Sonnenbrand-Risiko nach Hauttyp

Wie lange man sich ohne Sonnenschutz UV-Strahlen aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, hängt unter anderem vom Hauttyp und vom UV-Index ab

von Sophie Kelm und Dr. Roland Mühlbauer, aktualisiert am 06.06.2018
Verschiedene Hauttypen mit unterschiedlicher Sonnenbrand-Anfälligkeit

Rothaarige bekommen meist leichter einen Sonnenbrand als Brünette


Hans wird nach zwanzig Minuten in der Sonne rot. Franz wird braun. "Die menschliche Haut reagiert unterschiedlich auf UV-Strahlen. Hans ist wahrscheinlich Hauttyp I, Franz könnte Hauttyp III sein", erklärt Dr. Beate Volkmer. Die Molekularbiologin und Krebsforscherin am Dermatologischen Zentrum Buxtehude ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).

Sechs verschiedene Hauttypen

Hautärzte unterscheiden zwischen sechs verschiedenen Hauttypen. "Je nachdem, welchem Typ man angehört, variiert die Eigenschutzzeit der Haut", sagt Volkmer. Also die Zeit, in der die Haut sich selbst vor einem Sonnenbrand schützen kann. Allerdings sind allgemeine Angaben schwierig, da jeder Mensch individuell reagiert.

Zusätzlich können zum Beispiel auf die Haut aufgetragene Duftstoffe, die Einnahme bestimmter Medikamente, etwa Antibiotika, und verschiedene Hautkrankheiten die Lichtempfindlichkeit erhöhen.

Die Hauttypen:

* Achtung: Manche Menschen bekommen bereits früher einen Sonnenbrand

Quelle: Die oben genannten Informationen zu den verschiedenen Hauttypen stammen aus der Leitlinie "Prävention von Hautkrebs (2014)" der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention

Was sagt der UV-Index aus?

"Statt der Eigenschutzzeit arbeiten wir lieber mit dem UV-Index", erklärt die Biologin. Er gibt an, wie sonnenbrandgefährlich die UV-Strahlung ist. Die Werte reichen von 1 bis 12. Je höher der UV-Index, desto schneller kann es bei ungeschützter Haut zu einem Sonnenbrand kommen. Durch tagesaktuelle Messungen an verschiedenen Messstationen berücksichtigt der UV-Index (UVI) viele Einflussfaktoren. Unter anderem geografische Lage, Ozonschicht in der Atmosphäre, Tages- und Jahreszeit.

Zur Orientierung: UVI 12 herrscht mittags am Äquator, der Region mit senkrechtem Sonneneinfall, bei wolkenlosem Himmel. "In Deutschland erreichen wir im Hochsommer in der Regel maximal einen UVI von 8", berichtet Volkmer. Diese Stufe bedeutet allerdings bereits eine sehr hohe gesundheitliche Gefährdung.

UVI 1 bis 12: Was bedeuten die Zahlen?

UVI 1 bis 2: "Bei einem UVI von 1 und 2 – mit geringer gesundheitlicher Gefährdung – sind keine Sonnenschutz-Maßnahmen notwendig", erklärt Volkmer. Denn hier ist die Strahlenbelastung niedrig.

UVI 3 bis 7: Bei einem UVI von 3, 4 und 5 spricht das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) von einer mittleren gesundheitlichen Gefährdung, ein UVI von 6 und 7 stellt eine hohe gesundheitliche Gefährdung dar. Das BfS rät hier zu entsprechenden Schutzmaßnahmen: Angepasste Kleidung, einen Hut und eine gute Sonnenbrille tragen. Während der Mittagsstunden besser im Schatten bleiben. Unbedeckte Haut in der Sonne mit Sonnenschutzmittel eincremen. Wichtig ist, dass der Lichtschutzfaktor der Creme immer ausreichend hoch ist. Faustregel: Er sollte mindestens das Doppelte des aktuell vorhandenen UV-Indexes betragen. Beispiel: Der UV-Index beträgt 7, also sollte die Sonnenmilch oder -creme mindestens einen Lichtschutzfaktor von 15 aufweisen. Aktuell empfiehlt das BfS Erwachsenen mindestens einen Lichtschutzfaktor von 20. Je heller der Hauttyp und umso höher der UV-Index, desto wichtiger ist guter Sonnenschutz.

UVI 8 bis 10: Bei diesen Werten besteht laut BfS eine sehr hohe gesundheitliche Gefährdung, weshalb das Amt zu besonderer Vorsicht rät. Expertin Volkmer sagt: "Meiden Sie zwischen 11 und 15 Uhr den Aufenthalt im Freien. Im Schatten benötigen Sie ein sonnendichtes Hemd, lange Hosen, Sonnencreme und Sonnenbrille sowie einen breitkrempigen Hut."

UVI 11 bis 12: Ab Stufe 11 sprechen Experten von "extremer gesundheitlicher Gefährdung". Es gelten dieselben Verhaltensempfehlungen wie ab einem UV-Index von 8, aber hier sind sie noch dringlicher. Vor 11 und nach 15 Uhr im Freien Schatten suchen.

Die Werte für den UVI gibt zum Beispiel der Deutsche Wetterdienst (DWD) bekannt. Ansonsten können Sie die aktuellen Zahlen auch beim Bundesamt für Strahlenschutz abrufen. "Die Prognose ist wichtig, wenn man beispielsweise einen Familienausflug plant", rät Volkmer. Kinder sollte man immer besonders gut schützen. Vorsicht: Auch bei wolkigem Himmel kann die Intensität der Strahlung gefährlich sein, was man oft unterschätzt. Also sich besser am UV-Index orientieren.