Fünf Tipps für gepflegte Augen

Dunkle Schatten, Mimikfältchen und Tränensäcke sieht niemand gerne beim Blick in den Spiegel. Wir geben Schmink-Tipps für fünf typische Augen-Probleme
von Ulrike Kleiner, 26.04.2017

Hingucker: Schöne Augen sind kein Hexenwerk

W&B / Thomas von Aagh

Die Haut in der Augenregion glatt zu halten ist eine echte Herausforderung. Denn geschmeidig machender Talg und festigendes Unterhautfett fehlen dort fast komplett. Gleichzeitig sind Haut und Muskeln aber ständig in Bewegung, zum Beispiel blinzeln wir etwa 30.000 Mal am Tag. Die Folge: Rund um die Augen büßt die Haut schon früh Elastizität und Spannkraft ein.

"Los geht es meist mit ersten Fältchen am äußeren Auge", erläutert Dr. Melanie Hartmann, Hautärztin in Hamburg. "Je nach Lebensweise und Veranlagung kommen dunkle Ringe und Schwellungen hinzu." Manche Frauen erscheinen dann in Hartmanns Praxis und wünschen sich den frischen Blick von einst zurück – manchmal auch mithilfe von Laser oder Unterspritzung. Doch Sie können selbst viel tun, damit Probleme wie Krähenfüße und Augenringe gar nicht erst entstehen.

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1. Hautalterung

Was passiert? Die Zeit bringt es leider mit sich, dass der Teint um die Augen unregelmäßiger und fleckiger, die Haut dünner und unelastischer wird. "Die Stützfunktion des Bindegewebes lässt nach, die Haut verliert an Volumen, die Versorgung mit Nährstoffen wird schlechter", erklärt Ärztin Hartmann. Ein ungesunder Lebensstil tut ein Übriges: "Sonnenbäder, Nikotin, Alkohol und wenig Schlaf, gepaart mit schlechter, einseitiger Ernährung, beschleunigen die physiologisch bedingten Alterungsprozesse."

Was hilft? Die Hautärztin rät ab einem Alter von 30 Jahren zu einer reichhaltigen Augenpflege mit cremiger Konsistenz. Dann profitiert die Haut zudem von Anti-Aging-Wirkstoffen, die die Kollagen- und Elastinbildung sowie die Zellerneuerung anregen. Dazu zählen etwa Peptide, Niacinamid (Vitamin B3), Vitamin C und Spurenelemente. Wer die Augen jung halten will, sollte außerdem den Schatten bevorzugen. "Tragen Sie eine XL-Sonnenbrille, und achten Sie auf UV-Filter in der Augencreme", rät Hartmann. Anne Burth, Apothekerin und Kosmetikfachberaterin aus Wangen, bekräftigt: "Die Augen vor direkter Sonne zu schützen ist neben einem gesunden Lebensstil die beste Falten-Vorbeugung, die es gibt." Jenseits der 50 wird die Haut oft trockener. Dann empfiehlt Burth für die Augenpartie Balsame, die schützen, den Fettmangel ausgleichen und die Hautdichte verbessern.

 


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2. Augenringe

Woher kommen sie? Das hängt davon ab, ob sie eher bläulich oder bräunlich schimmern. Bläuliche Schatten entstehen, wenn durch den Abbau von Fettgewebe die Haut unter den Augen dünner wird und die darunterliegende Muskulatur hindurchscheint. Bei bräunlichen Augenringen dagegen ist die Haut übermäßig pigmentiert, sie sind häufig angeboren.

Was hilft? Wirkstoffe, die die Mikrozirkulation anregen, sollen bläuliche Schatten mildern. "Ein bewährter Wirkstoff ist Koffein", so Apothekerin Burth. Weil sich der Effekt aber nur langsam aufbaut, sind Anti-Augenringe-Fluids mit leichter Tönung ein guter Tipp. Hartmann schlägt vor: "Tupfen Sie etwas gelbe Abdeckcreme über das Tages-Make-up, oder mischen Sie Feuchtigkeitslotion mit cremefarbenem Lidschattenpuder." Bräunliche Schatten dagegen werden mit depigmentierenden – die Hautfarbe entfernenden – Augencremes, etwa mit Resorcinol, langsam heller. "Dafür sollten Sie die Creme täglich morgens und abends auftragen und das drei Monate durchhalten", erläutert Expertin Burth.

 


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3. Trockenheitsfältchen

Woher kommen sie? Rund um die Augen ist die Haut so dünn, dass sie Feuchtigkeit kaum speichern kann. Kommen zusätzlich Wind, Kälte und trockene Luft ins Spiel, wird das Wasser in der Haut schnell knapp. Ob Feuchtigkeit fehlt, findet Anne Burth bei ihren Kunden mit einem Griff schnell heraus. "Wenn ich die Wangenpartie leicht anhebe, bilden sich dann feine, quer verlaufende Linien", sagt die Apothekerin.

Was hilft? "Im Idealfall bekommt die Haut schon ab Mitte 20 Unterstützung von außen", sagt Dermatologin Hartmann. Ihr Tipp: unter dem Auge, im äußeren Augenwinkel und  unterhalb der Brauen täglich ein fettfreies Augenfluid oder -gel einklopfen. In diesen Frischmachern stecken effiziente Feuchtigkeitsspender wie Aloe vera, Hyaluronsäure, Algenextrakte oder Harnstoff. Von Zeit zu Zeit darf es auch ein bisschen mehr davon sein, etwa mit speziellen Augenmasken und -pads. Sie wirken wie ein Cremebad für trockene Haut.

