Kaktusfeige: Was unter der Schale steckt

Kaktusfeigen erinnern geschmacklich tatsächlich an Feigen. Die Tropenfrucht reift nicht nach – achten Sie auf weiche, unversehrte Früchte

aktualisiert am 21.11.2014

Kaktusfeigen: Schmecken süß-säuerlich und ein bisschen nach Feige


Inhaltsstoffe: Mineralstoffe und Vitamin C

Kaktusfeigen sind eine relativ kalorienarme Erfrischung. Sie enthalten unter anderem Kalium, Magnesium und Kalzium. Auch Vitamin E, B-Vitamine und Vitamin C kommen in ihnen vor.

Herkunft: Import aus Mexiko

Die Kaktusfeige stammt ursprünglich aus Amerika. In Mexiko und im tropischen Mittelamerika ist sie eine der ältesten Kulturpflanzen. Die Azteken verwendeten sie nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch zu Heilzwecken. Die spanischen Eroberer brachten die Pflanze im 16. Jahrhundert nach Europa. Kultivieren lässt sie sich in Gebieten mit tropischem und subtropischem Klima. An der Spitze der Weltproduktion steht Mexiko. Anbauländer neben den Staaten in Mittel- und Südamerika sind die Mittelmeerländer, Australien und Südafrika.

Botanik: Wuchernde Wasserspeicher

Die Kaktusfeige ist die Frucht vom Opuntienkaktus Opuntia ficus-indica aus der Familie der Kakteengewächse. Die wuchernden Pflanzen wachsen strauchig bis baumähnlich und werden mehrere Meter hoch. Winzige Dornen mit Widerhaken bedecken die scheibenförmigen grünen Sprossen. In den Sprossen speichert die Pflanze Wasser, von dem sie in Trockenzeiten lebt. Aus abgebrochenen Sprossen treiben neue Wurzeln aus, die auf dem Boden anwachsen und zu neuen Pflanzen werden können. Die Blüten erscheinen an den Seiten der Spross-Segmente. Sie sind gelb bis rot gefärbt und können bis zu acht Zentimeter lang werden. Insekten wie Bienen und Hummeln verteilen den Pollen von Blüte zu  Blüte. Aus befruchteten Blüten entwickeln sich die Kaktusfeigen. Ihre Schale ist je nach Sorte gelb, orange, dunkelbraun, rot oder grün. Reife Früchte sind weich und haben ein saftiges Fruchtfleisch. Sie schmecken süß-säuerlich und erinnern geschmacklich an Feigen. In ihrem Inneren beherbergen sie bis zu einige hundert braune Samen. Tiere, die die Früchte fressen und wieder ausscheiden, tragen zur Verbreitung bei.

Kaktusfeigen-Saison: Herbstlicher Genuss

Sommer und Herbst sind die besten Monate für den Genuss von Kaktusfeigen. Von Juli bis September ist in Deutschland Ware aus Italien im Handel. Früchte aus Spanien gibt es von August bis November. Israel und Kenia liefern ganzjährig.

Lagerung der Kaktusfeige: Sie reifen nicht nach

Sehr harte Früchte sind unreif und reifen auch nicht mehr nach. Zugreifen ist hingegen angesagt bei weichen und unversehrten Exemplaren. Zu achten ist besonders auf Verletzungen im oberen Bereich der Schale. Bei der Ernte können dort Risse entstehen, wenn die Pflücker die Früchte von den Bäumen abdrehen. Solche Früchte verderben rasch. Kühl gelagert sind Kaktusfeigen einige Tage haltbar.

Tipps zur Zubereitung: Löffeln wie eine Kiwi

In den Handel kommen Kaktusfeigen weitgehend befreit von den nahezu unsichtbaren Stacheln. Letzte verbliebene Dornen können aber für unangenehme Verletzungen an den Fingern sorgen. Die Früchte daher nur mit Handschuhen anfassen. Die feste Schale der Früchte ist ungenießbar und muss entfernt werden. Mit etwas Übung lassen sich Kaktusfeigen mit Messer und Gabel schälen. Dazu die Frucht auf eine Gabel spießen und mit dem Messer die beiden Enden entfernen. Dann mit dem Messer längst die Schale einschneiden und vom Fruchtfleisch abziehen. Kaktusfeigen können auch wie eine Kiwi halbiert und ausgelöffelt werden. Die kleinen dunklen Samen werden mitgegessen. Das Fruchtfleisch schmeckt besonders gut mit einigen Spritzern Zitronensaft. In Würfel geschnitten eignet es sich zur Dekoration von Süßspeisen und als Zutat für den Obstsalat. Zubereitet werden können die Früchte auch zu einem Sorbet oder Fruchtpüree. Eine Marmelade aus Kaktusfeigen ist eine exotische Alternative auf dem Frühstückstisch. Eine besondere Spezialität ist ein Likör.

 

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Nährwerttabelle: Kaktusfeige (pro 100 Gramm)


Energie


kcal
36

Fett


gesamt (g)
Spuren

Kohlenhydrate


gesamt (g)
7

Mineralstoffe (mg)


Natrium (Na)
3
Kalium (K)
90
Calcium (Ca)
30
Magnesium (Mg)
85
Phosphat (P)
25
Eisen (Fe)
0,3
Zink (Zn)
0,2

Vitamine


Beta-Carotin (µg)
50
Vitamin E (mg)
0,5
Vitamin B1 (mg)
0,02
Vitamin B2 (mg)
0,03
Vitamin B6 (mg)
0,11
Folsäure (µg)
7
Vitamin C (mg)
25

 

Quelle der Nährwertangaben: Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle