Lausbefall: Kopfläuse

Kopfläuse – was tun? Lesen Sie hier, wie sie die Parasiten bekämpfen

aktualisiert am 18.01.2018
Kopflaus

So sieht eine Kopflaus aus


Kopfläuse sind weit verbreitet. Kopflausbefall kann zu jeder Jahreszeit auftreten. Kopfläuse können gefährliche Krankheitserreger übertragen. In Europa kommen diese Erreger derzeit aber nicht oder nur sehr selten vor.

Flüstern

Ansteckung

Der einzige Wirt für Kopfläuse ist der Mensch. Haustiere haben keine Kopfläuse. Übertragen werden Kopfläuse dadurch, dass sie von einem Kopf zum nächsten krabbeln. Vor allem Kinder sind daher betroffen, etwa wenn sie beim Spielen die Köpfe zusammenstecken.

Eine Übertragung über Gegenstände ist theoretisch möglich, aber in der Praxis sehr selten.  Sie kann allenfalls stattfinden, wenn eine Laus aus dem Haar auf einen Gegenstand gelangt und dieser dann innerhalb von kurzer Zeit wieder mit dem Schopf eines anderen Menschen in Kontakt kommt. Denkbar ist dies zum Beispiel bei gemeinsam benutzten Kopfkissen, Mützen, Bürsten, Kämmen oder Fahrradhelmen.

Kopfläuse sind perfekt an die Lebensbedingungen auf dem menschlichen Kopf angepasst, also an Temperaturen zwischen 28 und 29 Grad. Fehlt ihnen dieses Umfeld überleben sie bei Zimmertemperatur (etwa in einem Kamm mit Haaren) höchstens 48 Stunden. In der Regel sind Kopfläuse bereits wenige Stunden nach Verlassen des Kopfes nicht mehr infektiös. Sie haben dann so viel Körperflüssigkeit verloren, dass sie keinen Speichel mehr produzieren und damit auch kein Blut mehr saugen können.

Mann kratzt sich am Kopf

Symptome

Kopfläuse kleben ihre Eier dicht über der warmen Kopfhaut an die Haare. Bei starkem Befall entstehen regelrechte Eiketten aus sichtbaren, weißen Chitinhüllen der Eier, die Kopfschuppen ähneln. Da sie jedoch fest am Haar angeklebt sind, lassen sie sich mit Shampoo nicht entfernen.

Nach sieben bis zehn Tagen schlüpfen aus den Eiern Larven. Nach weiteren neun bis elf Tagen werden diese geschlechtsreif und können sich vermehren. Bei massivem Befall können Kopfläuse auch in Bart- und Achselhaaren zu finden sein.

Bisse der Kopflaus verursachen rote, stark juckende Knötchen. Die Betroffenen kratzen sich, und daraus ergeben sich die weiteren typischen Symptome: aufgekratzte, blutende Haut, die durch Eitererreger infiziert werden kann. Als Folge der Infektion können die Lymphknoten im betroffenen Bereich anschwellen. Wenn über längere Zeit Wundsekret an den aufgekratzten Stellen austritt, verkleben und verfilzen die Haare.

Kopflaeuse

Kopfläuse erkennen

Für Betroffene gilt: Läuse zu erkennen ist schwierig. An den Haaren festsitzende Eier sind leichter auszumachen. Mit einem engzahnigen Nissenkamm – erhältlich in Apotheken – oder den Fingern lassen sich die Eier der Kopfläuse von den Haaren abstreifen. Achtung: Eier haften meist dicht am Haaransatz und bei langen und liegenden Haaren versteckt auf der Haarseite, die der Kopfhaut zugewandt ist. Besonders genau sollte man den Bereich an den Schläfen, hinter den Ohren und im Nacken untersuchen.

Die zuverlässigste Methode ist das Haar anzufeuchten und mit einer Pflegespülung einzuschäumen. Anschließend mit einem Läusekamm Strähne für Strähne durchkämmen. Kamm nach jeder Strähne auf einem Stück Küchenrolle ausstreichen. Im Zweifel den Haus- oder Kinderarzt um Rat fragen.

Nach dem Infektionsschutzgesetz sind Eltern betroffener Kinder verpflichtet, die Erkrankung ihres Kindes der Gemeinschaftseinrichtung zu melden und zu bestätigen, dass sie den Kopflausbefall regelgerecht behandelt haben. Die Gemeinschaftseinrichtungen wiederum müssen das Auftreten von Lausbefall dem Gesundheitsamt melden.

Läusekamm

Kopfläuse behandeln

Läuse und Eier lassen sich nicht durch Seife oder Shampoos abtöten. Auch für Hausmittel wie Essig oder Mayonnaise ist keine Wirksamkeit bewiesen. Vielmehr müssen spezielle Wirkstoffe aufgetragen werden, und zwar in Form von Shampoos, Lotionen, Gels oder Sprays. Sie töten die Läuse und teilweise auch die Eier, entweder chemisch (Insektizid) oder physikalisch, indem sie deren Atemwege verstopfen.

