Infantiles Hämangiom: Symptome

Ein Blutschwämmchen bildet sich in den ersten Lebenswochen eines Babys aus. Es kann in verschiedenen Formen und Farben auftreten
von Dr. Angela Unholzer, aktualisiert am 15.11.2016

Teilweise ist ein infantiles Hämangiom so intensiv rot, dass es auch als Erdbeerangiom bezeichnet wird

Thinkstock/iStock

Ein infantiles Hämangiom zeigt sich als rasch wachsendes, intensiv gerötetes Knötchen an der Oberfläche der Haut oder als hellroter bis blauroter flacher Knoten in tieferen Schichten. Häufig sind diese Veränderungen auch miteinander kombiniert. Die Entwicklung eines infantilen Hämangioms verläuft in drei Phasen. Diese sind: Wachstumsphase, Stillstandsphase, Rückbildungsphase (Regressionsphase).

Bei den meisten Betroffenen ist das infantile Hämangiom zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht sichtbar. Erst im Laufe der folgenden vier Wochen macht es sich bemerkbar. In der Hälfte der Fälle geht dem typischen Hämangiom-Knoten ein weißlicher, rötlicher oder bläulich-weißlicher Fleck voraus, in dessen Mitte sich ein erweitertes Blutgefäß befindet.

Feingeweblich setzen sich die meisten infantilen Hämangiome aus kleinsten Haargefäßen (Kapillaren) zusammen. Diese sogenannten kapillären infantilen Hämangiome liegen sehr oberflächlich in der Haut. In Form regelmäßig begrenzter, prall-elastischer Knoten wölben sie die Hautoberfläche vor. Aufgrund ihrer intensiv roten Farbe werden sie auch Erdbeerangiome genannt. Ihre Größe liegt zumeist zwischen einigen Millimetern und zwei Zentimetern. Im Extremfall können sie jedoch auch zehn Zentimeter und mehr messen.

Ein kleinerer Teil der infantilen Hämangiome besteht aus großen, unregelmäßig geformten blutgefüllten Hohlräumen (Kavernen). Diese sogenannten kavernösen infantilen Hämangiome liegen zumeist tiefer innerhalb der Haut und / oder im Unterhautfettgewebe. Sie zeigen sich als weiche, hellrote bis blaurote flache Knoten von einem oder mehreren Zentimetern Größe oder schimmern bläulich und unscharf begrenzt durch die Haut.

Kombinationen aus beiden feingeweblichen Typen kommen häufig vor. Dann sieht man einen bläulichen flachen Knoten von mehr als einem Zentimeter Größe, in dessen Mitte ein kleiner intensiv roter Knoten die Hautoberfläche noch stärker vorwölbt.

Hämangiome meistens auf die Haut begrenzt

Insgesamt sind 60 Prozent aller infantilen Hämangiome auf die Haut begrenzt. 15 Prozent der Veränderungen befinden sich ausschließlich im Unterhautfettgewebe, und die restlichen 25 Prozent setzen sich aus einem oberflächlichen und einem tiefen Anteil zusammen.

60 Prozent der Blutschwämmchen treten am Kopf und / oder am Hals auf, 25 Prozent am Oberkörper und 15 Prozent an einem Arm oder einem Bein. Nachdem es sich in den ersten vier Lebenswochen erstmals bemerkbar gemacht hat, wächst ein infantiles Hämangiom drei bis vier Monate lang sehr schnell. In den folgenden sechs Monaten wächst es zwar etwas langsamer weiter, aber immer noch überproportional im Vergleich zum Körperwachstum. Dadurch unterscheidet es sich deutlich von einer anderen häufigen Veränderung: Bei einem Naevus flammeus entspricht die Größenzunahme lediglich dem allgemeinen Wachstum des Kindes.

Im Anschluss an die Wachstumsphase bleibt ein infantiles Hämangiom für einige Monate bis wenige Jahre unverändert bestehen (Stillstandsphase). Dann ändert es allmählich seine Farbe von intensiv rot über grau-rötlich und grau zu hautfarben. Gleichzeitig wird es weicher und flacher. Diese Rückbildungsphase (Regressionsphase) dauert bei tief liegenden Hämangiomen länger als bei überwiegend oberflächlichen Blutschwämmchen. Bis zum fünften Geburtstag haben sich etwa 50 Prozent aller infantilen Hämangiome spontan zurückgebildet, bis zum siebten Geburtstag 70 Prozent und bis zum neunten Geburtstag 90 Prozent. Allerdings ist diese spontane Rückbildung nur bei etwa 50 bis 60 Prozent der Betroffenen vollständig: Vor allem größere Hämangiome hinterlassen oft Hautfalten, die zum Teil fetthaltiges Bindegewebe enthalten, erweiterte Blutgefäße sowie eine verstärkte oder verminderte Pigmentierung der Haut.


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