{{suggest}}


Pulmonale Hypertonie: Therapie

Die Behandlung des Lungenhochdruckes umfasst verschiedene Ansätze: die optimale Therapie der Grunderkrankung, den Versuch, den Druck im Lungengefäßsystem direkt zu senken und die Therapie der Herzschwäche

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 30.04.2014
Tabletten

Bei pulmonaler Hypertonie (Lungenhochdruck) können Medikamente hilfreich sein


Grundsätzlich unterscheidet man eine kausale Therapie – also eine Behandlung, die die Ursachen des Lungenhockdruckes behebt – von einer symptomatischen Therapie. Letztere lindert lediglich die Beschwerden. Meistens werden beide Ansätze kombiniert.

In der Regel müssen Betroffene extreme körperliche Belastung vermeiden. Am besten sprechen sie mit ihrem Arzt ab, welche Aktivitäten sie sich zumuten dürfen.

Es ist wichtig, nach Möglichkeit alle Risikofaktoren auszuschalten, die Herz und Lunge weiter schädigen könnten. Betroffene sollten zum Beispiel das Rauchen einstellen. Impfungen können helfen, Infekte zu verhindern.

Welche Möglichkeiten gibt es, die Ursachen des Lungenhochdruckes zu behandeln?

Zu einer ursächlichen Behandlung des Lungenhochdruckes gehört immer, die auslösende Erkrankung der Lunge oder des Herzens so optimal wie möglich zu therapieren. So lässt sich das Fortschreiten des Lungenhochdruckes eventuell bremsen, oder er heilt sogar aus. Je nach Fall kann eine Therapie mit Gerinnungshemmern erfolgversprechend sein. Manchmal hilft auch eine operative Entfernung von Blutgerinnseln.

Mit welchen Maßnahmen kann man den Lungenhochdruck senken?

Es gibt verschiedene Verfahren, mit denen man den Blutdruck im Lungenkreislauf beeinflussen kann:

Bei Patienten mit Lungenhochdruck bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung und Sauerstoffmangel ist oft die Behandlung mit Heimsauerstoff und einer häuslichen Beatmung (meistens mittels Maske) wirksam.

Daneben kann man versuchen, den Blutdruck in den Lungengefäßen mit Medikamenten zu senken. Wirklich erfolgversprechend ist diese Behandlung fast nur, wenn es sich um den seltenen idiopathischen Lungenhochdruck handelt. Zum Einsatz kommen Wirkstoffe, die Blutgefäße erweitern können (zum Beispiel Phosphodiesterasehemmer, Kalziumantagonisten). Andere Substanzen ähneln körpereigenen Botenstoffen (zum Beispiel Prostazyklinderivate, Endothelinrezeptorantagonisten). Sie bewirken entweder, dass die Blutgefäße weit werden oder verhindern, dass sie sich verengen.

Wer welche Behandlung erhält, hängt unter anderem vom Schweregrad der Erkrankung ab. Wie gut all diese Medikamente wirken können, wird davon bestimmt, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Das heißt konkret, in wieweit die erkrankten Lungengefäße sich überhaupt noch erweitern lassen.

Wie behandelt man die Herzschwäche?

Medikamente, die das geschwächte Herz unterstützen, sind beispielsweise Entwässerungstabletten (Diuretika) und weitere Wirkstoffe wie ACE-Hemmer. Mehr zum Thema finden Sie in einem eigenen Beitrag zum Thema Herzschwäche.

Was passiert, wenn der Lungenhochdruck nicht auf die Behandlung anspricht?

In den Fällen, in denen die konservativen Therapiemaßnahmen ohne Erfolg bleiben, besteht die letzte Behandlungsmöglichkeit in einer Transplantation von Herz und Lunge. Bis zur Transplantation kann eine Überbrückungsmaßnahme notwendig sein: Zur kurzfristigen Entlastung des rechten Herzens legen Ärzte eine Kurzschlussverbindung zwischen dem rechten und dem linken Herzvorhof.

Der Lungenhochdruck ist mitunter eine sehr ernste Erkrankung. Die Prognose der Betroffenen ist abhängig von der auslösenden Ursache, der Höhe des Blutdrucks im Lungengefäßsystem und der Fähigkeit des Herzens, sich an die erhöhten Druckverhältnisse anzupassen. Sind die Ausgleichsmechanismen des Herzens erschöpft (Rechtsherzdekompensation) ist die Prognose ungünstig.