Leberzirrhose: Therapie

Die Behandlung einer Leberzirrhose ist nur erfolgreich, wenn die Ursachen behoben werden. Komplikationen brauchen meist eine spezielle Therapie
aktualisiert am 26.06.2017

Regelmäßige Kontrolltermine beim Arzt sind bei Leberzirrhose wichtig

Brand X Pictures/ RYF

Um den Untergang des Lebergewebes aufhalten zu können, muss die zugrunde liegende Krankheit behandelt werden.

Die Leber darf zudem nicht weiter geschädigt werden. Alkohol und nicht dringend benötigte Medikamente sind strikt verboten. (Achtung: Medikamente nicht eigenmächtig, sondern nur in Rücksprache mit dem Arzt absetzen!)

Auch, wenn die Zirrhose (noch) keine ernsthaften Beschwerden bereitet, müssen Patienten sich regelmäßig ärztlich untersuchen lassen, um Komplikationen vorzubeugen.

Für viele Stoffwechsel- und Autoimmunkrankheiten gibt es bislang noch keine Medikamente. Auch die fortgeschrittene Bindegewebsbildung kann heutzutage noch nicht durch Therapien rückgängig gemacht werden. Im Endstadium der Leberzirrhose rettet meist nur noch eine Transplantation das Leben des Patienten.

Behandlung einzelner Komplikationen

Bauchwassersucht

Harntreibende Medikamente (Diuretika) können helfen, die Flüssigkeit aus dem Bauchraum herauszuschwemmen. Bei der Behandlung einer Bauchwassersucht sollte immer darauf geachtet werden, dass man eine ausgeglichene Flüssigkeitsbilanz hat. Es darf also nicht mehr getrunken werden, als auch ausgeschwemmt wird.

In schweren Fällen hilft eine Aszites-Punktion. Dabei sticht der Arzt unter Ultraschall-Kontrolle mit einer Nadel in den Bauchraum und lässt einen Teil des Wassers über einen Schlauch ab.

Blutungen der Krampfadern an Speiseröhre und Magen

Geplatzte Krampfadern an Speiseröhre oder Magen sind lebensbedrohlich. Wenn der Patient Blut erbricht, muss er sofort in eine Klinik überwiesen werden. Der Arzt stillt dann zunächst die Blutung, indem er die Krampfader mit einem Gummiband abschnürt (Gummibandligatur). Dadurch werden auch weitere Blutungen verhindert, weil sich an der zugeschnürten Stelle Narbengewebe bildet und kein Blut mehr durch das Gefäß fließen kann.

Bei starken Blutungen kann alternativ auch eine Ballonsonde verwendet werden, um die Blutung zu beenden. Diese wird in die Speiseröhre eingebracht und dort aufgeblasen. Dabei wird so viel Druck auf die Krampfadern der Speiseröhrenwand ausgeübt, dass die Blutung gestoppt wird. Diese Methode ist jedoch nur für schwere Fälle geeignet. Früher wurden die Krampfadern manchmal verödet, indem eine Flüssigkeit in sie eingespritzt wurde, die bewirkt, dass sich das Gefäß verschließt. Diese Methode ist inzwischen weitgehend durch die Ligatur ersetzt worden.

Eine operativ hergestellte Verbindung zwischen der Pfortader und einer Lebervene (Shunt-Operation) hilft, den hohen Druck in den Gefäßen zu mindern. Um einen Kreislaufschock durch den Blutverlust zu verhindern, wird dieser mit Blutkonserven ausgeglichen.

Funktionsstörung des Gehirns: Hepatische Enzephalopathie

In den meisten Fällen ist eine Ammoniakvergiftung des Gehirns für die psychischen und neuronalen Störungen verantwortlich. Eine spezielle Diät hilft, die Eiweißzufuhr zu verringern und dadurch den Ammoniakspiegel zu senken. Medikamente mit dem Wirkstoff Lactulose bewirken, dass Ammoniak über den Darm ausgeschieden und die Entgiftung beschleunigt wird. Ist die Darmflora durch die Leberzirrhose gestört, haben Ammoniakproduzierende Darmbakterien gute Überlebenschancen. Sie tragen ebenfalls zu den Vergiftungserscheinungen bei und können mit Antibiotika bekämpft werden.


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