Sonnenbrand vorbeugen

Ein Sonnenbrand schmerzt und kann gefährlich werden. Wann und wo das Risiko besonders hoch ist und wie Sie einem Sonnenbrand am besten vorbeugen

von Sophie Kelm und Dr. Roland Mühlbauer, aktualisiert am 06.06.2018
Dem Sonnenbrand vorbeugen

Endlich Urlaub! Mit unseren Tipps kommen Sie ohne Sonnenbrand durch die schönste Zeit des Jahres


Sonne tanken, ins Meer springen, am Strand liegen, ausspannen – das verstehen viele Menschen unter Urlaub. Wer sich lange der Sonne aussetzt, mutet seiner Haut allerdings einiges zu. Leicht kommt es zu einem Sonnenbrand. Die Haut rötet sich, schmerzt, brennt, juckt, fühlt sich heiß an und ist äußerst schmerzempfindlich – ein unangenehmer Urlaubsauftakt.

Sonnenbrand: Die Haut verzeiht nichts

Zugleich sagen Experten: Wird die Haut jahrelang UV-Strahlen ausgesetzt, bleibt dies nicht ohne Effekt. Sie altert schneller, Falten und Altersflecken bilden sich. Außerdem merkt sich die Haut jeden Sonnenbrand. Unter anderem steigt dadurch das Risiko, Jahre später Hautkrebs zu bekommen. Deshalb sollten Sie sich vor dem Auslöser eines Sonnenbrands – den UV-Strahlen – schützen. Es gibt UV-A-, -B- und -C-Strahlen. Vor allem UV-B-Strahlung kann die Haut verbrennen.

Frau mit Sonnenbrand

Mittagssonne meiden

Grundsätzlich gilt: Meiden Sie die Sonne, wenn sie am intensivsten strahlt – also zwei bis drei Stunden vor und nach ihrem höchsten Stand herum. Beachten Sie: Die Sonne steht im Sommer nicht überall um 12 Uhr im Zenit. Da die Uhren auf Sommerzeit gestellt sind, verschiebt sich zum Beispiel in Deutschland der wahre Mittag auf 13 Uhr. Außerdem hängt der Sonnenhöchststand davon ab, wo Sie sich in Europa befinden.

Machen Sie beispielsweise an der Ostsee, in Italien oder Kroatien Urlaub, sollten Sie die Sonne vom späten Vor- bis zum frühen Nachmittag meiden. Verbringen Sie die Ferien weiter westlich, zum Beispiel in Südspanien oder Portugal, ist die Nachmittagssonne am intensivsten. Hier erreicht die Sonne erst zwischen 14 und 15 Uhr ihren höchsten Punkt am Firmament. In diesem Fall empfiehlt es sich, zwischen 12 und 17 Uhr im Schatten zu bleiben.

Vorsicht am Meer und im Gebirge

Reflexionen verstärken die UV-Strahlung. Laut Bundesamt für Strahlenschutz wirft heller Sand bis zu 25 Prozent der auf dem Boden aufgetroffenen Strahlen zurück. Wasser reflektiert vergleichsweise wenig. Doch durch den weiten Horizont am Meer wirken die UV-Strahlen aus dem gesamten Himmelsgewölbe auf uns ein.

Fahren Sie ans Meer, sollten Sie sich daher besonders gut vor der UV-Strahlung der Sonne schützen. Auch im Gebirge können Sie sich leicht einen Sonnenbrand holen: Schnee reflektiert bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung. Außerdem verstärkt sich die Intensität der UV-Strahlung mit zunehmender Höhe – pro 1000 Höhenmeter um zirka zehn bis 15 Prozent.

UV-Strahlung bei Bewölkung nicht unterschätzen

Wolken können die UV-Strahlung abschwächen, allerdings nur, wenn der Himmel komplett bedeckt ist. Eine dünne Wolkenschicht hält die Strahlung kaum ab. Ist es wechselnd bewölkt, kann sie sogar etwas zunehmen.

Viele Menschen unterschätzen die Stärke der ultravioletten Strahlung. Ein typisches Beispiel: am Meer – der Seewind kühlt die Haut und Sie haben das Gefühl, die Sonne strahlt weniger stark. Oder: Im Gebirge ist die Luft kälter, was ebenfalls über die intensiven Strahlen hinwegtäuscht. Wenn es noch dazu bewölkt ist, verzichten wir in luftigen Höhen leicht auf einen Sonnenschutz und setzen uns bedenkenlos mittags in die Sonne. Ein großer Fehler.

Auch die Kleidung zu wechseln kann gefährlich werden: Ein anders geschnittener Bikini oder eine andere Badehose, Sandalen anstatt geschlossene Schuhe – und die Hautstellen, die vorher bedeckt waren, können ruckzuck verbrennen. Denn häufig cremt man an den neu entblösten Hautzonen gar nicht oder nicht sehr sorgfältig nach.

Kleidung schirmt UV-Strahlen ab

Halten Sie sich in der Sonne auf, sollten Sie die Haut mit Kleidung schützen. An den Stellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind, baut die Haut – je nach Hauttyp – zwar einen gewissen Eigenschutz auf. Und zwar indem sie mehr oder weniger braun wird und eine dickere Hornschicht bildet. Doch verlässlich ist der nicht. Je dichter die Kleidung gewebt ist, desto besser schirmt sie die UV-Strahlen ab. Tragen Sie zudem einen Hut oder zumindest eine Kappe und ziehen Sie eine Sonnenbrille auf, die auch seitlich abschirmt, zum Beispiel durch breite Bügel.

Inzwischen sollte es für die meisten Menschen selbstverständlich sein, Sonnencreme zu verwenden. Vergessen Sie nicht, auch die Lippen mit einem Sonnenschutz-Lippenstift einzucremen. Verwenden Sie reichlich Sonnenmilch, tragen Sie diese erneut auf, wenn Sie viel geschwitzt haben oder geschwommen sind. Verwenden Sie ein Mittel mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor – fragen Sie hierzu am besten beim Arzt oder in der Apotheke nach. Hier lesen Sie mehr zum Thema Sonnenschutzmittel.

In Australien fasst man Sonnenschutz übrigens als  ‚slip, slop, slap` zusammen. Slip on a shirt, slop on a sunscreen, slap on a hat. Zu Deutsch: Ziehe ein Hemd mit Kragen und Ärmeln an, benutze Sonnencreme, setze einen Hut mit breiter Krempe auf.