Leishmaniose: Ursachen

Erreger der Leishmaniose sind einzellige Kleinstlebewesen, sogenannte Leishmanien. Sie werden von Sandmücken übertragen

aktualisiert am 22.07.2013
Sandmücke

Sandmücken können mit ihrem Stich die Leishmaniose weitergeben


Ursache der Leishmaniose ist eine Infektion mit Leishmanien – das sind längliche Einzeller (Protozoen), die nur wenige Tausendstel Millimeter groß sind. Je nach Entwicklungsstadium sind diese Parasiten unbeweglich oder beweglich. Leishmanien befallen Menschen und Tiere. In Gegenden wie Südspanien, Süditalien, Südgriechenland oder Nordafrika sind zum Beispiel viele streunende Hunde mit Leishmanien infiziert.

Leishmaniose – wie steckt man sich an?

In den menschlichen oder tierischen Organismus gelangen die Leishmanien nicht auf direktem Weg, sondern überwiegend auf einem Umweg: Die Parasiten nutzen bestimmte Mücken – Sandmücken – als Transportmittel. Sticht die Sandmücke einen mit Leishmaniose infizierten Mensch oder ein erkranktes Tier, kann sie dabei die Krankheitserreger aufnehmen. Die Leishmanien entwickeln sich in der Mücke weiter und wandern bei einem der nächsten Mückenstiche in ihr neues Opfer.

Eine Ansteckung ist auch denkbar, wenn fremdes, infiziertes Blut in die eigene Blutbahn gerät – zum Beispiel, wenn Injektionsnadeln benützt werden, die mit dem Blut eines Erkrankten verunreinigt sind. Eine Mutter kann die Leishmaniose außerdem an ihr ungeborenes Kind weitergeben. Der weitaus häufigste Infektionsweg ist jedoch der über die Sandmücke.

Wo gibt es Sandmücken?

Die beige-farbenen Sandmücken sind nur wenige Millimeter groß – und sie lieben es warm. In Europa sind Sandmücken deshalb vor allem in südlichen Regionen zu Hause. Doch auch nördlich der Alpen wurden bereits Exemplare gesichtet. Manche Tropenmediziner vermuten sogar, dass, sofern der Klimawandel anhält und die Temperaturen ansteigen, die Blutsauger die Leishmaniose in Deutschland weiterverbreiten könnten – wenn der Erreger mit Hunden nach Deutschland eingeschleppt wird. Einen solchen Fall hat es schon gegeben. Derzeit sind Stiche der Sandmücke jedoch fast ausschließlich in wärmeren Regionen zu befürchten – wie in Mittelmeerländern und (sub-)tropischen Gegenden Afrikas, Asiens oder Süd- und Mittelamerikas.

Leishmaniose-Fälle in Europa und Asien heißen auch "Leishmaniose der Alten Welt", solche in Mittel- und Südamerika "Leishmaniose der Neuen Welt".

Parasiten tricksen die Abwehr aus

Nach einer Infektion erkennt das körpereigene Abwehrsystem durchaus, dass die Leishmanien als schädliche Krankheitserreger einzustufen sind. Sogenannte Fresszellen (Makrophagen) rücken aus, um die unerwünschten Parasiten zu fressen, zu verdauen und dadurch unschädlich zu machen. Doch dieser Plan geht leider nicht ganz auf: Zwar nehmen die Makrophagen die Leishmanien tatsächlich in ihre Zellinneres auf – doch die Parasiten schaffen es, dort zu überleben. Sie können sich sogar vermehren.

Das Immunsystem beginnt deshalb, die befallenen Zellen zu zerstören. Außerdem bildet es Abwehrstoffe (Antikörper) gegen die Einzeller. Letztere können allerdings im Fall der Leishmaniose mehr schaden als helfen. Denn sie binden an die Leishmanien, ohne sie zu beseitigen. Stattdessen bilden sich Komplexe aus Antikörpern und Parasiten, welche die feinen Blutgefäße verstopfen und – bei schweren Formen der Leishmaniose – erhebliche Schäden im Gewebe und in den Organen anrichten können.

Die Krankheitszeichen sind also einerseits Folge der Infektion mit Leishmanien, andererseits auch Folge der Reaktionen des Immunsystems.