Halloweenverkleidung, aber bitte schadstoffarm

Reizende Inhaltsstoffe in der Schminke, kratzige Kostüme und übel riechende Masken: Wie Sie böse gesundheitliche Überraschungen an Halloween vermeiden

von Nadja Katzenberger, aktualisiert am 02.11.2015

Gruseln ohne böses Erwachen: Mit richtiger Schminke und Kostüm möglich


Am 31. Oktober ist Halloween. Dann sind schräge Kostüme und Bemalungen gefragt. Der Aufwand für ein Party-Outfit ist in den vergangenen Jahren bei Kindern und Erwachsenen gestiegen. Ein bisschen heller Puder, ein weißer Pulli und weiße Jeans reichen längst nicht mehr für einen Auftritt als Gespenst. Verbreitet sind großflächige, geschminkte Wunden, Monsterhände aus Gummi oder das Ganzkörper-Spiderman-Dress. Aber ist so eine aufwendige Ausstattung gesundheitlich unbedenklich? Schließlich läuft man stundenlang mit dicker Spezialschminke herum oder schwitzt unter der Maske oder dem Kostüm. Drei Experten geben Tipps. Damit es am Tag nach Halloween kein gruseliges Erwachen gibt, weil die Haut juckt oder der Kopf wegen Dämpfen aus der Kostümierung schmerzt.

Schaurige Überraschungen mit der Schminke verhindern

Teufels-Fratzen, eiternde Pusteln, oder bleiche Vampirgesichter – mit den passenden Produkten aus dem Fachhandel lässt sich alles schminken. Grundsätzlich unterliegt Karnevals- oder Halloween-Schminke den gleichen Anforderungen wie normales Make-up. In Bezug auf allergische Reaktionen ist daher ähnliches zu erwarten wie von alltäglichen Pflegeprodukten. "Wir empfehlen, Produkte einer Palette zu kaufen und nicht Farben verschiedener Hersteller zu mischen", sagt Dr. Greta Dau, Lebensmittelchemikerin beim TÜV Rheinland. So lässt sich am ehesten ausschließen, dass die Produkte ungünstig miteinander reagieren und die Haut reizen. Wer empfindliche Haut hat oder nicht weiß, ob er reagiert, kann die Farben einen Tag vorher an einer neutralen Stelle testen, zum Beispiel in der Armbeuge. Rötet sich dort die Haut oder juckt, sollte man diese Schminke lieber nicht verwenden.

Im Kosmetikschrank liegen noch Reste vom letzten Halloween oder vom Fasching? Dann auf jeden Fall prüfen, ob sie noch in Ordnung ist: "Nicht mehr verwenden sollte man Produkte die schimmeln, unangenehm riechen, sich zersetzen oder stark ausgetrocknet sind", sagt Dau. Auch der Inhalt aufgeblähter Packungen gehört in den Müll. 

Dau verweist außerdem auf das Symbol mit dem geöffneten Tiegel (siehe Bild links), das auf jedem Kosmetik-Produkt zu finden ist. Die Zahl im Tiegel gibt an, wie viele Monate oder Jahre Creme oder Make-up nach dem Öffnen haltbar sind. In der Regel sind es neun bis zwölf Monate. Auch wenn die Schminke noch gut aussieht: "Nicht alle Veränderungen sind optisch wahrnehmbar, etwa eine Verkeimung durch Mikroorganismen", erklärt Dau. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, benutzt deshalb keine abgelaufenen Produkte.

Vorher und nachher richtig pflegen

Sollte man sich vor dem Aufmalen seiner Halloween-Erscheinung mit der normalen Tagespflege eincremen? Nein, sagt Chemikerin Dau. "Eine Creme weicht die Haut auf und macht sie aufnahmefähiger. Pigmente und Schadstoffe können sich besonders gut in den Poren festsetzen." Spezialmake-up also lieber direkt auftragen: Ist die Haut gesund und die natürliche Hautbarriere in Takt, gelangt davon nichts bedenklich tief in die Haut. Wichtig ist jedoch gründliches Abschminken am Abend. Kinderschminke ist wasserlöslich und lässt sich schon mit einem feuchten Waschlappen entfernen. Fettlöslichen Produkten ist mit Wasser nicht beizukommen. Um sie abzunehmen, braucht es Waschgel oder eine Reinigungsmilch.