Seit langem eingesetzte Insektizide sind zum Beispiel Allethrin, Permethrin und Pyrethrum (ein Extrakt aus Chrysanthemenblüten).

Achtung: Einige insektizide Wirksubstanzen sind für Kleinkinder und Säuglinge schädlich. Eltern sollten daher immer den Kinderarzt fragen, welche Produkte er empfiehlt.

Einige Präparate dürfen während Schwangerschaft und Stillzeit, bei Chysanthemenallergie sowie bei Vorliegen eines MCS-Syndroms (multiple Überempfindlichkeit gegen chemische Substanzen) nicht eingesetzt werden. Es ist deshalb immer ratsam, sich bei einem Arzt zu erkundigen, wie Läuse bekämpft werden können, ohne die Gesundheit zu gefährden.

Kopflaeuse

Gegen alle zur Behandlung eingesetzten Insektizide haben sich überall in der Welt resistente – also gegen die Gifte widerstandsfähige oder gar unempfindliche – Kopflausstämme entwickelt. Das bedeutet, dass es keine Garantie dafür gibt, dass ein angewandtes Produkt wirklich wirkt.

Produkte, die Dimeticone enthalten, sind nicht giftig. Die Wirksamkeit der in Deutschland erhältlichen Dimeticonprodukte ist grundsätzlich hoch. Allerdings unterscheiden sich die Produkte hinsichtlich der Wirksamkeit auf Eier und ihrer Einwirkungsdauer. Produkte, die nicht auf Eier wirken, müssen nach acht bis zehn Tagen erneut angewandt werden.

Lesen Sie unbedingt die Packungsbeilage und halten Sie sich genau an die darin enthaltenen Anweisungen! Von Produkt zu Produkt kann die Anwendung etwas verschieden sein. Steht in der Anweisung, dass eine zweite Anwendung nach acht bis zehn Tagen notwendig ist, achten Sie darauf, diese auch durchzuführen.

Zu den häufigen Fehlern bei der Bekämpfung der Parasiten zählen Mediziner, dass ein Produkt nicht lange genug im Haar belassen wurde (zu kurze Einwirkzeiten), zu sparsam oder ungleichmäßig aufgetragen wurde.

Falls Sie trotz abgeschlossener Behandlung noch Läuse auf dem Kopf entdecken, lassen Sie sich von einem Arzt zum weiteren Vorgehen beraten.

Kopflaeuse

Gemeinschaftseinrichtungen informieren

Bei Lausbefall müssen Schule, Kindergarten beziehungsweise Tagesstätte und andere Gemeinschaftseinrichtungen, in denen der Nachwuchs verkehrt, informiert werden. Die betroffene Einrichtung informiert die Eltern - zum Beispiel durch Aushang - über das Auftreten von Kopflausbefall. Alle Eltern sollten die Haare ihrer Kinder mit Pflegespülung einschäumen und nass auskämmen, um einen Befall auszuschließen. Kinder können die Einrichtung umgehend wieder besuchen, wenn die Behandlung mit einem nachgewiesenermaßen wirksamen Produkt erfolgt ist.

Hygienemaßnahmen bei Lausbefall

Diese sind von nur untergeordneter Bedeutung, da Läuse sich ausschließlich auf dem menschlichen Kopf vermehren. Bereits wenige Stunden nach Verlassen des Kopfes sind sie nicht mehr infektiös, wenn sie keine Gelegenheit hatten, Blut zu saugen. Wichtig ist, Haar-zu-Haar Kontakt mit möglicherweise befallenen Personen zu vermeiden. Bettwäsche, Kleidung, Schals, Kopfbedeckungen, Handtücher und Kämme sollten sicherheitshalber für einige Tage nicht gemeinsam benutzt werden. Folgende Maßnahmen können nach einer Behandlung dazu beitragen, ein mögliches Restrisiko einer Übertragung über Gegenstände auszuräumen:

  • Gründliche Reinigung von Bürsten, Kämmen oder Haarspangen mit heißer Seifenlösung.
  • Bettwäsche, Handtücher und Kleidung wechseln und bei 60° Celsius waschen.
  • Mützen, Schals, Kuscheltiere – eben alles, was schlecht waschbar ist, doch worauf Läuse gelangt sein könnten – drei Tage lang in geschlossenen Plastikbeuteln aufbewahren. Eine zusätzliche Behandlung mit Insektiziden ist überflüssig und kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, wenn beispielsweise Kleinkinder die Objekte ablecken.  Alternative: Die verlausten Gegenstände zwei Tage lang bei -18° in der Tiefkühltruhe lagern.