Tattoos: Tipps zu Nachsorge und Pflege

Endlich die ersehnte Tätowierung! Aber Vorsicht: Wer das frische Tattoo nicht sorgfältig pflegt, kann Probleme bekommen. Die Wunde kann sich zum Beispiel infizieren
von Sandra Schmid, aktualisiert am 17.10.2016

Schützen Sie Ihr Tattoo anfangs vor Sonne und Schmutz

Thinkstock/Hemera

Die Zeiten, in denen Tätowierungen das Zeichen eines Gefängnisaufenthalts oder zumindest reichlich zwielichter Lebenserfahrung waren, sind längst vorbei. Heute gehören Tattoos bei vielen Menschen zum Lifestyle – auch wenn sie gesundheitlich nicht unbedenklich sind. Ob Einhörner am Knöchel, Biene um den Bauchnabel oder der Name der Geliebten auf dem Rücken: die bunten Hautbilder sind inzwischen weit verbreitet. Doch egal, welches Motiv den Frauen- oder Männerkörper ziert – auf eine gute Nachsorge und Pflege sollten alle Tattoo-Liebhaber achten.

Steril und luftdurchlässig verbinden

"Eine frische Tätowierung ist wie eine oberflächliche Hautwunde zu betrachten", sagt Dr. Sonja Christine Molin, Hautärztin an der Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie in München. Bei der Nachsorge haben zwei Dinge oberste Priorität: Die Wunde muss heilen und eine Wundinfektion muss vermieden werden.

"Ähnlich wie bei oberflächlichen Schürfwunden wird es zum Austreten von Wundsekret und zur Ausbildung von Krusten kommen", so Molin. "Die Verwendung von trockenem, sterilem, aber luftdurchlässigen Verbandsmaterial oder Pflastern kann helfen, das Wundsekret aufzufangen und die Wunde vor Kontakt, beispielsweise mit Kleidung, zu schützen."

"Das Verbandsmaterial kann nach ein bis zwei Tagen abgenommen werden, falls das Tattoo nicht an mechanisch beanspruchter Stelle sitzt und vor Scherkräften wie beispielsweise am Gesäß geschützt werden muss", meint die Münchner Hautärztin Dr. Juliane Habig. "In diesen Fällen sollte der Verband länger drauf bleiben, aber regelmäßig gewechselt werden." Tätowierer decken das Tattoo bisweilen mit einer Frischhaltefolie ab. Dr. Juliane Habig sieht das als Hautärztin skeptisch: "Darunter staut sich nur Feuchtigkeit und Wärme. Daraus kann sich eine feuchte Wundkammer bilden."

Cremes sollen Verkleben des Verbands verhindern

Auch bei regulären Verbandsmaterialien können unter Umständen Probleme entstehen: Wundsekret und Krusten trocknen manchmal an der verwendeten Wundauflage an und werden dann bei Verbands- oder Pflasterwechsel immer wieder mit abgerissen. "Weil das nicht förderlich für eine Heilung ist, empfiehlt es sich hier, eine dünne Zwischenschicht Creme oder aber eine Fettgaze anzuwenden", rät die Dermatologin Molin. Sie empfiehlt eine Wund- und Heilsalbe, auf keinen Fall zu fette Salben.

Parfümierte Duschgels oder andere irritierende Substanzen sollten nicht in Kontakt mit der Wunde kommen. "Übermäßiger Wasserkontakt ist ebenfalls nicht förderlich für die Wundheilung", so Molin. Es sollte laut der Hautärztin bei einem kurzen Abduschen oder -waschen der jeweiligen Region bleiben. Nach dem Waschen vorsichtig abtupfen, nicht rubbeln! Dazu ein Tuch verwenden, das nicht fusselt.

Auf Hygiene achten

So groß die Versuchung ist: Fassen Sie das frische Tattoo möglichst nicht an. Wenn Sie die Wunde verbinden, waschen Sie sich vorher gründlich die Hände. Ein frisches Tattoo kann sich unter Umständen schlimm entzünden. "Wie bei jeder anderen Wunde auch können Infektionen, Hautreizungen oder Narbenbildung auftreten", so Molin. Deswegen dürfen auch die Bewunderer das Tattoo zunächst nicht berühren.

"Unabhängig von der Nachsorge kann es aber auch zu Allergien, Lymphknotenschwellung und Knotenbildung in der Haut kommen, und natürlich zur Übertragung von Krankheiten", gibt Molin außerdem zu bedenken. Man sollte sich daher genauestens über die Hygienestandards des Studios informieren, in dem man sich tätowieren lassen will. Erkundigen Sie sich auch, welche Farbstoffe für die Tattoos verwendet werden und ob diese unbedenklich sind.

Vorsicht vor Sonne, Wasser und Schweiß

Besuche im Schwimmbad, im Fitness-Studio oder in der Sauna sind mit einem frischen Tattoo tabu. Verzichten Sie die erste Zeit auch auf ein Vollbad und auf Sport, vor allem wenn Sie dabei ins Schwitzen kommen.

Und ein Sonnenbad, um den neuen Körperschmuck zu präsentieren oder ein Solariumsbesuch? Wer nicht ganz darauf verzichten will, muss zumindest eine Weile damit warten: "Sonnenlichtbestrahlung sollte sogar über mehrere Wochen vermieden werden", so Molin. Tritt eine Infektion auf oder heilt die Wunde nicht ab, müssen Sie schnell handeln. Suchen Sie bei den ersten Anzeichen einen Arzt auf.

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