Mycosis fungoides: Symptome

Die Tumorerkrankung schreitet langsam voran und verläuft in verschiedenen Stadien

von Dr. Angela Unholzer, aktualisiert am 15.11.2016
Mycosis Fungoides Hauttumor

Eine Mycosis fungoides beginnt häufig mit schuppenden Rötungen auf der Haut


Die Mycosis fungoides zeigt einen chronischen Verlauf. Wenn sie nicht wirksam behandelt wird, schreitet die Erkrankung über Jahre bis Jahrzehnte langsam fort. Dabei durchläuft sie drei Stadien: Im Patch-Stadium sieht man schuppende Rötungen. Während des Plaque-Stadiums ist im Bereich der schuppenden Rötungen die Haut zusätzlich leicht verdickt, und die Veränderungen ähneln denen bei einer Pilzerkrankung der Haut (Mykose; griechisch mykos "Pilz"). Innerhalb der Rötungen können in seltenen Fällen Tumorknoten entstehen. Da diese an kleine Waldpilze erinnern, erhielt die Krankheit im frühen 19. Jahrhundert die beschreibende Bezeichnung Mycosis fungoides (lateinisch fungus "Pilz", griechisch eides "ähnlich sein").

Im Gegensatz zu anderen Tumorerkrankungen macht sich eine Mycosis fungoides typischerweise nicht durch einen einzelnen Tumorknoten bemerkbar. Stattdessen breiten sich die entarteten hautspezifischen Lymphozyten flächig in der Haut aus.

Frühstadium

Das Frühstadium der Mycosis fungoides wird Parapsoriasis en plaques genannt. In dieser Phase erkennt man nur eine umschriebene feine Fältelung der Haut innerhalb mehrerer ovaler bis länglicher Hautareale, die in ihrer Form und Größe Fingerabdrücken ähneln. Sie befinden sich an den seitlichen Partien des Oberkörpers sowie an den Innenseiten der Oberarme und der Oberschenkel. Typischerweise sind sie quer zur Körperachse angeordnet. Da die Hautveränderungen keine Beschwerden verursachen, werden sie von den Betroffenen häufig nicht bemerkt.

Patchstadium

Wird die Parapsoriasis en plaques nicht ausreichend behandelt, wandeln sich die gefältelten Hautareale innerhalb von Jahren in scharf begrenzte, leicht bräunliche Rötungen um. Dann spricht der Arzt von einer Mycosis fungoides im Patchstadium (englisch patch "Fleck"). Weil die roten Flecken zumeist leicht schuppen und etwas jucken, werden sie gelegentlich mit einem Ekzem verwechselt.

Plaquestadium

Wenn die Zahl der entarteten Lymphozyten im Laufe weiterer Monate oder Jahre weiter zunimmt, verdicken sich die betroffenen Hautstellen allmählich: Die Flecken wandeln sich in scharf begrenzte bräunlich-rote Platten um, die das Hautniveau etwas überragen und in der Regel leicht schuppen. Dieses Krankheitsstadium der Mycosis fungoides heißt Plaquestadium (französisch plaque "Platte"). Häufig wandeln sich nur einzelne Flecken in Plaques um. Diese breiten sich flächig aus und können einen Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern erreichen. Gelegentlich bilden sich die einzelnen Hautveränderungen in der Mitte wieder zurück, so dass die umschriebenen Rötungen und Verdickungen der Haut eine ringförmige Gestalt annehmen.

Im Plaquestadium der Mycosis fungoides werden häufig vergrößerte Lymphknoten im Bereich von Hals, Achselhöhlen oder Leisten tastbar. Die Ursache ist zumeist eine entzündliche Reaktion auf die Tumorzellen in der Haut.

Tumorstadium

Bei wenigen Menschen mit Mycosis fungoides entstehen im Bereich einzelner Plaques bräunlich-rote Tumorknoten, die im Extremfall geschwürig zerfallen (ulzerieren) können. In diesem sogenannten Tumorstadium ist das Risiko deutlich erhöht, dass die entarteten Lymphozyten auf Lymphknoten und innere Organe wie Milz oder Leber übergreifen und mittelfristig das Leben des Betroffenen bedrohen. Die Patienten fühlen sich zumeist abgeschlagen und allgemein krank.

Glücklicherweise tritt aber nur selten das Tumorstadium ein. Dies liegt erstens daran, dass die Krankheit grundsätzlich sehr langsam fortschreitet. Zweitens steht eine große Zahl unterschiedlicher, schonender Therapieverfahren zur Verfügung. Innerhalb von Wochen bis Monaten nach einer erfolgreichen Behandlung kommt es zwar typischerweise zu neuen Flecken oder Plaques, doch lassen sich diese mit Hilfe derselben Methoden immer wieder zurückdrängen.