Bänderriss im Knie: Ursachen

Ursache für einen Bänderriss ist oft ein Sportunfall: Wirken dabei zu hohe Kräfte auf die Bänder des Kniegelenks ein, kommt es zu einer Dehnung oder Zerrung, einem Teilriss oder einer kompletten Durchtrennung eines Bandes. Auch Mehrfachverletzungen sind möglich
aktualisiert am 15.03.2017

Kehrseite des Pistenvergnügens: Ein Bänderriss im Knie, zum Beispiel eine Kreuzbandruptur, ist nicht selten die Folge eines Skiunfalls

istock/Nicolamargaret

Ein Bänderriss im Knie kann auftreten, wenn Bänder über ihre Elastizitätsgrenze hinaus strapaziert werden. Wird diese Grenze nur geringfügig überschritten, kommt es zu einer Dehnung oder einer Zerrung des Bands. Bei stärkerer Krafteinwirkung reißt das Band schließlich teilweise (Teilriss, Teilruptur) oder vollständig (komplette Ruptur, vollständiger Bänderriss).

Die ungesunde Krafteinwirkung entsteht meistens bei Unfällen, hauptsächlich Sportunfällen. Manchmal reißen dabei sogar mehrere Bänder gleichzeitig. Zusätzlich können Knorpel, Menisken, Gelenkkapsel oder Knochen verletzt sein.

Wissenschaftler nehmen an, dass manche Menschen ein höheres Risiko für Bänderrisse haben als andere. Die Ursachen sind nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise liegen sie zum Teil schon in den Erbanlagen. Frauen sind bezüglich vorderer Kreuzbandrisse (Kreuzbandrupturen) gefährdeter als Männer. Auch die individuelle Fitness spielt wohl eine Rolle. Das Risiko für Bandverletzungen steigt außerdem an, wenn das Aufwärmtraining vor dem Sport nur mangelhaft ist.

Typische Sportunfälle: So kommt es zu einem Bänderriss

Meistens reißen die Bänder im Knie – insbesondere das vordere Kreuzband – durch ein indirektes Trauma. Das bedeutet: Bei einem Sportunfall ist kein weiterer Sportler beteiligt. Der Betroffene schafft es ganz alleine, seine Bänder zu verletzen.

Das geschieht zum Beispiel bei einem Sprung oder einem allzu abrupten Richtungswechsel: Der Sportler stoppt aus vollem Lauf heraus ganz plötzlich, weil er seine Laufrichtung ändern möchte. Sein Fuß haftet fest auf dem Boden, das Knie ist gestreckt oder nur leicht gebeugt, das Bein in leichter "X-Bein-Stellung" – der Oberkörper wendet sich jedoch schon mit Schwung in die neue Richtung. Folge: Das Knie verdreht sich zu stark. Die Bänder geben nach. Sportarten wie Fußball, Handball, Basketball, Tennis oder Squash bieten reichlich Gelegenheit für solche verhängnisvollen Manöver.

Auch Skifahrer-Knie sind in Gefahr. Beispiel: Ein Skifahrer fährt in einem Bogen hangaufwärts. Da macht sich der Tal-Ski selbstständig und fährt – samt Fuß – in eine andere Richtung hangabwärts. Die Folge: Das Kniegelenk wird übermäßig nach außen überdreht, die Bänder strapaziert. Oder: Bei einem Sturz lösen sich die Bindungen nicht rechtzeitig. Die Skier fallen samt Füßen in unterschiedliche Richtungen und wirken wie ein Hebel auf das Kniegelenk, verstärken die Verdrehung über die Verletzungsgrenze hinaus.

Mehrfachverletzungen im Knie

Manchmal kommt es zur sogenannten "Unhappy Triad" – einer unglücklichen Dreifachverletzung von vorderem Kreuzband, Innenband und Innenmeniskus.

Der insgesamt seltenere hintere Kreuzbandriss (die hintere Kreuzbandruptur) entsteht häufiger durch direkte Traumen, also Gewalteinwirkung von außen: Dazu gehören Verkehrsunfälle oder Zusammenstöße zwischen den Spielern bei Mannschaftssportarten. Meistens ist die Knieverletzung dann insgesamt schlimmer: Außer dem hinteren Kreuzband sind oft noch weitere Gelenkstrukturen verletzt.


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