Magenschleimhautentzündung: Diagnose

Aus den Beschwerden kann der Arzt häufig schon auf eine Gastritis schließen. Um den Verdacht zu sichern, ist eine Magenspiegelung nötig. Eine chronische Gastritis wird oft rein zufällig entdeckt
aktualisiert am 01.12.2017

Mithilfe einer Magenspiegelung lässt sich eine Gastritis feststellen

W&B/Martina Ibelherr

Der Arzt erkundigt sich nach den Beschwerden, nach möglichen Vorerkrankungen, Medikamenten und den Ernährungs- und Lebensgewohnheiten des Patienten. Es folgt eine körperliche Untersuchung. Eventuell nimmt der Mediziner eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs vor, um andere Ursachen wie Gallensteine auszuschließen. Manchmal ergeben sich daraus schon ausreichende Hinweise auf eine Gastritis.

Magenspiegelung

Eine sichere Diagnose ist allerdings nur durch eine Magenspiegelung (Gastroskopie) möglich. Diese Untersuchung erfolgt ambulant in einer Praxis – meistens bei einem Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen, einem Gastroenterologen.

Für die Untersuchung schiebt der Arzt einen dünnen, flexiblen Schlauch, ein sogenanntes Endoskop, durch die Speiseröhre bis in den Magen und Zwölffingerdarm des Patienten vor. Über eine eingebaute Kamera betrachtet der Arzt nun Speiseröhre, Mageninneres und den ersten Abschnitt des Dünndarms im Detail auf einem Bildschirm. Von auffälligen Stellen entnimmt er kleine Gewebeproben. Sie werden anschließend im Labor daraufhin untersucht, ob eine Gastritis oder andere Magenerkrankungen vorliegen. Auch Rückschlüsse auf die Ursache – beispielsweise eine Helicobacter-Infektion – sind möglich. Der Keim kann zum Beispiel in der Gewebeprobe angefärbt und nachgewiesen werden.

Das Diagnoseverfahren ist nicht schmerzhaft, allenfalls durch den Würgereiz beim Einführen des Endoskopes etwas unangenehm. Der Patient kann sich für die Untersuchung ein beruhigendes Medikament ("Schlafspritze") geben lassen.

Auch eine Blutuntersuchung kann hilfreich sein – zum Beispiel bei Verdacht auf eine Typ-A-Gastritis. Eventuell lassen sich dann Abwehrstoffe (Antikörper) gegen Magenzellen im Blut nachweisen.

Magenspiegelung (Gastroskopie)

Magenspiegelung

Eine Magenspiegelung erlaubt es dem Arzt, Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm von innen zu untersuchen »

Helicobacter-Tests

Besteht der Verdacht auf eine Helicobacter-Infektion gibt es mehrere Möglichkeiten des Nachweises. Bei der Magenspiegelung kann der Arzt anhand kleiner Gewebsproben einen Schnelltest machen oder das Bakterium unter dem Mikroskop nachweisen.

Ein einfacher Nachweis erfolgt auch in einer Stuhlprobe oder bei einem Atemtest: Der Patient trinkt eine Flüssigkeit mit Harnstoff, die mit C13 – einem speziellen Kohlenstoff – markiert wurde. Befindet sich Helicobacter pylori im Magen des Patienten, dann wird der Keim den Harnstoff mithilfe seines Enzyms Urease umbauen. Dabei entsteht Kohlendioxid – das nun den Marker C13 enthält.

Das Kohlendioxid gelangt über die Blutgefäße und die Lunge in die Luft, die der Patient ausatmet. Diese Atemluft wird gesammelt und untersucht. Findet sich der Marker C13 darin, gilt das als Hinweis für eine Helicobacter-Infektion. Trägt der Patient das Bakterium nicht im Magen, wird der Harnstoff samt C13 über den Urin ausgeschieden. In der Atemluft findet sich nichts.

Da man beim Stuhl- wie auch beim Atemtest keine Aussage über den Zustand des Magens oder des Zwölffingerdarms treffen kann, werden die Untersuchungsverfahren zum Beispiel zur Erfolgskontrolle nach einer Helicobacter-Therapie eingesetzt. Für alle Tests gilt: Wenn in den zwei Wochen vor dem Test Säureblocker eingenommen werden, sind die Ergebnisse weniger aussagekräftig. Wenn möglich also auf "Protonenpumpenblocker" oder ähnliche Medikamente für diese Zeit verzichten.


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