Leishmaniose: Symptome

Oft entsteht ein Hautgeschwür an der Stelle des Sandmückenstichs. Je nach Art der Leishmaniose können weitere Symptome folgen

aktualisiert am 08.01.2015

Eine Hautstelle will einfach nicht heilen? Das ist immer ein Fall für den Arzt. Manchmal steckt eine Leishmaniose dahinter


Die Zeitspanne zwischen der Infektion und den ersten Symptomen beträgt für die Hautleishmaniose zwei Wochen bis drei Monate, für die viszerale Leishmaniose üblicherweise drei bis sechs Monate bis mehrere Jahre.

Welche Beschwerden auftreten, hängt von der Art der Leishmaniose ab (siehe dazu auch Kapitel Übersicht):

Kutane Leishmaniose

An der Einstichstelle schwillt die Haut zu einem Knötchen (einer Papel) an und rötet sich. Später wird daraus ein Geschwür. Es ist von einem Randwall umgeben und manchmal von Schorf bedeckt. Typischerweise tut es nicht weh. In der Mitte des Geschwürs kann das Gewebe zerfallen und absterben. Die Hautleishmaniose kann allerdings sehr vielfältig in Erscheinung treten.

Meistens bleibt es bei einer solchen veränderten Hautstelle. Manchmal schwellen die benachbarten Lymphknoten vorübergehend an. Es können auch mehrere oder sogar zahlreiche Geschwüre gleichzeitig im Verlauf der Lymphbahnen auftreten.

Die Gewebedefekte heilen oft von alleine wieder ab. Das dauert üblicherweise einige Monate. Es können entstellende Narben zurückbleiben, vor allem, wenn keine Therapie erfolgt. Häufig sind das Gesicht, die Arme oder die Beine von der Haut-Leishmaniose betroffen.

An den erkrankten Hautstellen können leicht weitere Krankheitserreger wie Bakterien oder auch Pilze in den Körper eindringen. So entsteht manchmal eine zusätzliche Infektion (Sekundärinfektion), die ihrerseits Krankheitssymptome verursacht und auch gefährlich werden kann.

Mukokutane Leishmaniose

Diese Variante beginnt meistens mit einem Hautgeschwür, so wie die kutane Leishmaniose (siehe oben). Ist es abgeheilt, befällt die Krankheit bei einem Teil der Patienten die Schleimhäute – vor allem die Nasen- und Rachenschleimhaut. Das kann sich mit häufigem Nasenbluten und einer eingeschränkten Atmung durch die Nase bemerkbar machen. Seltener sind auch andere Schleimhäute betroffen, zum Beispiel an Mund, Kehlkopf, Luftröhre oder Genitalien.

Wird die Krankheit nicht behandelt, zerstört sie allmählich Haut, Knorpel und Bindegewebe. So können zum Beispiel in der Nasenscheidewand Löcher entstehen. Erfolgt keine Therapie, kann die Nasenform Schaden nehmen, so dass die Betroffenen schlimmstenfalls entstellte Gesichtszüge erleiden.

Viszerale Leishmaniose

Manchmal verschlechtert sich das Befinden der Erkrankten sehr plötzlich und rapide. Häufiger verläuft diese Variante der Krankheit jedoch über längere Zeit schleichend mit eher uncharakteristischen Symptomen: Die Betroffenen bemerken zum Beispiel Lymphknotenschwellungen. Sie leiden unter Fieberschüben, magern ab und fühlen sich geschwächt. Es kann außerdem zu Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfällen kommen. Handflächen, Fußsohlen und Schleimhäute färben sich auffällig dunkel. Leber und Milz können stark anschwellen, eine Blutarmut kann entstehen – was meistens bei der ärztlichen Untersuchung auffällt (siehe Kapitel Diagnose). Die Anfälligkeit für Infektionen ist erhöht, die Blutgerinnung gestört.