Flussblindheit: Diagnose

Flussblindheit lässt sich über die typischen Symptome und den direkten Nachweis der Erreger feststellen
aktualisiert am 08.01.2015

Zur Diagnose der Flussblindheit untersucht der Arzt meistens kleine Hautproben unter dem Mikroskop

PhotoDisc/RYF

Der Arzt erkundigt sich zunächst nach den Beschwerden des Patienten, nach seiner Krankengeschichte und möglichen Risikofaktoren – zum Beispiel vorangegangenen Tropenaufhalten. Dabei sollte auch an länger zurückliegende Reisen gedacht werden. Denn bis sich nach einer Infektion erste Symptome zeigen, vergehen oft etliche Monate oder sogar Jahre.

Dann folgt die körperliche Untersuchung. Der Arzt sieht sich insbesondere die Haut genauer an und überprüft, ob sich typische Hautveränderungen oder Knoten – die Onchozerkome – finden. Außerdem tastet er die Lymphknoten ab. Sie können vergrößert sein.

Gewebeprobe

Besteht der Verdacht auf eine Flussblindheit, entnimmt der Arzt meist kleine Gewebeproben (Biopsien) aus den veränderten Hautstellen und betrachtet sie unter dem Mikroskop. In diesen Proben sind eventuell Mikrofilarien (siehe Kapitel Ursachen) erkennbar. Manchmal müssen größere Hautknoten chirurgisch entfernt werden. Bei genauerer Untersuchung finden sich darin oft die ausgewachsenen Würmer.

Augen-Untersuchung

Mit einer einfachen, nicht schmerzhaften Augen-Untersuchung mittels Spaltlampe lässt sich prüfen, ob Mikrofilarien bereits ins Auge eingewandert sind, und ob sie das Sehorgan womöglich schon geschädigt haben.

Blutprobe

Bei Verdacht auf Flussblindheit entnimmt der Arzt meist auch eine Blutprobe. Im typischen Fall fällt darin eine vermehrte Anzahl bestimmter Abwehrzellen (eosinophile Granulozyten) auf – was Eosinophilie genannt wird und bei vielen Wurmkrankheiten vorkommt. Auch lassen sich bei der Flussblindheit oft Abwehrstoffe (Antikörper) gegen bestimmte Wurmbestandteile finden. Wurmbestandteile selbst können ebenfalls nachweisbar sein. Das erfordert jedoch eine aufwändigere Untersuchungsmethode, die eher die Ausnahme bleibt.

Für die Diagnose der Flussblindheit kann auch ein weiterer Test aussagekräftig sein: Wenn der Wirkstoff Diethylcarbamazin in einer Testdosis eingenommen wird, reagiert die Haut von Erkrankten mit Rötung und Juckreiz.

In besonders stark betroffenen Regionen kommt außerdem ein Schnelltest für Reihenuntersuchungen (Screening) zum Einsatz.


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