Schwingung – und steigert die Magengeräusche, erläutert Internist Birkner. "Wer es dagegen schafft, an etwas ganz anderes zu denken oder gar zu meditieren, kann seinen Körper ein Stück weit überlisten und Verdauungsbewegungen und Geräuschpegel senken."

Nötig sei das aber nicht, denn Magen- und auch Darmgeräusche seien völlig normal. "Wenn wir die nicht hätten, wären wir tatsächlich krank."


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