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Kniebeschwerden: Hilfe aus der Apotheke

Um Entzündungen und Schmerzen im Knie selbst zu behandeln, gibt es mehrere Ansätze: Von Tabletten und Salben bis zu physikalischen Maßnahmen wie Kälte und Wärme

von Dr. Martin Allwang, 23.09.2019
Salbe gegen Knieschmerzen

Gut gecremt: Manche Entzündungshemmer können äußerlich angewendet werden


Medikamente zum Einnehmen

Entzündungshemmende Schmerzmittel: Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen hemmen die Bildung von entzündungsfördernden Stoffen im Körper und verringern so Schmerz und Entzündung. Auch wenn die Wirkstoffe rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, hat die Selbstbehandlung Grenzen. Nehmen Sie ohne ärztlichen Rat Schmerzmittel nicht öfter als zehnmal im Monat oder länger als drei Tage in Folge ein.

Alle Entzündungshemmer können den Magen schädigen, bis hin zum Magengeschwür. Neuere Studien haben außerdem gezeigt, dass die Gefahr von Herzinfarkten und Schlaganfällen durch die Einnahme von Ibuprofen und Diclofenac zunimmt. Daher sollten sich Patienten mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko ärztlich beraten lassen.

Paracetamol lindert Schmerzen, greift aber nicht in den Entzündungsprozess ein. Daher ist der Wirkstoff bei Kniebeschwerden nur eine Alternative für Menschen, die Entzündungshemmer nicht vertragen. Auch für Patienten, die Gerinnungshemmer einnehmen, ist Paracetamol eine Alternative, weil es keine Wechselwirkung zeigt.

Metamizol ist ein Schmerzmittel, das ebenfalls besser magenverträglich ist. Weil es aber in sehr seltenen Fällen sehr schwere Nebenwirkungen auslösen kann, ist der Wirkstoff verschreibungspflichtig.

Mittel zur äußerlichen Anwendung

Entzündungshemmer wie Diclofenac und Ibuprofen haben sich auch in der äußerlichen Anwendung bewährt, etwa als Schmerzsalbe oder Schmerzgel. Pflanzliche Alternativen sind Salben und Cremes mit Beinwell oder Arnika.

Wärme und Kälte

Bei akuten Beschwerden, die eventuell noch von Schwellung und einem Wärmegefühl begleitet sind, hilft die Anwendung von Kälte. Am praktischsten für die Anwendung sind Kältekompressen aus der Apotheke, die im Kühlschrank oder im Kühlfach heruntergekühlt werden. Wichtig: Wegen der Gefahr von Erfrierungen dürfen Sie eine Kühlkompresse niemals direkt auf die Haut legen, wickeln Sie sie immer in ein Geschirrtuch oder ähnliches.

Wärme hilft bei chronischen Beschwerden. Auch Patienten, deren Gelenkfunktion sich bei Wetterumschwüngen verschlechtert, profitieren oft von einer Wärmeanwendung. In der Apotheke gibt es Wärmekompressen, Kirschkernsäckchen oder auch Fangokompressen, die in der Mikrowelle auf die richtige Temperatur gebracht werden. Wichtig: Diabetiker mit Nervenempfindungsstörungen sollten die Temperatur vor der Anwendung mit einem Thermometer prüfen.

Die genannten Maßnahmen sollten Sie miteinander kombinieren, sodass Sie mit möglichst wenig Schmerzmitteleinnahmen zurecht kommen.

Schmerztherapie

Sind die Möglichkeiten der Selbsthilfe ausgereizt, dann sollten Sie sich möglichst bald mit Ihrem Hausarzt in Verbindung setzen. Er kann mit verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln für Linderung sorgen und die medikamentöse Behandlung mit anderen Maßnahmen kombinieren, damit Sie weiterhin Ihren Alltag bewältigen können und körperliche Aktivität möglich bleibt. Denn wenn Sie sich nicht bewegen, dann schadet das nicht nur dem Gelenk, es verliert auch die stützende Muskulatur, die für schmerzfreie Bewegung wichtig ist. Deshalb setzt Schonung einen Teufelskreis in Gang.


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