Schadstoffe aus Masken vermeiden

Halloween-Masken können Schadstoffe, etwa Lösungsmittel, enthalten, die in die Haut übertreten – migrieren, wie es in der Fachsprache heißt. Besonders leicht passiert das zum Beispiel beim Lösungsmittel Chlorphenol, wenn jemand unter der Maske eine reichhaltige – also fettreiche – Creme aufgelegt hat. Fetthaltiges zieht solche Stoffe quasi an. Meist bleibt der Kontakt ohne spürbare Folgen. Personen, die jedoch bereits auf einen solchen Stoff sensibilisiert sind, entwickeln ein Kontaktekzem. Gerade im Gesicht ist das sehr unangenehm. Wer empfindliche Haut hat oder unter einer Hautkrankheit leidet, sollte besonders vorsichtig sein.

Bei Halloween-Masken kommt es auch auf den Geruch an: "Je weniger die Maske riecht, desto weniger Schadstoffe sind meist drin", sagt Gunther Bier, Sachverständiger beim TÜV Rheinland. Sein Tipp: Eine neue Maske mindestens einen Tag auslüften lassen, damit sich die enthaltenen Lösungsmittel verflüchtigen können.

Kostüme mit Bedacht auswählen

"Behandeln Sie Ihr Halloween-Kostüm wie ein normales Kleidungsstück und waschen Sie es vor dem ersten Tragen", sagt Bier. Er rät außerdem, das Kostüm nicht direkt auf der Haut zu tragen. Viele Halloween-Verkleidungen sind aus synthetischen Materialien oder enthalten Farbstoffe, die die Haut reizen können.

Kinderkostüme bis Kleidergröße 176 gelten als Spielzeug. Sie müssen den Anforderungen der Spielzeugrichtlinie genügen und das CE-Zeichen tragen. Das heißt, das Produkt entspricht den gesetzlichen Anforderungen der EU zur Gewährleistung von Gesundheitsschutz, Sicherheit und Umweltschutz. Kostüme für Erwachsene sind dagegen als Bekleidung eingestuft. Beim Kauf, sagt Experte Bier, solle man darauf achten, dass der "Inverkehrbringer" auf dem Etikett oder der Packung vermerkt ist. Dieser Verkäufer, nicht der Hersteller, ist der erste Ansprechpartner im Falle einer Reklamation.

Brandgefahr durch die Verkleidung eindämmen

Kleidung brennt schnell – unabhängig von Kaufpreis, Material oder Marke, wie ein umfangreicher Test der Stiftung Warentest gezeigt hat. Viele Kostüme oder Perücken seien aber mittlerweile schwer entflammbar, weil Hersteller erlaubte Flammschutzmittel einsetzten, berichtet Bier. Auch bei Luftschlangen und Girlanden kann man auf schwer entflammbare Produkte achten, sie tragen den Aufdruck "B1". Silvia Darmstädter vom Deutschen Feuerwehrverband in Berlin rät außerdem:

  • Keine Masken aus leicht brennbarem Material wie Papier oder Kunststoff tragen
  • Deko-Material nicht in unmittelbarer Nähe zu Kerzen, Heizstrahlern oder Glühbirnen aufstellen
  • Vorsicht bei offenem Feuer in dekorierten Räumen: Kerzen und Lampions so anbringen, dass keine Dekoartikel mit ihnen in Kontakt kommen können – und auch keine Kostüme, etwa beim Tanzen
  • Löschmittel bereit halten: ein Eimer mit Wasser, Feuerlöscher und Feuerlöschspray
  • Bei größeren Partys: Notausgänge deutlich kennzeichnen und diese nicht abschließen; Aschenbecher aufstellen, damit niemand auf den Boden ascht, und deren Inhalt in Blecheimer entleeren

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