Flussblindheit: Therapie

Zur Vorbeugung sollte in tropischen Regionen auf einen guten Schutz vor Mücken geachtet werden. Kommt es trotzdem zu einer Infektion, helfen Medikamente, die Parasiten zu bekämpfen
aktualisiert am 08.01.2015

Der Arzt kann Tabletten gegen die Wurmerkrankung verschreiben

Thinkstock/LiquidLibrary

Flussblindheit wird in erster Linie mit Medikamenten behandelt. Folgende Arzneien bekämpfen die Parasiten:

Ivermectin: Dieser Wirkstoff kommt sehr häufig zum Einsatz. Er lähmt die Würmer und tötet besonders die Larven ab. Im Rahmen gewaltiger Bekämpfungsprogramme wurde von der Pharmaindustrie gespendetes Ivermectin über Jahre an die betroffene Bevölkerung in Afrika und Südamerika ausgegeben, was zu einem erheblichen Rückgang der schweren Form der Krankheit geführt hat. Mehr als 80 Millionen Menschen erhielten im Rahmen solcher Anstrengungen eine Behandlung. Die Infektionshäufigkeit sank seit 1995 teilweise um über 70 Prozent.

Diethylcarbamazin hat ebenfalls eine lähmende Wirkung auf die Parasiten und behindert die Wanderung der Larven durch das Gewebe. Auf ausgewachsene Onchozerka-Würmer hat die Substanz aber wenig Einfluss. Diethylcarbamazin kann zu einer starken allergischen Reaktion (anaphylaktischer Schock) führen und wird daher nicht empfohlen.

Auch Doxycyclin – ein Antibiotikum – wird zur Behandlung der Flussblindheit eingesetzt. Doxycyclin tötet in den Würmern lebende Bakterien (Wolbachien) ab, welche die weiblichen Würmer unterstützend zur Fortpflanzung benötigen. Als Folge der Antibiotika-Behandlung können sich die Erreger der Flussblindheit nicht weiter vermehren. Dieses sehr interessante Wirkprinzip wurde in den vergangenen zehn Jahren entdeckt. Doxycyclin wird in großflächigen Studien in Westafrika eingesetzt. Der Nachteil ist die relativ langzeitige Einnahme.

Suramin wurde früher angewendet, da es eine Wirkung auf die erwachsenen Würmer hat. Auf Grund seiner Nebenwirkungen war es umstritten und kommt heute nicht mehr zum Einsatz.

Trotz einer medikamentösen Therapie der Flussblindheit kann es auch immer zu Rückfällen kommen, da meist nicht alle Würmer abgetötet werden können.

Die knotigen Bindegewebsveränderungen (Onchozerkome) werden heutzutage üblicherweise nicht mehr in einer Operation herausgeschnitten, weil das die Krankheit nicht wirklich eindämmen kann. Nur kopfnahe Onchozerkome werden oft noch herausoperiert, da sie sich in gefährlicher Nähe zu den Augen befinden. Leicht könnten Larven von den Knoten am Kopf aus in das Sehorgan einwandern und schlimmstenfalls zur Blindheit führen (siehe Kapitel Symptome).

Vorbeugung

Für Reisende in tropische Länder ist generell ein Schutz vor Insektenstichen und -bissen empfohlen. Besonders in den Risikogebieten der Flussblindheit ist es wichtig, Mittel zur Mückenabwehr (Repellents) zu verwenden. Die Kleidung sollte möglichst viel Haut bedecken. Auch Moskitonetze halten Kriebelmücken ab.

Im Rahmen verschiedener internationaler Projekte gelang es bereits, die Flussblindheit teilweise einzudämmen. Dazu erhalten in Afrika 57 Millionen Anwohner betroffener Regionen regelmäßig Medikamente. Außerdem wurden die Kriebelmücken zeitgleich mit Insektengift (Insektiziden) in großflächigen Bekämpfungsprogrammen reduziert. Trotzdem gilt die Flussblindheit noch immer als weltweit zweithäufigste Ursache für eine infektionsbedingte Erblindung.


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