Leishmaniose: Diagnose

Um die Diagnose zu sichern, untersucht der Arzt Gewebeproben auf Leishmanien. Manchmal sind auch Blutuntersuchungen richtungsweisend

aktualisiert am 08.01.2015

Verdacht auf Leishmaniose? Der Arzt untersucht Gewebeproben auf Krankheitserreger


Die Beschwerden können bereits auf eine Leishmaniose hindeuten. Der Verdacht erhärtet sich, wenn der Patient in den vergangenen Monaten oder Jahren Risikogebiete bereist hatte. Der Arzt erkundigt sich nach den Symptomen und nach der Krankengeschichte des Patienten. Dann folgt eine körperliche Untersuchung.

Gewebeprobe

Meist entnimmt der Arzt unter örtlicher Betäubung eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) aus einer veränderten Hautstelle. Eventuell sind darin unter dem Mikroskop bereits Leishmanien (siehe Kapitel Ursachen) erkennbar. Oder es ist möglich, die Parasiten aus den Proben anzuzüchten und so nachzuweisen.

Hat die Krankheit innere Organe befallen (viszerale Leishmaniose, siehe Kapitel Symptome), kann es erforderlich sein, das Knochenmark entsprechend zu untersuchen. Dazu erfolgt eine Knochenmarkspunktion. Hierzulande eher selten werden auch Proben aus Milz oder Leber gewonnen. Spezialisierte Einrichtungen wie die Tropeninstitute weisen den Erreger mittels moderner molekulargenetischer Techniken schon aus kleinen Blut- oder Gewebemengen zuverlässig nach.

Blutuntersuchung

Eine Blutuntersuchung kann ebenfalls sinnvoll sein. Dabei bestimmt der Arzt zum Beispiel die Menge an Abwehrstoffen (Antikörpern), welche der Körper im Kampf gegen die Leishmanien produziert hat.

Eventuell ist die Menge der roten Blutzellen vermindert, so dass eine Blutarmut (Anämie) entstanden ist. Das deutet auf einen eher schweren Verlauf hin. In der Blutprobe finden sich dann meistens auch zu wenig weiße Blutzellen. Diese Leukozyten sind für die Infektbekämpfung wichtig. Auch die Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten) kann erniedrigt sein, so dass es leichter zu Blutungen kommt. Oft fällt ein ausgeprägter Eiweißmangel bei gleichzeitiger Vermehrung von Antikörpern auf.

Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes zeigt unter anderem, ob Milz und Leber vergrößert sind.