Vitiligo: Ursachen

Die genaue Ursache der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) ist nicht bekannt. Stress, aber auch eine genetische Veranlagung, stehen wohl mit der Hautkrankheit im Zusammenhang

aktualisiert am 15.11.2016

Antikörper (gelb zwischen roten Blutkörperchen dargestellt): Sie spielen möglicherweise eine Rolle bei der Weißfleckenkrankheit


Welche Ursache hinter der Weißfleckenkrankheit steckt, ist noch nicht genau bekannt. Da sich Fälle von Vitiligo innerhalb von Familien häufen, vermuten Ärzte, dass erbliche Faktoren eine Rolle spielen. Die Pigmentstörung wird jedoch nicht direkt von den Eltern auf die Kinder vererbt. Lediglich die Veranlagung für Vitiligo kann weitergegeben werden. Das Krankheitsrisiko erhöht sich also, wenn enge Verwandte betroffen sind. Doch muss die Weißfleckenkrankheit nicht zwangsläufig auftreten.

Was passiert bei Vitiligo in der Haut?

In der Haut befinden sich spezialisierte Zellen, so genannte Melanozyten. Sie bilden das Hautpigment (Melanin), das der Haut ihren Farbton verleiht. Auch die Haarfarbe und die Augenfarbe kommen durch Melanin zustande. Halten wir uns in der Sonne auf, bilden Melanozyten verstärkt Melanin. Die Haut bräunt sich – und ist damit besser vor den schädlichen UV-Strahlen der Sonne geschützt.

Bei der Weißfleckenkrankheit versiegt die Melaninproduktion an manchen Hautstellen. Warum das passiert, ist nicht genau bekannt. Dazu gibt es verschiedene Theorien, für die unterschiedliche Ergebnisse aus der Grundlagen- und Laborforschung sprechen. Bewiesen ist aber noch keine dieser Theorien:

  • Autoimmune Ursache: Normalerweise unterscheidet das Abwehrsystem zwischen körpereigenen und körperfremden Stoffen. Bei der Weißfleckenkrankheit hält das Immunsystem möglicherweise Eiweiße auf der Oberfläche der Pigmentzellen (Melanozyten) für fremd und bedrohlich. In der Folge bilden sich Abwehreiweiße, so genannte Antikörper, die gegen die Melanozyten gerichtet sind. Auch bestimmte Abwehrzellen (zytotoxische T-Zellen) greifen die Melanozyten an und zerstören sie.
  • Autoaggressions-Hypothese: Laut dieser Theorie ist bei Vitiligo der Zellstoffwechsel der Pigmentzelle gestört. Bestimmte Enzyme und Zellgifte zerstören also letzten Endes die Melanozyten.
  • Neurogene Hypothese: Möglicherweise führt körperlicher oder psychischer Stress dazu, dass Nervenzellen bestimmte Stoffe abgeben, die das Immunsystem aktivieren. Dadurch könnte es letztlich zum Untergang der Melanozyten kommen.

Betroffene berichten oft, dass die Vitiligo im Zusammenhang mit emotionalem Stress auftrat oder schlimmer wurde. Auch schwere Sonnenbrände oder Hautverletzungen begünstigen die Krankheit manchmal. Die hellen Flecken können außerdem an solchen Hautstellen entstehen, die besonders häufig Druck oder Reibung ausgesetzt sind.

Die Weißfleckenkrankheit tritt eventuell im Zusammenhang mit bestimmten Autoimmunerkrankungen wie Schilddrüsen-Funktionsstörungen, einer Unterfunktion der Nebenschilddrüse (Hypoparathyreoidismus) oder Diabetes mellitus Typ 1 (Zuckerkrankheit) auf.