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Pflanzliche Magenhelfer

Viele Beschwerden lassen sich mit Pflanzenextrakten lindern. Sieben der beliebtesten Kräuter

von Christian Krumm, aktualisiert am 19.04.2020
Frau trinkt Kräutertee

Entkrampfende Wirkung: Frauen trinken gerne Pfefferminztee gegen Magenkrämpfe


Kamille (Matricaria recutita)

Die gelben Blütenköpfchen enthalten wertvolle Arzneistoffe – allen voran ätherische Öle. Sie wirken in erster Linie entzündungshemmend auf eine gereizte Magenschleimhaut. "Außerdem besitzt Kamille eine krampflösende Wirkung mit einem gewissen Soforteffekt", sagt Apothekerin Angela Heuking aus Dinslaken.

Beliebt sind zum Beispiel Rollkuren: Dabei werden ein bis zwei Tassen Kamillentee zügig getrunken. Anschließend rollt man sich im Liegen mehrmals von der linken auf die rechte Seite und wieder zurück.

Pfefferminze (Mentha x piperita)

Sie ist eine der ältesten und am besten erforschten Arzneipflanzen. Pharmazeutisch genutzt werden die geschnittenen, charakteristisch duftenden Blätter beziehungsweise das darin enthaltene Öl.

"Pfefferminzöl hat ausgeprägte entkrampfende Effekte auf die Muskeln in der Magen- und Darmwand", erläutert Professor Roman Huber, Leiter des Uni-Zentrums für Naturheilkunde an der Universität Freiburg. Pfefferminztee eigne sich daher besonders gut bei Magenkrämpfen. Man kann die Dosierung erhöhen, indem man zwei bis drei Teebeutel nimmt.

Apothekerin Angela Heuking

Bei Reizdarm könnten Kapseln mit Pfefferminzöl eingesetzt werden. Bei Sodbrennen rät der Experte hingegen zum Verzicht auf Pfefferminztee. Er könne den Rückfluss der Magensäure in die Speise­röhre noch verstärken.

Kümmel (Carum carvi)

Ein häufiger Bestandteil von Magentee-Mischungen sind die Früchte der Kümmelpflanze – oft kombiniert mit Fenchel und Anis. "Die Inhaltsstoffe von Kümmel zeigen eine ausgeprägte krampflösende und entblähende Wirkung bei leichten Magenbeschwerden wie Völlegefühl oder Blähungen", erklärt Apothekerin Heuking.

Der Haupt­bestandteil Carvon verleiht dem Gewürz sein charakteristisches Aroma. Wer den Geschmack mag, kann blähenden Speisen wie Kohlgerichten Kümmel hinzufügen.

Ingwer (Zingiber officinale)

Der Wurzelstock der Ingwerpflanze, die ursprünglich in Südostasien beheimatet ist, enthält neben ätherischen Ölen auch Scharfstoffe wie die Gingerole und Shogaole. Die Extrakte wirken gegen verschiedene Formen der Übelkeit, beispielsweise auf Reisen, nach Operationen oder während einer Chemotherapie.

Für die Wirksamkeit werden, so Experte Huber, die Gingerole verantwortlich gemacht. Diese Inhaltsstoffe unterdrücken das Entstehen von Übelkeit im Gehirn. Wahrscheinlich sei eine Dosis von ein bis zwei Gramm Ingwerpulver pro Tag optimal – höhere Dosierungen seien in Untersuchungen zumindest nicht unbedingt besser gewesen. Das Pulver wird in Kapseln gefüllt oder zu Tabletten gepresst.

Kurkuma (Curcuma longa)

Currygerichten verleiht die Gelbwurz (Kurkuma) die typische kräftige Farbe, als Arzneipflanze wirkt sie entzündungshemmend, kurbelt den Gallefluss an und unterstützt auf diese Weise die Verdauung fetter Speisen. "Das lindert letztendlich Völlegefühl und Blähungen", sagt Apothekerin Heuking. Hinter der Wirkung stecken verschiedene medizinisch aktive Farb­stoffe und ätherische Öle.

Genutzt wird der knapp unter dem Boden verlaufende Wurzelstock der vorwiegend in ­Asien und Afrika kultivierten Pflanze, die zu den Ingwergewächsen zählt. Bei Gallenleiden dürfen Kurkuma-Extrakte nicht angewendet werden, weil sie unter Umständen Beschwerden auslösen könnten.

Enzian (Gentiana lutea)

Der Gelbe Enzian gilt als typische Bitterstoffpflanze. Genutzt werden die Wurzeln. Für Geschmack und Wirkung ist in erster Linie der Inhaltsstoff Amarogentin verantwortlich, obwohl sein Gehalt nur bis zu 0,04 Prozent beträgt. Allerdings ist sein Bitterwert im Gegensatz zu den Hauptinhaltsstoffen fast 6000-mal höher.

"Die starken Bitterstoffe stimulieren die Geschmacksnerven und kurbeln auf diese Weise die Magensaftproduktion und damit auch den Appetit an", erklärt Angela Heuking. Wild­wachsende Enzianpflanzen stehen unter Naturschutz. Um den großen Bedarf der Arzneimittel- und Spirituosenindustrie zu decken, wird der Gelbe Enzian deshalb kontrolliert angebaut.

Schleifenblume (Iberis amara)

Schon ihr Name weist auf die besonderen Eigenschaften hin: "Amara" bedeutet bitter. Tatsächlich enthält die Arzneipflanze eine Vielzahl bitter schmeckender Substanzen. Daher eignen sich ihre Extrakte als Magen­mittel, denn Bitterstoffe regen die Bildung von Magensaft und damit die Verdauung an.

Außerdem lindern sie Entzündungen der Magenschleimhaut und wirken regulierend auf die Muskulatur: "Schleifenblumen-Extrakte können die Magenbewegungen sowohl anregen als auch hemmen", weiß Heuking.

Die Bittere Schleifenblume ist insbesondere als Bestandteil von Fertigpräparaten zur Behandlung von Magenbeschwerden erhältlich.


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