Malariaprophylaxe

Mückengitter, Moskitonetze, Anti-Mücken-Mittel – Mückenschutz ist die wichtigste Maßnahme, um sich vor einer Malaria-Infektion zu schützen. Ob eine medikamentöse Malaria-Prophylaxe (Chemoprophylaxe) sinnvoll ist, sollte individuell mit dem Arzt besprochen werden

aktualisiert am 25.01.2018

In Malaria-Risikogebieten am besten nur unter einem engmaschigen Moskitonetz schlafen – das hilft, Mücken fernzuhalten und damit Malaria vorzubeugen


Wer eine Reise in die Tropen oder Subtropen plant, sollte sich vorab gründlich über mögliche Gesundheitsgefahren in seinem Urlaubsland informieren. Hilfreich sind zum Beispiel Online-Informationen des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland (siehe Link am unteren Seitenrand) oder Angebote von Tropeninstituten. Hinweise zu Infektionskrankheiten sind auf der Homepage des Robert Koch-Instituts einzusehen. Der Hausarzt oder das Gesundheitsamt beraten individuell. Schwangere oder Kleinkinder sollten nach Möglichkeit gar nicht in Malaria-Gebiete reisen.

Ganz wichtig: Mückenschutz

Wer in ein Malaria-Risikogebiet reist, sollte auf einen umfassenden Mückenschutz achten. Anopheles-Mücken stechen hauptsächlich in der Dämmerung und nachts. Zu diesen Zeiten sollte man sich also möglichst wenig im Freien aufhalten. Eine gute mechanische Abwehr bieten Mückengitter und Moskitonetze. Dabei ist es wichtig, feinmaschige Netze zu verwenden und sie zusätzlich mit geeigneten Anti-Mücken-Mitteln einzusprühen oder zu imprägnieren. Zusätzlich helfen Räucherwerk und Insektizide, um Mücken abzuwehren oder abzutöten. Langärmelige Kleidung wappnet gegen Insektenstiche und -bisse. Auf unbedeckte Haut können sogenannte Repellents aufgetragen werden. Sie enthalten Inhaltsstoffe, die Mücken abwehren. Die Wirkzeit ist jedoch begrenzt. Bei der Auswahl geeigneter Präparate kann die Apotheke helfen.

Malaria-Prophylaxe mit Medikamenten

Je nach Reisegebiet kann auch eine Malaria-Vorbeugung mit Medikamenten (Chemoprophylaxe) sinnvoll sein. Welche Art der Vorbeugung im Einzelfall ratsam erscheint, weiß zum Beispiel der speziell geschulte Hausarzt oder ein Tropenmediziner. Es ist wichtig, die Wirkstoffe streng nach Anleitung einzunehmen und sie nicht frühzeitig abzusetzen, da es sonst zum verspäteten Ausbruch einer möglichen Malaria-Infektion kommen kann. Wichtig zu wissen: Eine Chemoprophylaxe schützt nicht zu hundert Prozent vor einer Malaria-Infektion! Es handelt sich dabei auch nicht um eine Impfung. Eine Malaria-Impfung befindet sich zwar in der Entwicklung, ist aber noch nicht allgemein verfügbar.

Im Ausnahmefall möglich: Notfall-Selbstbehandlung

In besonderen Fällen kann es Sinn machen, sogenannte Stand-by-Mittel zur Notfall-Selbstbehandlung mit auf die Reise zu nehmen. Sie sollen streng nach Anweisung nur dann genommen werden, wenn während des Auslandsaufenthaltes in einem Malaria-Gebiet Fieber auftritt, und keinerlei medizinische Versorgung erreichbar ist. Ob und wann solche Stand-by-Mittel infrage kommen, sollte vorab sorgfältig mit dem beratenden Arzt besprochen werden.

Nach der Rückkehr: Auf Symptome achten!

Treten einige Zeit nach der Reise Beschwerden wie Fieber auf, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Wichtig: Unbedingt auf zurückliegende (Tropen-) Reisen hinweisen! Malaria kann manchmal noch viele Monate nach einer Auslandsreise auftreten.

Im Rahmen internationaler Projekte konnte die Malaria bereits teilweise eingedämmt werden. Die Trockenlegung von Sümpfen oder der Einsatz von Insektengiften (Insektizide) sind Wege, die Zahl der Anopheles-Mücken in den Risikogebieten zu verringern. Eine gezielte Behandlung der infizierten Bevölkerung scheitert nicht selten an wirtschaftlichen Problemen – in vielen Malaria-Gebieten herrscht Armut.