Flussblindheit: Symptome

Symptome wie Juckreiz, Lymphknotenschwellungen, Sehstörungen, Gewichtsverlust, Muskelschmerzen und Knoten unter der Haut treten oft erst nach Monaten auf

aktualisiert am 16.07.2018
Auge

Die Flussblindheit kann Augenentzündungen hervorrufen


Die Flussblindheit bereitet nicht sofort Beschwerden. Erst etwa sechs bis zwölf Monate nach der Ansteckung treten die ersten Symptome auf. Sie werden einerseits von den Mikrofilarien hervorgerufen, die durch das Gewebe wandern und es dabei schädigen (siehe Kapitel Ursachen) – andererseits durch die Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems auf die Invasion der Parasiten.

Mögliche Symptome der Flussblindheit sind:

  • Juckreiz: Die Haut entzündet sich, juckt heftig, es können sich Ausschläge bilden.
  • Lymphknotenschwellung: Häufig sind durch die Flussblindheit die Lymphknoten schmerzlos vergrößert. Dies betrifft besonders die Lymphknoten in der Leistenregion.
  • Hautknoten: Unter der Haut entstehen sicht- und tastbare Knoten (Onchozerkome), welche die ausgewachsenen Würmer enthalten. Die Knoten liegen oft in der Nähe eines Gelenks, aber auch am Kopf oder Körperstamm. Sie erreichen eine Größe zwischen einigen Millimetern und mehreren Zentimetern.
  • Veränderungen der Hautfarbe: Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann sich die Hautpigmentierung in manchen Bereichen verändern, die Haut ist stellenweise stärker oder schwächer pigmentiert (sogenannte Leopardenhaut).
  • Hautverdickung: Durch die Flussblindheit werden die elastischen Fasern der Haut geschädigt. Die Hautstruktur verändert sich allmählich. Die Haut ist dann oft verdickt, verhornt, faltig und trocken (sogenannte Elefantenhaut).
  • Haut- und Gefäßentzündungen: Absterbende Wurmlarven rufen manchmal kleine Entzündungen der Haut (Abszesse) oder der Blutgefäße (Vaskulitis) hervor.
  • Augenprobleme: Wenn Mikrofilarien in das Auge einwandern, können sie nahezu alle Gewebsanteile des Sehorgans schädigen. Häufig kommt es zu einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Die Augen sind gerötet, brennen, jucken und tränen. Bei jedem Lidschlag fühlt es sich an, als ob Sand ins Auge gelangt wäre. Ähnliche Symptome verursacht die Entzündung der Aderhaut (Uveitis). Als Folge kann sich der Augeninnendruck erhöhen (sekundärer grüner Star). Dabei wird der Sehnerv geschädigt und es kann zu Gesichtsfeldausfällen und zur Erblindung kommen. 

    Durch die Flussblindheit wird oft auch die Hornhaut geschädigt. Es können zunächst punktförmige Defekte (Keratitis punctata) und später eine Hornhauttrübung mit Sehverlust auftreten (sklerosierende Keratitis). Erste Anzeichen sind Schmerzen, Rötung des Auges und vermehrter Tränenfluss sowie eine Lichtscheu (Photophobie). Seltener führt die Flussblindheit zu einer Entzündung von Netzhaut und Aderhaut (Chorioretinitis) oder einer Sehnervenentzündung (Optikusneuritis). Möglich ist auch eine Trübung der Augenlinse (Katarakt). In den meisten Fällen sind beide Augen von der Flussblindheit betroffen.

Mediziner gehen davon aus, dass eine unbehandelte Flussblindheit die Lebenserwartung um mehrere Jahre herabsetzt. Denn die Erkrankung schwächt das Abwehrsystem und erhöht die Anfälligkeit für weitere Krankheiten.