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Leukozytoklastische Vaskulitis: Therapie

Je nach Ursache heilt die Gefäßentzündung vielfach von selbst ab. Kortison hilft, die Beschwerden zu lindern

von Dr. Angela Unholzer, aktualisiert am 15.11.2016
Kompressionsstrumpf anpassen

Kompressionsstrümpfe, die oft speziell angepasst werden müssen (siehe Bild), gehören zur Therapie einer leukozytoklastischen Vaskulitis


Ursachen behandeln

In den meisten Fällen wird eine leukozytoklastische Vaskulitis durch eine Überempfindlichkeitsreaktion auf einen Infektionserreger oder auf ein Medikament ausgelöst (Hypersensitivitätsvaskulitis, Vasculitis allergica). Dann klingt die Entzündung der kleinen Blutgefäße von selbst ab, sobald der Auslöser erkannt und ausgeschaltet wird: Im Falle einer bakteriellen Infektionskrankheit verabreicht der Arzt ein Antibiotikum. Wenn hingegen ein neu eingenommenes Medikament als Auslöser in Betracht kommt, setzt es der Arzt nach Rücksprache mit dem verordnenden Kollegen ab, oder er ersetzt es durch eine andere, chemisch nicht verwandte Substanz. Achtung: Patienten sollten verordnete Medikamente nicht eigenmächtig absetzen, sondern zuvor den Arzt fragen.

Wenn eine chronische Erkrankung wie eine Kollagenose, eine systemische Vaskulitis oder eine bestimmte Blutkrankheit die Ursache der leukozytoklastischen Vaskulitis darstellt, bezieht der Arzt einen Spezialisten mit ein. Eine wirksame Therapie der Grundkrankheit begünstigt die Abheilung der Gefäßentzündung.

Kompressionsstrümpfe tragen

Kompressionsstrümpfe oder elastische Verbände an den Unterschenkeln lassen das Blut in den kleinen Gefäßen der Haut schneller fließen. Auf diese Weise verhindern sie, dass sich weitere Immunkomplexe an den Gefäßwänden der kleinen Blutgefäße ablagern und neue Einblutungen entstehen. Außerdem beschleunigt eine Kompressionstherapie die Abheilung bereits bestehender Entzündungsherde.

Kortisonpräparate

Zur unterstützenden Behandlung verordnet der Arzt ein Kortisonpräparat (Glukokortikoid) in Form einer Creme oder Salbe. Bei einer stärker ausgeprägten Entzündungsreaktion muss der Patient unter Umständen Kortison auch als Tablette einnehmen. Dies ist der Fall, wenn die roten Flecken an der Haut sich zu eingebluteten dunkelroten Knötchen weiterentwickeln, Blasen entstehen oder sich durch eine hellgraue oder schwarze Verfärbung der Haut umschriebene Gewebsuntergänge (Nekrosen) ankündigen.

Eine innerliche Kortisontherapie verordnet der Arzt meistens auch, wenn die leukozytoklastische Vaskulitis neben der Haut Organsysteme wie Gelenke, Magen-Darm-Trakt oder Nieren in Mitleidenschaft zieht. Im Falle einer besonders schweren Nierenbeteiligung verabreicht der Arzt zusätzlich ein Medikament, das das körpereigene Abwehrsystem unterdrückt (Immunsuppressivum).

In welcher Dosis und wie lange der Patient das Kortisonpräparat anwendet, hängt vom Schweregrad der Entzündungsreaktion ab. Bei den meisten Betroffenen lässt sich schon nach wenigen Tagen die Dosis des Medikaments schrittweise reduzieren.

Bei einer chronisch wiederkehrenden leukozytoklastischen Vaskulitis kommt die Einnahme von Dapson infrage. Das Medikament besitzt für diese Indikation allerdings keine Zulassung. Arzt und Patient müssen daher klären, ob die Therapie im Einzelfall trotzdem infrage kommt und welche Risiken bestehen.