Leberzirrhose: Wissenswertes

Um Leber und Stoffwechsel fit zu halten, müssen Essen und Trinken im Lot sein. Das gilt auch für bereits Erkrankte, die so Komplikationen vorbeugen können

aktualisiert am 26.06.2017

Leberkrank? Dann die passende Ernährung am besten mit dem Arzt absprechen


Ein gesundes Leben mit ausgewogener Ernährung und Sport kann zwar leider nicht sicher vor einer Leberzirrhose schützen – aber das Erkrankungsrisiko senken.

Vorsicht beim Alkohol!

Alkohol sollte man als Gesunder höchstens in Maßen genießen, je weniger, desto besser. Generell gilt für Männer: am Tag höchstens 0,6 Liter Bier oder 0,3 Liter Wein, das entspricht 24 Gramm reinem Alkohol. Frauen sollten am Tag nicht mehr als 0,4 Liter Bier oder 0,2 Liter Wein trinken, also maximal 16 Gramm reinen Alkohol. Wer mehr zu sich nimmt, steigert sein Risiko, an einer Leberzirrhose zu erkranken, deutlich. Leberkranke müssen auf Alkohol verzichten!

Wer erhöhte Leberwerte hat, sollte seinen Arzt darauf hinweisen – insbesondere wenn es um die Verordnung von Medikamenten geht. Wenn möglich, sollten Präparate ausgewählt werden, welche die Leber nicht übermäßig belasten.

Manche Menschen haben aufgrund ihres Berufes oder durch Reisen in bestimmte Länder ein erhöhtes Risiko für eine Hepatitis-Infektion. Für sie kann eine Impfung ratsam sein: So sollten sich beispielsweise Menschen in medizinischen Berufen auf jeden Fall gegen Hepatitis B impfen lassen. Der Arzt berät dazu.

Wer bereits unter einer Fettleber leidet, kann das Risiko einer Leberzirrhose reduzieren, indem er seine Lebensweise ändert, abnimmt, sich gesund ernährt und sich viel bewegt.

Ernährung bei Zirrhose mit dem Arzt absprechen

Haben sich Teile der Leber bereits in funktionsloses Bindegewebe umgewandelt, können die Leberzellen ihrer Aufgabe nicht mehr ausreichend nachkommen. Patienten müssen dann besonders darauf achten, sich ausgewogen und keinesfalls einseitig zu ernähren. Dabei sollte das tägliche Essen zur Hälfte aus komplexen Kohlenhydraten bestehen, also viel Getreide und Hülsenfrüchte enthalten.

Da viele Vitamine nicht mehr in der Leber verarbeitet werden, müssen sie vermehrt in der Nahrung vorkommen. Dazu zählen vor allem die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Sie finden sich in Lebensmitteln wie Eiern, Leber, Getreide oder auch Tomaten. Was es bei der Ernährung im individuellen Fall zu beachten gibt, sollte am besten mit dem Arzt besprochen werden.

Um den Organismus zu entlasten, sollte der Stuhlgang durch Ballaststoff-reiche Kost und unter Umständen auch durch nur im Darm wirkende Abführmittel wie Lactulose gefördert werden. Dadurch wird der Körper von Stoffen wie zum Beispiel Ammoniak befreit. (Auch hier gilt: Mit dem Arzt absprechen!)

Regelmäßige Untersuchungen

Für Leberzirrhose-Patienten können Vorsorge-Untersuchungen ratsam sein, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen. So lässt sich die Bildung von Krampfadern an Magen und Speiseröhre durch regelmäßige Magenspiegelungen verfolgen. Außerdem helfen Ultraschalluntersuchungen alle drei bis sechs Monate, Leberkrebs frühzeitig zu entdecken. Bei Krebsverdacht ist der Blutwert AFP (alpha-Fetoprotein) ein wichtiger Marker.