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Herzmuskelhypertrophie

Herzmuskelhypertrophie bedeutet Herzmuskelverdickung. Mehr zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapie

aktualisiert am 18.09.2014
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Öfter mal den Blutdruck kontrollieren! Bluthochdruck kann eine Herzmuskelhypertrophie zur Folge haben


Herzmuskelhypertrophie bedeutet eine Zunahme der Herzmuskelmasse. Die Herzmuskelfasern werden dicker, die Zellen vergrößern sich. Das mag sich positiv anhören, denn Muskelwachstum ist an anderen Körperstellen ja durchaus erwünscht. Am Herz verhält es sich jedoch anders: Zu unterscheiden ist die gewünschte (physiologische) Herzmuskelhypertrophie beim Sportler von einer krankhaften Herzmuskelhypertrophie durch anhaltende Druckeinwirkung.

Welche Ursachen hat eine Herzmuskelhypertrophie?

Häufigste Ursache ist eine chronische Druckbelastung des Herzmuskels durch Bluthochdruck. Auch die Behinderung des Blutauswurfs aus der linken Herzkammer durch eine verengte Herzklappe (Aortenklappenstenose) erhöht die Druckbelastung auf die Herzkammerwand. Das Herz versucht die Mehrbelastung durch Muskelwachstum zu kompensieren.

Die durch Sport hervorgerufene Herzmuskelhypertrophie ist demgegenüber physiologisch und erwünscht. Sie ist auch hinsichtlich Struktur und Reversibilität (Rückbildungsfähigkeit) andersartig.

Mediziner unterscheiden verschiedene Formen der Herzmuskelhypertrophie:

  • Konzentrische Herzmuskelhypertrophie (Myokardhypertrophie): Diese Form des Muskelwachstums entsteht bei einer reinen Druckbelastung des Herzens. Sie ist gekennzeichnet durch verdickte Herzmuskelwände, das Volumen der Herzkammern ist klein. Die Nachgiebigkeit der Herzwände während der Füllungsphase der Herzkammern ist vermindert, auch durch die Einlagerung von Fasergewebe in die Muskulatur.
  • Exzentrische Herzmuskelhypertrophie: Sie bildet sich bei einer überwiegenden Volumenbelastung der Herzkammer aus – zum Beispiel bei undichter Aortenklappe (Aortenklappeninsuffizienz). Das heißt, ein mehr oder weniger großer Anteil des in der Systole in die große Körperschlagader ausgeworfenen Blutes stürzt in der Diastole in die Herzkammer zurück und vergrößert damit deren Blutvolumen über die Norm. Mögliche Folgen sind Herzmuskelhypertrophie und eine Erweiterung der Herzkammer.

Am häufigsten ist die linke Herzkammer hypertrophiert (Linksherzhypertrophie), seltener die rechte Kammer (Rechtsherzhypertrophie), zum Beispiel bei Lungengefäßhochdruck.

Prof. Dr. Med. Wolfram Delius

Wesentlich seltener kommen erbliche Formen der Herzmuskelhypertrophie vor (sogenannte hypertrophe Kardiomyopathie), die in der Regel nicht durch Druckbelastung verursacht sind.

Welche Folgen und Symptome treten auf?

Nimmt die Wanddicke der linken Herzkammer weiter zu, wird sie meistens auch steifer – nicht zuletzt auch deshalb, weil sich auch nichtmuskuläres Fasergewebe zwischen die Muskelfasern einlagert. Die verminderte  Elastizität wird auch als "diastolische Dysfunktion" bezeichnet. Ihr Hauptsymptom ist die Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung. Man spricht auch von Herzinsuffizienz bei erhaltener systolischer Pumpfunktion und Herzgröße.

Bei Überschreiten des "kritischen Herzgewichts" von 500 Gramm entsteht allmählich ein Missverhältnis zwischen dem Sauerstoffbedarf des Herzmuskels und dem Sauerstoffangebot: Das kapilläre Blutgefäßsystem, das den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut beliefert, gelangt an seine Grenzen – weil das Organ zu stark wächst und / oder weil die Blutgefäße stellenweise bereits arteriosklerotisch verändert ("verkalkt") sind. Das verursacht Symptome wie Angina pectoris (Brustschmerzen), kann zu Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche führen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Die Diagnose einer Herzmuskelhypertrophie wird in erster Linie durch die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) gestellt. Für speziellere Fragestellungen eignet sich die Magnetresonanztomografie (MRT).

Welche Therapien kommen infrage?

Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen. Wichtig ist die Druckentlastung des Herzens – zum Beispiel durch die Therapie eines zu hohen Blutdrucks oder die Operation eines Herzklappenfehlers.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.