Malaria: Ursachen

Ursache der Malaria sind einzellige Parasiten (Plasmodien). Sie befallen und schädigen Blutzellen und die inneren Organe. Übertragen werden diese Malaria-Erreger durch die Anopheles-Mücke

aktualisiert am 25.01.2018

Manche Mücken können Krankheiten wie Malaria übertragen


Ursache der Malaria ist eine Infektion mit Plasmodien. Dies sind einige Mikrometer große Einzeller. Sie durchlaufen einen Lebenszyklus, bei dem sie verschiedene Formen ausbilden und sich gleichzeitig vermehren. Als Wirt dient den Plasmodien sowohl der Mensch als auch die Anopheles-Mücke. In der Mücke leben die Plasmodien im Darm und in den Speicheldrüsen. Bei einem Mückenstich werden sie auf den Menschen übertragen. Hier befallen die Malaria-Erreger zunächst die Leber und schließlich in großem Maße die roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Fieber und weitere Symptome sind die Folge.

Anopheles-Mücken kommen in den Tropen und Subtropen, aber auch in Europa und sogar in der Arktis vor. Sie sind im ländlichen Raum, aber genauso auch in der Stadt und besonders während der Regenzeit verbreitet. Durch die Klimaerwärmung können sich die  Anopheles-Mücken und mit ihnen die Malaria weiter ausbreiten. Die Plasmodien benötigen durchgängig 15 Grad Celsius für ihre Vermehrung.

In Deutschland wird Malaria vor allem durch Tropenreisende eingeschleppt, besonders aus Westafrika, Kenia, Papua-Neuguinea und Indien. Rund 600 Fälle sind es pro Jahr, hauptsächlich Malaria tropica.

Malaria: Wie erfolgt die Ansteckung?

In manchen Regionen – Malaria-Risikogebieten – sind die Mücken und die Menschen stark von Plasmodien befallen. Die Plasmodien leben im Darm der Mücke und vermehren sich dort sexuell. Sticht eine infizierte weibliche Mücke einen Menschen, so gelangen die Plasmodien über den Mückenspeichel in das menschliche Blut.

Selten wird Malaria durch verunreinigte Kanülen (Spritzen) oder direkte Bluttransfusionen übertragen. Auch ist eine Ansteckung von der Mutter auf das Ungeborene möglich.

In einzelnen Fällen gelangen Anopheles-Mücken auch in ein Flugzeug, reisen quasi mit und infizieren dann zum Beispiel Personen auf dem Ankunftsflughafen oder in seiner näheren Umgebung (sogenannte Flughafen-Malaria oder Airport Malaria). Liegt der Flughafen in einer Region, in der Malaria normalerweise nicht vorkommt, und hatte der Erkrankte das Land nicht verlassen, ist es gar nicht so einfach, rasch auf die richtige Diagnose zu kommen.

Malaria: Was passiert im Körper?

Zunächst gelangen die Plasmodien aus dem Mückenspeichel im Blut des Infizierten zur Leber. In diesem Entwicklungsstadium werden die Erreger Sporozoiten genannt. In der Leber vermehren sie sich und reifen zu Schizonten heran, die mehrere Merozoiten enthalten. Einige Sporozoiten bleiben als Ruheformen (Hypnozoiten, nur bei der Malaria tertiana) in der Leber zurück.

Die aus den Schizonten freigesetzten Merozoiten überschwemmen das Blut. Sie befallen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten). In ihnen reifen die Erreger weiter heran und es entstehen Trophozoiten, die wieder zu Schizonten heranreifen, in denen Merozoiten enthalten sind. Die roten Blutkörperchen gehen kaputt und die dabei erneut frei werdenden Merozoiten befallen neue Blutkörperchen, womit sich der Zyklus wiederholt.

Die entstandenen Zelltrümmer führen dazu, dass der Körper Botenstoffe (Zytokine) ausschüttet. Dadurch kommt es zu Fieber. Werden die Krankheitserreger schubweise ins Blut freigesetzt, weil sie einem synchronen Entwicklungszyklus folgen, tritt das typische schubförmige Wechselfieber auf: Die Fieberkurve steigt in regelmäßigen Abständen an und fällt wieder ab (siehe Kapitel Symptome).

Häufig kommt es durch die Veränderung und Zerstörung der Blutkörperchen zu einer Blutarmut (hämolytische Anämie). Die roten Blutkörperchen sind manchmal durch den Plasmodien-Befall so verändert, dass sie die feinen Gefäße (Kapillaren) im Gewebe verstopfen. Dann wird der Blutfluss unterbrochen und es sind Gewebeschäden möglich. Milz und Leber bauen die infizierten roten Blutkörperchen verstärkt ab. Die Organe können daher deutlich anschwellen.

Malaria: Wer ist gefährdet?

Die Malaria betrifft alle Altersgruppen, doch sind bei Kindern die Beschwerden meist besonders stark ausgeprägt und Komplikationen häufiger.

Gegen die Malaria besteht nach einer durchgemachten Erkrankung kein vollständiger Abwehrschutz (Immunität). Auch ist keine vorbeugende Impfung möglich. Doch bildet sich bei manchen Menschen in Risikogebieten eine "Teil-Immunität" aus. Sie haben zwar Plasmodien im Blut, doch kommt es nicht zum Ausbruch einer Malaria. Ein sicherer Schutz besteht hierbei allerdings nicht. In Malaria-Gebieten ist außerdem eine vererbbare Blutarmut häufig, die Sichelzellanämie. Dabei sind die roten Blutkörperchen teilweise länglich ausgeformt. Diese Form der Blutarmut kann vor der schweren Malariaerkrankung schützen.

Wer keinerlei Immunität gegenüber der Malaria aufweist – wie beispielsweise ein Tourist aus Europa – hat ein sehr hohes Risiko für eine schwere Malariaerkrankung.