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Maniküre für perfekte Nägel

Schöne Fingernägel lassen die Hände gepflegt wirken. Tipps fürs Feilen, Lackieren, Peelen und Cremen

von Margit Hiebl, 02.01.2019
Maniküre

Gepflegte Hände mit perfekten Fingernägeln sind ein Hingucker


Lang und spitz oder kurz und rund? Beide Nagelformen sind zurzeit angesagt. Wichtig: das richtige Handwerkszeug. Sibylle Wachsmuth-Melm, Apothekerin aus Oerlinghausen, rät zu Glasfeilen. "Sie feilen feiner, da wirkt die Nagelkante wie versiegelt." Aus diesem Grund darf man mit ihr – als einziger Feile überhaupt – nicht nur in eine Richtung, sondern hin und her feilen.

Weiterer Vorteil: Wegen ihrer relativ glatten Oberfläche sind sie besser zu reinigen. Einfach mit Wasser säubern, dann eine Desinfektionslösung darübergeben und trocknen lassen. Einziger Nachteil: Da sie relativ dick sind, gelangt man nicht so gut an die Ecken.

Metallfeilen sind dünner und aus hygienischen Gründen eher letzte Wahl. Aus der rauen Oberfläche lassen sich Verunreinigungen schlecht entfernen. "Sandpapierfeilen sind grundsätzlich hygienischer, wenn man sie als Einmalfeilen nutzt", sagt Wachsmuth-Melm. Sie sind aber relativ rau und deswegen eher für die Zehennägel geeignet.

Farbwechsel

Nägeln schadet weniger der Lack, sondern das Entfernen der Farbe. Deshalb immer möglichst sanften Nagellackentferner wählen, der acetonfrei ist und rückfettende Stoffe enthält. Dunkle Lacke und solche mit Glitzerpartikeln lassen sich damit aber häufig nicht schnell und gründlich beseitigen. Kleiner Trick: Wattepad tränken und eine halbe Minute auf den Nagel legen, so wird der Lack angelöst und lässt sich leichter abstreifen. Anschließend Hände waschen.

Restliche Partikel und überschüssige Hautschüppchen entfernen zum Beispiel Handpeelings. "Mit dem Salz- und Ölgemisch Nagelfläche und Nagelhaut besonders sorgfältig abrubbeln", sagt Apothekerin Sibylle Wachsmuth-Melm. Ist die Haut eher trocken, nimmt man besser ein mildes Gesichtspeeling oder eine Nagelbürste – idealerweise eine mit synthetischen Borsten. Auf ihrer glatten Oberfläche tummeln sich weniger Bakterien als auf Naturborsten. Die Bürste sorgfältig säubern und an der Luft trocknen lassen.

Sind die Hände sehr rau und angegriffen, empfiehlt die Münchner Dermatologin Dr. Elisabeth Schuhmachers ein Paraffinbad. Dazu vorher die Hände eincremen, dann in das warme Paraffin halten, das sich wie ein Handschuh über die Haut legt. Durch die Wärme öffnen sich die Poren, und Feuchtigkeit wird besser aufgenommen. Alles, was man dafür braucht, gibt es auch in der Apotheke.

Rahmenbedingungen

Die Nagelhaut schützt das Nagelbett vor Pilzen und Bakterien, deshalb sollte man sie nicht schneiden. "Sonst entsteht ein Infektionsrisiko", sagt Wachsmuth-Melm. Besser: mit einem Rosenholzstäbchen sanft zurückschieben. "Auch hier darauf achten, dass die Nagelhaut nicht verletzt wird", so die Apothekerin.

Vorher Nagelhautentferner oder Nagelöl auftragen, rät auch Dermatologin Schuhmachers. Beides mache Nagelhaut und -falz geschmeidig. Mit Bodylotion klappt das auch, doch Öl lässt sich leichter einmassieren. Ideal sind Mandel- oder Rizinusöl, die es in der Apotheke gibt.

Die Nagelhaut ist eingerissen? Dann eine Creme auftragen, die die Wundheilung fördert und antiseptische Wirkstoffe enthält. Apothekerin Wachsmuth- Melm: "Lieber kein Risiko eingehen, denn über eine Nagelbettentzündung können Keime eindringen."
Sollte doch einmal ein Hautstückchen überstehen, das einreißen könnte: vorsichtig mit einer frisch desinfizierten Nagelhautschere abnehmen.

