Bänderriss im Knie: Diagnose

Die Art des Unfalls und die Beschwerden lassen den Arzt meist schon an die Diagnose Bänderriss im Knie denken. Aufschlussreich ist die genaue Untersuchung des Kniegelenks. Röntgenuntersuchungen und Magnetresonanztomografie ergänzen die Diagnostik
aktualisiert am 15.03.2017

Untersuchung des Knies: Hat das Gelenk mehr Spiel als üblich? Dann könnte die Diagnose Bänderriss lauten

W&B/LiquidLibrary/ DynamicGraphics

Der Arzt erkundigt sich zunächst nach den Beschwerden des Patienten und nach möglichen Auslösern. Auch die Krankengeschichte des Patienten ist von Interesse. Häufig ging den Knieschmerzen unmittelbar ein Unfall oder Sportunfall voraus.

Aus der genauen Schilderung des Unfallhergangs und den charakteristischen Symptomen (siehe Kapitel Symptome) kann der Arzt manchmal schon auf eine Bänderverletzung schließen.

Untersuchung des Knies

Nach dem Gespräch mit dem Patienten wird der Arzt das Kniegelenk sorgfältig untersuchen. Ist eine Gelenkschwellung erkennbar, die zudem druckschmerzhaft ist, verstärkt dies den Verdacht auf einen Bänderriss im Knie.

Die Symptome bei einer Bandruptur können den Beschwerden bei einer Bänderdehnung ähneln. Deshalb wendet der Arzt bestimmte orthopädische Tests (Stabilitätsuntersuchungen) an. Sie helfen, diese Unterscheidung zu treffen. Diese Tests prüfen das Kniegelenk auf abnorme Beweglichkeit, also Überbeweglichkeiten. Ein unnatürlich großer Bewegungsspielraum im Knie deutet stark darauf hin, dass ein Band gerissen ist. Ist das Gelenk zum Beispiel seitlich "aufklappbar", hat es hier also mehr Spiel als üblich, könnte das auf die Verletzung eines Seitenbandes hindeuten.

Gängige Stabilitätstests sind der sogenannte Lachman-Test und der Schubladen-Test. Sie dienen zur Diagnose beziehungsweise zum Ausschluss von Kreuzbandrissen (Kreuzbandrupturen). Beim Schubladentest prüft der Arzt, ob der Unterschenkel gegenüber dem Oberschenkel stärker als üblich nach vorne oder nach hinten verschoben werden kann (Schubladenphänomen).

Da sich die Bewegungsspielräume im Knie von Person zu Person unterschieden, nehmen Mediziner als Vergleichswert für das normale Bewegungsausmaß das intakte Gelenk. Sie überprüfen also meistens sowohl das linke als auch das rechte Kniegelenk.

Bildgebende Verfahren

Deuten die Tests darauf hin, dass ein Bänderriss im Knie vorliegt, sind manchmal trotzdem weitere Untersuchungen notwendig, um die Diagnose zu sichern. Außerdem müssen meist Komplikationen wie Knochenverletzungen ausgeschlossen werden. Röntgen-Untersuchungen, eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT), Computertomografie (CT), Ultraschall-Untersuchungen oder eine Kniespiegelung (Gelenkspiegelung = Arthroskopie) können hier zum Einsatz kommen.

Gelenkpunktion

Hat sich ein großer Erguss im Kniegelenk gebildet, entnimmt der Arzt eventuell einen Teil der Flüssigkeit per Hohlnadel, um das Knie zu entlasten (Gelenkpunktion). Gleichzeitig liefert die Analyse der entnommenen Flüssigkeit Hinweise für die Diagnose: Findet sich Blut im Gelenkerguss, macht das einen Bänderriss wahrscheinlicher.


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