Legionellose: Diagnose

Bei Verdacht auf eine Legionellose kann eine Urinprobe, eine Blutprobe oder Probenmaterial aus Luftröhre und Lunge auf den Erreger untersucht werden
aktualisiert am 05.06.2014

Bei Verdacht auf eine Lungenetzündung hört der Arzt oder die Ärztin die Lunge ab

W&B/Fotolia

Der Arzt wird zunächst die Krankengeschichte erfragen und eine körperliche Untersuchung vornehmen.

Bei einer Legionärskrankheit ist es lebenswichtig, rasch mit der geeigneten Therapie zu beginnen. Leider ist es aber nicht immer leicht, direkt auf die richtige Diagnose zu kommen. Die Symptome können vieldeutig sein und an eine andere Form der Lungenentzündung denken lassen. Patienten sollten am besten selbst mit überlegen, ob sie womöglich einem Infektionsrisiko ausgesetzt gewesen sein könnten (siehe Ursachen). So sollten sie dem Arzt vorsichtshalber mitteilen, dass sie zum Beispiel vor kurzem im Urlaub waren und im Hotel übernachtet haben. Diese Informationen können unter Umständen wertvolle Hinweise für die Diagnose darstellen.

Bei Verdacht auf eine Legionärskrankheit wird der Arzt ein Röntgenbild des Brustkorbs anfertigen lassen. Darauf können Zeichen einer Lungenetzündung erkennbar sein.

Um die Diagnose zu sichern, müssen die Erreger im Körper nachgewiesen werden. Oft gelingt das schnell und einfach anhand einer Urinprobe. Bereits rund 24 Stunden nach Krankheitsausbruch sind Bestandteile der Legionellen im Harn feststellbar. Allerdings können mit diesem Verfahren nur bestimmte Legionella-Arten erfasst werden. Im Zweifel kann zudem versucht werden die Erreger direkt in der Lunge nachzuweisen (siehe weiter unten).

Im Blut sind eventuell Bakterienbestandteile oder (wesentlich später) auch Antikörper gegen den Erreger feststellbar.

Eventuell wird der Arzt im Rahmen einer Bronchoskopie (Lungenspiegelung) Proben aus den Atemwegen entnehmen, um die Verdachtsdiagnose Legionärskrankheit zu sichern. Dazu werden die Luftwege gespült (bronchoalveoläre Lavage, BAL) oder Sekret aus der Luftröhre verwendet. Auch kann eine Gewebeprobe (Biopsie) aus der Lunge oder Flüssigkeit aus der Brusthöhle entnommen und untersucht werden.

Aus dem Probenmaterial kann eine Bakterienkultur angelegt werden. Auf diese Weise lässt sich zum einen feststellen, welche Antibiotika am besten wirksam sind. Zum anderen ist die genaue Art der Legionellen ermittelbar. Das ist unter anderem für die Identifikation des Ansteckungsortes von Bedeutung. Beim Ausbruch einer Legionärskrankheit ist es wichtig herauszufinden, wo sich der Patient infiziert haben könnte. Denn möglicherweise gefährdet diese Infektionsquelle weitere Personen.

Der Nachweis von Legionellen ist meldepflichtig. Das Labor, das die Erreger festgestellt hat, meldet den Fall an das Gesundheitsamt.


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