Scheidenkrebs: Therapie

Die Therapie hängt vom Stadium der Tumorerkrankung ab. Bei Scheidenkarzinomen steht als erste Behandlung vor allem die Strahlentherapie im Vordergrund. Besonders im Stadium I kommt auch primär eine Operation in Betracht

aktualisiert am 11.04.2018

Scheidenkrebs: Durch eine Operation wird bösartiges Tumorgewebe entfernt


Wie Scheidenkrebs im Einzelfall behandelt wird, hängt von der Lage, der Größe und der Ausbreitung des Tumors ab. Auch der Allgemeinzustand der Patientin sowie der zu erwartende Erfolg des Eingriffs spielen bei der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Therapie eine Rolle.

In den Anfangsstadien der Erkrankung sind die Behandlungserfolge durch Operation und Strahlentherapie vergleichbar gut.

Ist der Tumor noch nicht tief in das Gewebe der Scheide eingedrungen, reicht oft eine lokale chirurgische Entfernung des Tumors (Exzision). Ist der Scheidenkrebs jedoch weiter fortgeschritten, muss gegebenenfalls ein Teil oder die gesamte Vagina entfernt werden. Ist dies der Fall, ist je nach persönlicher Situation und den Wünschen der betroffenen Patientin die Bildung einer künstlichen Scheide (zum Beispiel aus Dickdarmgewebe) möglich.

Nach einer Operation kann eine anschließende Strahlentherapie sinnvoll sein. Dadurch können noch im Körper verbliebene Krebszellen zerstört werden. Eine Strahlentherapie kann dem chirurgischen Eingriff auch vorausgehen, um beispielsweise die Größe des zu operierenden Tumors zu verkleinern.

In fortgeschrittenen Tumorstadien, oder wenn eine Operation nicht möglich ist, stellt die Strahlentherapie die Therapie der Wahl dar. Insgesamt kommt sie bei etwa 80 Prozent aller Patientinnen mit Scheidenkarzinom zum Einsatz.

Im Gegensatz zu anderen Krebsarten spielt die Chemotherapie bei Scheidenkrebs eine untergeordnete Rolle. Wenn, dann wird sie meist in Kombination mit einer Bestrahlung eingesetzt.