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Hautpflege mit Vitaminen

Vitalstoffe sind nicht nur wichtig für die Gesundheit, sondern auch für unsere Körperhülle. So wirken sie im Cremetiegel

von Celine Hofer, 31.05.2019
Frau mit Gesichtsmaske vor Hintergrund mit Kiwis

Fast alle Vitamine können in Cremes verarbeitet werden


Es steckt schon im Namen. "Vita" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Leben. "Amine" bezeichnen in der Chemie stickstoffhaltige Verbindungen. Vitamine sind komplexe Moleküle – lebenswichtige organische Verbindungen, die den Organismus in seinen Funktionen unterstützen.

"Der menschliche Körper kann sich selbst nicht ausreichend mit Vitalstoffen versorgen. Deshalb nimmt er sie über die Ernährung auf", erklärt der Apotheker Dr. Dominic Kram aus Neukirchen beim Heiligen Blut. Aber auch in Kosmetikprodukten finden sich Vitamine. Diese nähren nämlich ebenso die Haut. Sie helfen, deren Stoffwechsel- und Feuchtigkeitshaushalt zu regulieren, und wirken antioxidativ, wehren also freie Radikale ab.

"Je mehr freie Radikale die Hautzellen angreifen, desto mehr wird deren Funktion beeinträchtigt und der Alterungsprozess beschleunigt", sagt Professor Jürgen Lademann, Leiter der hautphysiologischen Forschungs­gruppe an der Berliner Charité. Wir stellen die wichtigsten Vitalstoffe für die Körperhülle vor.

Betacarotin gegen Strahlung

Betacarotin ist ein Provitamin, die Vorstufe von Vitamin A. In Cremes wirkt es nur als sogenanntes Derivat, also in Verbindung mit anderen Stoffen. Diese schleusen die Vitalstoffe in die Haut. Die meisten ­Vitamine könnten sonst nur schwer in sie eindringen. Betacarotin fängt freie ­Radikale und soll die Sonnentoleranz der Haut verbessern.

In: Hautöl, Cremes gegen Pigmentflecken, Bräunungskapseln

Wieder jung werden mit Vitamin A (Retinol)

Dieses Vitamin unterstützt Wachstum und Bildung neuer Hautzellen, fördert den Kollagenaufbau im Bindegewebe und hemmt abbauende Enzyme. Unser Bindegewebe ist ein Geflecht aus Kollagen und Elastin, das Feuchtigkeit speichert und die Festigkeit unserer Hülle bestimmt. Ist es schwach, entstehen Falten.

Vitamin A glättet die Haut und verleiht ihr mehr Frische. Aber Achtung: Reine Vitamin-A-Säure reizt und ist verschreibungspflichtig. Retinol und andere Vitamin-A-Derivate sind hingegen gut verträglich.

In: Anti-Aging-Produkten, Seren, Nachtpflege, After-Sun-Kosmetika

Frau cremt Gesicht vor Hintergrund mit Grapefruits

Vitamine - Bestandteil jeder Kosmetik

Inzwischen lassen sich beinahe alle Vitamine in Cremes verarbeiten. "Sie werden entweder als Bestandteil pflanzlicher Extrakte beigesetzt oder aus chemischer Reinsubstanz eingearbeitet", sagt Apotheker Dominic Kram. Besonders effektiv seien dabei chemische Derivate. "Diese Schleuser werden an die Vitamine gekoppelt und leiten sie durch die oberste Hornschicht in tiefere Schichten."

Als Derivate sind Vitamine stabiler. Kosmetika halten etwa 15 bis 30 Monate. Das ­luft- und lichtempfindliche Retinol bleibt nur als Derivat so lange intakt.

Die Wirkung der Vitalstoffe hängt auch von ihrer Konzentration in der Creme ab. Sie ­sollte – außer bei Vitamin-A-Säure – mindestens fünf Prozent betragen.

Die Produkte sollten licht- und luftdicht verpackt sein, etwa in Tuben, Pipettenfläschchen oder Pumpspendern. Weil Vitamin- Cremes so empfindlich sind, empfiehlt es sich, sie trocken und dunkel zu lagern.

Vitamin C - Das sanfte Peeling

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist ebenfalls ein Radikalfänger. Außerdem kann es die Haut
reinigen. Die Säure löst Schuppen, Hornzellen und Fette – ohne Rubbeln. Das wasserlösliche Vitamin dringt jedoch nur schlecht in die ­unteren Schichten vor. "Da brauche ich ein fett­lösliches Derivat, um das Vitamin tiefer in die Haut zu lotsen", weiß Apotheker Kram. Dort angekommen, reguliert der Stoff den ­Feuchtigkeitsgehalt, stimuliert die Kollagen­bildung, hemmt Entzündungen und hat ­einen straffenden Effekt.

In: Anti-Aging-Seren, Tagescremes, Fruchtsäure-Peelings, Augenpflege

Vitamin E für umfassenden Schutz

Vitamin E (Alpha-Tocopherol) ist als Radikalfänger besonders hervorzuheben, dahinter steht eine ganze Familie kraftvoller Antioxidanzien – etwa Tocopherol und Tocotrienol. Doch damit nicht genug: Das fettlösliche Vitamin beschleunigt zudem die Zellregeneration und glättet das Hautrelief, indem es in der Hornschicht Feuchtigkeit bindet. Das macht unsere Hülle weich, elastisch und verleiht ihr einen gewissen Glanz. Auch soll Vitamin E in Cremes vor UV-Schäden schützen und Hautentzündungen vorbeugen.

In: Hautöl, Make-up, Foundation, Abdeck-Cremes, Selbstbräunern

Vitamin B5 zur Heilung der Haut

Vitamin B5 oder Pantothensäure ist wichtig für den Hautstoffwechsel. Es unterstützt Rückfettung und Elastizität. Heilend und antientzündlich wirkt in Cremes Panthenol, eine Vorstufe der Pantothensäure. Es pflegt auch spröde und rissige Haut, kann gegen Rötungen und Sonnenbrand helfen. Zudem aktiviert der Stoff die Zellneubildung.

In: Heilsalben, Haut-Sprays, Crememasken, Waschemulsionen, Gesichtswasser

Vitamin B7 für Regeneration und Zellwachstum

Vitamin B7, auch Biotin oder Vitamin H genannt, stärkt die Hornschicht der Nägel und der Haare. Es unterstützt die hauteigene Regeneration, Zellwachstum und -teilung sowie Stoffwechselprozesse wie zum Beispiel die Eiweißbildung. Eine optimale Versorgung begünstigt ein gutes Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln, denn Eiweiß ist der Hauptbaustein der Hornzellen. Biotin wird in der Regel nicht in Cremes angeboten, sondern lässt sich über die Nahrung gut aufnehmen.

In: Gesichtspflege, Reinigungsmilch sowie Kapseln, die Nägel und Haare stärken sollen