 


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4. Tränensäcke

Woher kommen sie? Für die unschönen Schwellungen gibt es viele Gründe. Manchmal ist der Abfluss der Lymphe gestört, dann bilden sich Ödeme – etwa, wenn die Nacht zu kurz war. Manchmal quellen die Fettansammlungen derart auf, dass sie die Sicht einschränken. Wenn der Unterlidmuskel mit den Jahren schwächer wird, können die Augenfettkörperchen nach unten absacken.

Was hilft? "Dann hilft nur das Skalpell", sagt Dermatologin Hartmann. Bei vorübergehenden Schwellungen können spezielle Produkte aus der Apotheke ausreichen. Burth empfiehlt kühlende Augen-Roll-ons und -gele mit Extrakten aus Rosskastanie. "Solche Gerbstoffe verengen die Gefäße und fördern den Rückfluss der Lymphe." Hausmittel wie eiskalte Löffelrücken und Schwarzteebeutel machen unter dem Auge wieder "schlank". "Für zehn Minuten auflegen und das Gesicht dabei komplett entspannen", empfiehlt Burth. Eine Akupressur-Massage entstaut ebenfalls.

 


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5. Krähenfüße

Woher kommen sie? Die strahlenförmigen Falten am äußeren Auge bekommen nicht nur Menschen, die viel lachen. Oft sind die Fältchen eine Folge von stetem Zukneifen der Augen, etwa weil die Sehkraft nachlässt oder die Sonne blendet. "Durch die Mimik knickt die Haut immer an derselben Stelle ein", sagt Hartmann. Da die Haut direkt auf dem Muskel liegt und sich der Muskel irgendwann nicht mehr ganz entspannt, behält sie die Falten bei. Wenn die üblichen Alterserscheinungen hinzukommen, prägt sich die zunächst feine Zeichnung immer tiefer ein.

Was hilft? Alles, was die Haut von innen aufpolstert, lässt die Linien sanfter erscheinen – zum Beispiel Hyaluronsäure. Wirkstoffe wie Argireline, die Haut und Muskeln entspannen, glätten ebenfalls. Augencremes für die Nacht mit Anti-Aging-Wirkstoffen wie Retinol (Vitamin A) regen die Zellerneuerung an und stärken das Bindegewebe. Oder tragen Sie vor dem Schlafengehen ein Serum auf. Optisch kaschieren Cremes mit Silikonölen und Schimmerpigmenten die Höhen und Tiefen der Haut.

 


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Extra-Tipps für die Augen

So geht die Pflege nicht ins Auge

  • Auch die Augenregion kann überpflegt werden. Dermatologin Hartmann: "Zu viel Fett in der Creme führt zu Pickelchen. Man nennt das periokuläre Dermatitis. Unbedingt zum Hautarzt damit!"
  • Das Oberlid ist nicht ganz so pflegebedürftig: "Es liegt gut geschützt in der Beugeseite der Augen", sagt Hartmann. Deshalb nur Augencremes für reifere Haut rund um das ganze Auge auftragen.
  • Augenpflege ab 30 Jahren zweimal täglich auftragen: morgens etwas Leichteres wie ein Gel oder Fluid, abends eine reichhaltigere Creme benutzen.
  • Die Creme ist im Auge gelandet? Vorsichtig mit Wasser oder Kochsalzlösung ausspülen. Tropfen gegen trockene Augen eignen sich ebenfalls.
  • Beim Einsetzen von Kontaktlinsen die Augen maximal öffnen und möglichst nicht an den Lidern ziehen, um das zarte Bindegewebe nicht zu verletzen.

Richtig abschminken

  • "Zum Abschminken der Augen keine alkoholhaltigen Reinigungslösungen oder fettige Cremes verwenden", sagt Hartmann. Die Dermatologin empfiehlt, die sensible Hautpartie mit Mizellenlösung zu reinigen. Diese beseitigt Schmutz und Make-up ganz sanft.
  • Für empfindliche Augen oder Menschen mit Heuschnupfen sind Abschmink-Ampullen ideal. Die sterilen Einmaldosierungen kommen ohne Konservierungsstoffe aus. Daher müssen sie innerhalb von 24 Stunden aufgebraucht werden.
  • "Beim Abschminken bloß nicht zerren und reiben", sagt Burth. Besser ein Wattepad mit Abschminklotion tränken und für einige Sekunden leicht auf die Augen drücken. Wimpern vom Ansatz nach oben abstreifen, die Lider von innen nach außen ausstreichen.

Kleine Massage gefällig?

  • Drücken Sie mit der Kuppe des Mittelfingers auf den Punkt über dem inneren Augenwinkel unterhalb der Braue. Für einige Sekunden halten.
  • Wandern Sie nach unten zum inneren Augenwinkel, und drücken Sie wieder. Jetzt nacheinander in der Mitte am Unterlid, am äußeren Augenwinkel und am äußeren Ende der Augenbraue.
  • Umrunden Sie so beide Augenhöhlen drei- bis fünfmal.


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