Farbcode

Grundlage für die perfekte Lackierung: Die Nägel müssen trocken und fettfrei sein. Dazu kurz die Fingerspitzen in ein Bad aus drei Teilen Wasser und einem Teil Essig halten und sorgfältig abtrocknen. Dann als erste Schicht Unterlack auftragen, er macht die Nagelfläche ebenmäßig. Bei ausgeprägten Rillen helfen sogenannte Rillenfüller, die etwas dickflüssiger sind. Viele Profis greifen generell dazu, weil sich die Farbe dann noch gleichmäßiger auftragen lässt. Lacklose Alternative: Die Nagel­oberfläche mit einer Polierfeile glätten. Das sorgt auch gleich für Glanz.

Wer Lack liebt, kommt diesen Herbst nicht an Gold, dunklem Rot, Glitzerlack und Nude-Tönen vorbei. Aufgetragen wird in ein bis zwei dünnen Schichten. Wichtig: jede gut durchtrocknen lassen, mindestens je 30 Minuten – so hält der Lack länger, und die Gefahr von Patzern ist geringer. Föhnen ist übrigens keine gute Idee, das lässt den Lack streifig aussehen. Den Abschluss bildet eine Schicht Überlack – für Extraglanz und Haltbarkeit. Tipp gegen Absplittern: entlang der Nagelspitze einmal quer streichen.

Spezial-Fälle

Sind Nägel weich oder brüchig, kann das verschiedene Gründe haben. Zum Beispiel der Umgang mit scharfen Putzmitteln. Aber auch bestimmte Medikamente können die Nägel verändern. Wer regelmäßig Arzneimittel einnimmt und Veränderungen an den Nägeln bemerkt, sollte das auf jeden Fall mit seinem Arzt besprechen.

Kurzfristig helfen unter Umständen Lacke, die mit Mineralstoffen den Nagel stärken. Langfristig kann eine Kur mit Nahrungsergänzungsmitteln, die Wirkstoffe wie Biotin, Hirseextrakt und Antioxidanzien enthalten, etwas bewirken. Auch hilfreich: täglich 2,5 Milli­gramm Biotin pur. Allerdings muss man Geduld haben. "Es dauert mindestens einen Monat, bis man eine deut­liche Besserung sieht", so Apothekerin Wachsmuth-Melm.

Anderes Problem: Nagelpilz – erkennbar an einer gelblichen oder rötlichen Verfärbung der Nagelplatte. Ob es sich wirklich um einen Pilz handelt, sollte man bei einem Arzt abklären lassen. In der Apotheke gibt es für diesen Fall spezielle Lacke und Lösungen.                  

Richtig cremen

"Die Hände sind – wie das Gesicht – immer draußen und daher hohen UV-Dosen ausgesetzt", sagt Haut­ärztin Schuhmachers. Zudem sei die Haut dort sehr dünn und habe wenig Talgdrüsen. Sie altere daher besonders schnell.

Ihr Rezept, um diesen Prozess zu verlangsamen: konsequent cremen, mindestens nach jedem Waschen. Dazu auf rückfettende Waschlotionen umsteigen – gerade jetzt, wenn Heizungsluft drinnen und Kälte draußen die Haut stark austrocknen. Die Cremes sollten lipidreich sein, außerdem befeuchtende Stoffe wie Urea, Glyzerin, Hyaluronsäure oder Squalane enthalten. Auch wichtig: UV-Filter, der vor Pigmentflecken und Falten schützt.

Damit die Handcreme gut einzieht, kann man vorher ein mildes Peeling verwenden. Aber nur bei intakter Haut – bei rissigen Händen oder Ekzemen rät die Ärztin davon ab. Sind die Hände sehr trocken, die Creme ruhig dicker auftragen, dünne Baumwollhandschuhe anziehen und über Nacht einwirken lassen.

Oder eine Handmaske anrühren.
5 Esslöffel Speisequark, 1 Eigelb, 3 Esslöffel Mandelöl mischen, auftragen, 20 Minuten einwirken lassen.