Haptoglobin: Bindet roten Blutfarbstoff

Haptoglobin ist ein Eiweiß, das im Blut freies Hämoglobin bindet. Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff
aktualisiert am 30.03.2017

Bei einer Infektion mit Malaria (durch eine solche Anopheles-Mücke) kann der Haptoglobin-Wert zum Beispiel erniedrigt sein

doc-stock GmbH/Jim Gathany

Kurz gesagt:

Haptoglobin bindet und transportiert im Blutplasma Hämoglobin, das aus absterbenden roten Blutzellen in die Blutflüssigkeit gewandert ist. Erniedrigtes Haptoglobin ist ein empfindlicher Marker für eine krankhafte "Hämolyse", also eine vermehrte Auflösung von roten Blutzellen.

Was ist Haptoglobin?

Haptoglobin ist ein Eiweißmolekül, das von der Leber gebildet und in das Blutplasma abgegeben wird.

Dieses Eiweiß bindet "freies" Hämoglobin und transportiert es zu spezialisierten Zellen im Bindegewebe, dem "Retikulohistiozytären System". Freies Hämoglobin entsteht, wenn alternde oder geschädigte rote Blutzellen absterben und der Sauerstofftransporter Hämoglobin aus den Zellen in das Blutplasma wandert. Haptoglobin fängt dieses Hämoglobin auf, um zu verhindern, dass das freie Hämoglobin die Nieren schädigt und das darin enthaltene Eisen über die Nieren ausgeschieden wird.

Welcher Wert ist normal?

Der Normalbereich liegt zwischen 0,30 und 2,00  g/l.

Für Neugeborene, Säuglinge und Kinder gelten niedrigere Normwerte.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Niedrige Werte sind der empfindlichste Marker für jede Form der Auflösung von roten Blutkörperchen im Gefäßsystem (Hämolyse).

Mögliche Ursachen sind beispielsweise hämolytische Anämien (bei Autoimmunerkrankungen, genetischen Erkrankungen wie Thalassämie, Malaria), Vergiftungen, Verbrennungen und künstliche Herzklappen.

Auch bei einer schweren Funktionsstörung der Leber, wenn das geschädigte Organ zu wenig Haptoglobin produziert, kann der Wert erniedrigt sein.

Wann ist der Wert zu hoch?

Zu hohe Werte kommen bei akuten Entzündungen, Nekrosen, Tumoren und Gallenstauung vor. Das Haptoglobin ist aber für keine dieser Erkrankungen spezifisch. 

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München


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