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Weißen Hautkrebs erkennen und behandeln

Je eher weißer Hautkrebs erkannt und beseitigt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Wie Sie erste Anzeichen erkennen und zu welcher Behandlung Ärzte greifen

von Dr. med. Roland Mühlbauer; Redaktion: Anja Kopf, aktualisiert am 05.04.2019
Senioren sonnen sich

Wer sich oft der prallen Sonne aussetzt, erhöht das Risiko für weißen Hautkrebs


Beim Thema Hautkrebs denken viele Menschen zuerst an schwarzen Hautkrebs: Sogenannte maligne Melanome, bei denen sich entartete Pigmentzellen (Melanozyten) vermehren und ausbreiten. Daran erkranken jedes Jahr in Deutschland ungefähr 22.000 Menschen. Viel häufiger ist aber der weiße Hautkrebs, auch heller Hautkrebs genannt. Von dieser Tumorart treten hierzulande jährlich in etwa 220.000 Fälle auf, Tendenz steigend.

Formen von weißem Hautkrebs

Der weiße Hautkrebs lässt sich in zwei verschiedene Arten unterscheiden: Das Basaliom, auch Basalzellkarzinom genannt, und das Spinaliom, auch als Plattenepithelkarzinom bezeichnet. Bei Basaliomen stammen die Krebszellen aus der Basalzellschicht, bei Spinaliomen aus der Stachelzellschicht der Haut. Diese Unterscheidung ist wichtig: Während Basaliome mit knapp unter 170.000 Fällen im Jahr öfter auftreten und in der Regel jedoch keine Absiedlungen, sogenannte Metastasen bilden, verhält sich das seltenere Spinaliom aggressiver und kann auch die Lymphknoten und innere Organe befallen.

Das Spinaliom entwickelt sich meist aus einer Vorstufe wie aktinischen Keratosen. Diese Vorstufe ist zwar nicht bösartig, wird aber behandelt, um das Risiko für eine Krebserkrankung zu senken.

Risikofaktor UV-Strahlung

Da der Einfluss von UV-Licht die Hauptursache für alle Formen von weißem Hautkrebs ist, treten die Tumoren vor allem an den Körperbereichen auf, die täglich der Sonne ausgesetzt sind: zum Beispiel Gesicht, Nase, Ohren, aber auch Hände und Beine. Je nach Kleidungsstil kommen Tumoren ebenfalls an den Schultern und der Brust vor.

"Darüber hinaus spielt eine vererbte Anfälligkeit für weißen Hautkrebs eine gewisse Rolle", ergänzt der Münchener Dermatologe Dr. Hans-Ulrich Voigt. Gefährdeter sind in der Regel Menschen mit einem hellen Hauttyp, die leicht einen Sonnenbrand bekommen.

So lässt sich weißer Hautkrebs erkennen

Trotz des Namens sieht der weiße Hautkrebs nicht wie weiße Flecken auf der Haut aus, sondern eher haut- oder fleischfarben. "Vor allem Basaliome können eine große Formvielfalt aufweisen und deshalb leicht missgedeutet werden", sagt Voigt. Spinaliome seien eher einheitlich und deshalb leichter zu identifizieren. Ungeübte Augen übersehen jedoch beide Hautkrebsarten leicht, weil sie mit Warzen, Narben, Ekzemen, Wunden oder Ähnlichem verwechselt werden. Aus dem Grund sollten sich Menschen mit entsprechenden Hautveränderungen sicherheitshalber frühzeitig von einem Hautarzt untersuchen lassen.

Einige Beispiele sehen Sie in nachfolgender Galerie:

Daher sollte jeder Mensch ein Hautkrebsscreening in Anspruch nehmen. Ab dem 35. Geburtstag übernimmt die Krankenkasse alle zwei Jahre die Kosten für die Untersuchung. Denn je früher der Hautkrebs erkannt wird, desto leichter lässt er sich entfernen. "Es gibt aber auch Fälle, in denen Patienten sogar einen Tumor im Gesicht so lange ignoriert haben, dass sie dadurch ein Auge oder die Nase verloren haben", warnt der Dermatologe.

Dr. Hans-Ulrich Voigt

Weißen Hautkrebs richtig behandeln

"Der allgemeingültige Standard ist die Operation, insbesondere im Gesicht", sagt Voigt. Dabei schneiden die Hautärzte den Tumor großflächig heraus, damit auch möglichst alle bösartig veränderten Zellen entfernt werden. Hat der Tumor unter der Hautoberfläche größere Ausläufer gebildet, muss möglicherweise noch einmal nachgeschnitten werden. Das zeigt eine mikroskopische Untersuchung des entnommenen Gewebes. "Mit neuen Verfahren wie der optischen Kohärenztomografie kann man aber schon vor einem Eingriff die Ausdehnung des Tumors auch unter der Haut sehr gut sehen", fügt Voigt hinzu.

Ausnahme: Bei Basaliomen am Rumpf, die sich noch in frühen Stadien befinden, kann eventuell auch eine Behandlung mit örtlichen Immuntherapeutika oder eine photodynamische Therapie (PDT) den Tumor zerstören. Bei Letzerer handelt es sich um eine spezielle Lichttherapie mit Infrarotlicht, bei der ein biologischer Lichtsensibilisator auf die Haut aufgetragen wird, der nur in schwer lichtgeschädigten oder schon bösartig veränderten Hautzellen aufgenommen wird. Diese Hautzellen werden dann selektiv abgetötet und durch gesunde Zellen ersetzt.

Bei sehr alten oder geschwächten Menschen oder bei besonders großen Tumoren setzen die Ärzte unter Umständen auch Tabletten ein, die den Wirkstoff Vismodegib enthalten. Dadurch erreichen sie eine systemische, also im ganzen Körper wirkende Immuntherapie. Die Tumoren verschwinden dann oder werden so klein, dass sie operiert werden können.

Prognose bei weißem Hautkrebs

Bei früher Therapie ist die Prognose in der Regel sehr gut. Konnte ein Basaliom oder ein noch nicht weit fortgeschrittenes Spinaliom vollständig entfernt werden, gilt der Patient als geheilt. Er sollte aber weiterhin genau aufpassen, ob sich in Zukunft neue Hauttumoren bilden und gegebenenfalls unverzüglich seinen Hautarzt aufsuchen.

Bei einem größeren oder sehr aggressiv wachsenden Spinaliom führen die Ärzte neben der Operation auch immer Untersuchungen durch, um mögliche Absiedlungen im Körper zu entdecken. Das nennt sich Tumorstaging. Dazu zählen ein Ultraschall der benachbarten Lymphknoten, eine Röntgenaufnahme der Lunge und eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane. "Wenn nötig, kommen zur Klärung auch Computertomografie- und Kernspintomografie-Untersuchungen oder gar ein PET-CT infrage", sagt Voigt.

Werden Metastasen entdeckt, bekämpfen Ärzte die Absiedlungen zum Beispiel per Chemotherapie oder mit Substanzen, die das Immunsystem beeinflussen.


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