Thema: Heilpflanzen

Tipps für die pflanzliche Hausapotheke

Zahlreiche Beschwerden kann man auch mithilfe von Heilkräutern lindern. Ein Überblick über bewährte pflanzliche Wirkstoffe
von Dr. Achim G. Schneider, aktualisiert am 19.09.2016

Hustenreiz? Manchmal helfen pflanzliche Zubereitungen und Tees

W&B/Marcel Weber

Pflanzliche Arzneien kombinieren uralten Erfahrungsschatz mit modernen Erkenntnissen. In der Apotheke erhalten Sie das passende Präparat für Ihr Problem – und eine fachkundige Beratung gleich dazu. Das ist wichtig. Denn nicht in jedem Fall eignet sich eine Behandlung mit Pflanzenmedizin. Auch pflanzliche Medikamente können manchmal Nebenwirkungen haben oder mit anderen Arzneien Wechselwirkungen eingehen.

Generell gilt: Gehen Sie bei ungewöhnlich starken Beschwerden sofort zum Arzt und auch, wenn akute Probleme nicht nachlassen. Depression und Demenz erfordern immer eine ärztliche Diagnose.

Johanniskraut: Die Heilpflanze kann die Stimmung aufhellen

Pixtal/RYF

Pflanzenmedizin für den Kopf

Baldrianwurzeln beruhigen und verbessern den Schlaf. Oft kombiniert mit 
Melisse, Passionsblume und Hopfen. Lavendelblüten beruhigen und lösen Ängste.

Johanniskrautblüten und -blätter hellen die Stimmung auf. Es gibt hoch dosierte, verschreibungspflichtige Arzneien zur Behandlung von Depressionen. Vorsicht: Die Präparate machen bestimmte andere Medikamente unwirksam.

Ginkgoblätter können bei moderater Demenz die Lebensqualität verbessern.


Thymian: Seine Inhaltsstoffe helfen bei verschleimtem Husten

Pixtal/RYF

Heilkräuter für die Atemwege

Efeu-, Eukalyptusblätter und das Thymiankraut verflüssigen Schleim in den Bronchien. So kann er leichter abgehustet werden. Efeu und Thymian wirken darüber hinaus entkrampfend und lindern so den Hustenreiz. 

Schlüsselblumenwurzeln wirken kombiniert mit anderen Pflanzen auch bei Schnupfen und akuten Entzündungen der Nebenhöhlen schleimlösend. Hinweis: Efeu und Schlüsselblume können bei empfindlichen Personen den Magen reizen.


Kamille: Als Tee zubereitet kann sie Verdauungsprobleme lindern

Thinkstock/iStockphoto

Grüne Medizin für Magen und Darm

Anis-, Fenchel- und Kümmelfrüchte sowie Pfefferminzblätter lindern Völlegefühl und Blähungen. Kamille und Schleifenblume wirken ähnlich.

Artischockenblätter regen die Gallenblase an und fördern so die Fettverdauung.

Flohsamen quellen im Darm und helfen dadurch bei akuter Verstopfung.
Wichtig: viel trinken und nur kurzzeitig anwenden.


Goldrute: Die Pflanze kommt bei Harnwegsinfekten zum Einsatz

W&B/Annette Falck

Pflanzliche Arzneien für die Harnblase

Goldrutenkraut und Bärentraubenblätter lindern Harnwegsinfekte. Unterschied: Die Goldrute wirkt vor allem krampflösend und antientzündlich, die Bärentraube zudem antibakteriell – ist also bei einer antibiotischen Behandlung überflüssig. Bärentraube wirkt am besten bei einer obst- und gemüsereichen Kost.

Brennnesselblätter wirken ähnlich wie das Goldrutenkraut. In den Wurzeln der Pflanze stecken zudem Stoffe, die Männern mit gutartiger Prostatavergrößerung das Wasserlassen erleichtern.



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