Legionellose: Ursachen

Die Legionellose wird von Bakterien verursacht, die durch Einatmen in die Lunge gelangen. Dort können sie eine schwere Lungenentzündung auslösen

aktualisiert am 05.06.2014

Auslöser der Legionärskrankheit sind Legionellen – stäbchenförmige Bakterien


Es handelt sich beim Erreger der Legionellose um stäbchenförmige Bakterien. Sie zählen zur Gattung der Legionellen, von denen rund fünfzig Arten bekannt sind. Für den Menschen von Bedeutung ist insbesondere Legionella pneumophila. Übersetzt bedeutet der Name so viel wie "lungen-liebende Legionelle". Legionellen sind weltweit verbreitet und kommen im (warmen) Süßwasser vor.

Welche Infektionsquellen gibt es?

In warmem Wasser, insbesondere bei Temperaturen zwischen etwa 20 und 45 Grad Celsius, können sich Legionellen vermehren – vor allem dann, wenn das Wasser über längere Zeit steht (stagniert).

Bei Temperaturen ab 60 Grad Celsius aufwärts sterben die Legionellen ab. Allerdings sind für eine sichere Abtötung in Wasserleitungen mindestens 73 Grad Celsius nötig.

Große Warmwassersysteme mit einem ausgedehnten Rohrleitungssystem, Klimaanlagen und Whirlpools sind besonders anfällig für eine Besiedlung mit Legionellen. Deshalb müssen zum Beispiel Krankenhäuser, große Mehrfamilienhäuser, Heime und Hotels besonders gut auf eine die Wartung ihrer Warmwasseranlagen achten, andernfalls könnten sie zur Infektionsquelle werden.

Auch kaum genutzte Wasserrohre in Neubauten können mit den Bakterien besiedelt sein. Von großen Kühlsystemen geht ebenfalls ein Risiko aus.

Wie kommt es zur Infektion?

Gelangen mit fein aufgestäubtem Wasser Legionellen in die Luft, können sie auf diesem Weg die Lunge erreichen. Das kann zum Beispiel beim Duschen passieren: Dabei entsteht ein feiner Sprühnebel (das Aerosol), der eingeatmet wird. Aber auch ein laufender Wasserhahn kann unter ungünstigen Bedingungen zur Infektionsquelle werden – ebenso Whirlpools, Klimaanlagen, Inhalationsgeräte oder Luftbefeuchter.

Das Trinken von Legionellen-haltigem Wasser ist relativ unkritisch. Gurgeln oder Inhalieren kann dagegen problematisch sein. Bei Menschen mit Schluckbeschwerden ist es auch denkbar, dass beim Trinken kleine Wassermengen versehentlich in die Luftröhre gelangen und so doch zu einer Infektion führen.

Nach derzeitigem Wissen kann die Krankheit nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Patienten gelten also nicht als "ansteckend".

Legionellen leben in Einzellern

In der Umwelt leben Legionellen meistens in Gesellschaft von oder sogar im Inneren von Einzellern (beispielsweise Amöben) oder anderen Bakterien, weil sie von deren Stoffwechsel profitieren.

Auch im menschlichen Körper suchen sich Legionellen ein "gut geschütztes Plätzchen", an dem sie vor vielen gängigen Antibiotika sicher sind: Die Krankheitserreger befallen mit Vorliebe die Fresszellen (Makrophagen) des menschlichen Abwehrsystems und verschanzen sich in ihnen. Die Aufgabe dieser Fresszellen ist es eigentlich gerade, schädliche Bakterien wie Legionellen "aufzuessen" und dadurch unschädlich zu machen.

Doch an den Legionellen beißen sich die Makrophagen – bildlich gesprochen – die Zähne aus. Die Bakterien können sich im Inneren der Fresszellen sogar vermehren und die Makrophagen zuletzt zerstören. Dabei gelangen Stoffe in das umliegende Gewebe, die der Makrophage normalerweise nutzt, um Krankheitserreger zu "verdauen". Diese Stoffe verursachen eine Entzündung im Gewebe und locken weitere Abwehrzellen an.