Aktinische Keratose: Ursachen

Wirken die UV-Strahlen der Sonne langjährig auf die Haut ein, kann sich eine aktinische Keratose entwickeln

von Dr. Angela Unholzer, aktualisiert am 28.12.2016

Wer sich im Laufe seines Lebens oft der Sonne aussetzt, erhöht sein Risiko für eine aktinische Keratose


Risikofaktoren für die Entwicklung aktinischer Keratosen sind:

  • Chronische Belastung der Haut mit ultravioletter (UV-) Strahlung
  • Höheres Lebensalter
  • Heller, lichtempfindlicher Hauttyp
  • Andere erbliche Faktoren
  • Chemische Krebsauslöser: Teerprodukte (u. a. im Tabakrauch), Arsen
  • Ionisierende Strahlung (Röntgenstrahlung, radioaktive Strahlung)
  • Bestimmte humane Papillomviren (HPV)
  • Dauermedikation mit immunsuppressiven Medikamenten

Die Hauptursache der aktinischen oder solaren Keratosen kommt bereits im Namen der Krankheit zum Ausdruck: Während der Begriff Keratose (griechisch keras "Horn, Hornhaut") eine verstärkte Verhornung bezeichnet, bedeutet aktinisch "durch Strahlen bewirkt" (griechisch aktis "Strahl") und solar "im Zusammenhang mit der Sonne stehend (lateinisch sol "Sonne").

Hauptursache: UV-Strahlung

Die Strahlen der Sonne enthalten neben dem sichtbaren Licht auch die ultraviolette (UV-) Strahlung. Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen UV-A- und UV-B-Strahlung. UV-A-Strahlung ist mit einer Wellenlänge von 320 bis 400 nm langwelliger und weniger energiereich als UV-B (280 bis 320 nm). Im Gegensatz zu UV-B-Strahlung verursacht UV-A keinen Sonnenbrand. Beide Formen ultravioletter Strahlung können jedoch die Erbsubstanz von Hautzellen verändern und dadurch langfristig Hautkrebs verursachen. Außerdem können sie die Immunabwehr der Haut gegen Krebszellen schwächen.

Für die Entstehung von hellem Hautkrebs ist weniger die Zahl der Sonnenbrände maßgeblich als die Gesamtheit der vielen unbemerkten kleineren Lichtschäden: "Die Haut vergisst nichts!" Dabei verstärken sich UV-Strahlung und immunsuppressive Medikamente gegenseitig in ihrer Hautkrebs auslösenden Wirkung. Dasselbe gilt für UV-Strahlung und spezielle Viren aus der Gruppe der humanen Papillomviren (HPV).

Krebsentstehung

Wenn bestimmte Veränderungen im Erbgut der Oberhautzellen zusammen kommen, beginnen diese sich unkontrolliert zu vermehren. Dann entsteht eine Ansammlung bösartiger Zellen, die auf die oberste Gewebsschicht begrenzt ist. Eine solche Krebs-Frühform wird ganz allgemein Carcinoma in situ genannt (wörtlich: "Krebs an Ort und Stelle"). Dabei wachsen die bösartigen Zellen noch nicht in die tieferen Gewebeschichten ein, die Blut- und Lymphgefäße führen. Aus diesem Grund kann ein Carcinoma in situ keine Absiedelungen (Metastasen) in Lymphknoten oder in anderen Organen bilden. Wird eine solche Krebs-Frühform jedoch nicht ausreichend behandelt, beginnen die Krebszellen irgendwann in die Tiefe einzuwachsen: Aus dem Carcinoma in situ entsteht ein invasiver Tumor. Im Falle des hellen Hautkrebses wird das Carcinoma in situ als aktinische Keratose, die invasive Form als spinozelluläres Karzinom oder kurz als Spinaliom bezeichnet.

Gelegentlich wird die aktinische Keratose auch aktinische Präkanzerose genannt. Diese Bezeichnung ist irreführend, da es sich nicht um eine Vorstufe von Krebs (lateinisch prä- "vor-", cancer "Krebs") handelt, sondern bereits um hellen Hautkrebs in einem frühen Stadium.