Hautknoten und Hautschwellungen

Tumorartige Veränderungen der Haut können von verschiedensten Gewebe- und Zelltypen abstammen und viele Ursachen haben – harmlose und ernste. Ist unklar, ob sie gutartig oder bösartig sind, sollten sie unbedingt vom Arzt abgeklärt werden
von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 13.04.2017

Unsere Haut ist ein komplexes Organ. Sie besteht aus verschiedenen Schichten, die wiederum aus unterschiedlichen Gewebetypen zusammengesetzt sind. Dazu gehören neben verschiedenen Hautzellen auch Bindegewebszellen, Fettzellen, Pigmentzellen und Hautanhangsgebilde (zum Beispiel Haarzellen, Schweißdrüsen).

Aufbau der Haut

Die oberste Hautschicht (die Epdermis) besteht aus einer dünnen Hornschicht und verschiedenen Hautzellschichten (Körnerzellen, Stachelzellen = Stratum spinosum, Basalzellen). Auch die Pigmentzellen (Melanozyten) liegen in dieser Hautschicht, und zwar in der Basalzellschicht. Die Lederhaut (Dermis, Corium) besteht vorwiegend aus Bindegewebszellen. Sie enthält auch feine Blutgefäße, die der Ernährung der Epidermis dienen. In den unteren Anteilen der Lederhaut haben auch Talg- und Schweißdrüsen ihren Ursprung. Die Unterhaut (Subcutis) bildet die Unterlage für die darüber liegenden Hautschichten und enthält das subkutane Fettgewebe, lockeres Bindegewebe, größere Blutgefäße und Sinneszellen.

Hinter Hautknoten und Hautschwellungen können zahlreiche Auslöser stecken, harmlose und ernste. Der folgende Überblick bietet nur eine Auswahl wichtiger Ursachen. Er ist nicht vollständig und darf nicht als Anleitung zur Selbstdiagnose verstanden werden. Die Diagnose kann nur der Arzt nach gründlicher Untersuchung stellen. Auffälligkeiten sollten immer ärztlich abgeklärt werden.

Pigmentierte Hautveränderungen und Hautknoten

Muttermale (Pigmentnävi oder Leberflecken) sind pigmentierte Hautveränderungen. Das sind quasi Fehlbildungen der Haut, an denen gesunde Melanozyten vermehrt vorkommen und dadurch zu einer verstärkten Pigmentierung führen. Sie können angeboren sein oder im Laufe des Lebens entstehen. Sie sind häufig und gutartig. Wichtig ist es, Muttermale von malignen Melanomen abzugrenzen. Dafür wird die ABCDE-Regel verwendet. Verdächtig sind insbesondere asymmetrische (A) Veränderungen von unregelmäßiger Begrenzung (B). Auch eine unregelmäßige, oft sehr dunkel Farbe (C= Colour), ein großer Durchmesser (D) und eine erhabene Oberfläche (E) mit aufgehobener Hautstruktur können Warnsignale für eine bösartige Veränderung sein. Die Anzeichen sind jedoch nicht immer eindeutig. Maligne Melanome können auf dem Boden eines angeborenen Muttermales entstehen. In den meisten Fällen bilden sie sich jedoch auf normaler Haut. Verdächtige Hautveränderungen sollten immer vom Arzt untersucht werden. Meist wird er sie komplett entfernen und feingeweblich untersuchen.

Alterswarzen (seborrhoische Keratose) sind pigmentierte Hautveränderungen und stellen sich als breitaufsitzender Knoten, mit matter, oft himbeerartiger Oberfläche dar. Es handelt sich dabei um eine Verdickung der Epithelschicht unterschiedlicher Ausprägung und Struktur, die regelhaft mit einer verstärkten Pigmentierung und teilweise auch mit einer Verhornungsstörung verbunden ist. Alterswarzen sind gutartig. Ob es sich tatsächlich um eine harmlose Alterswarze oder um eine behandlungsbedürftige Hautveränderung handelt, sollte aber der Arzt entscheiden. Alterswarzen treten meist nach dem 50. Lebensjahr auf und sind, häufig auch vielfach, an Rumpf, Armen und Hals zu finden.

Basaliome oder Basalzellkarzinome sind "wachsartige Knoten", häufig mit perlschnurartigem Randsaum und ausgeprägten Gefäßzeichungen (Teleangiektasien). Sie treten häufig im Gesicht und an anderen lichtexponierten Stellen auf. Basaliome können bei fortgeschrittenem Wachstum ihre Umgebungsstrukturen einschließlich Knochen zerstören und müssen deshalb unverzüglich untersucht und entsprechend behandelt werden. Tochtergeschwülste bilden sie jedoch ausgesprochen selten.

Spinaliome (Spindelzellkarzinome, Plattenepithelkarzinome) sind brettharte Verhärtungen mit schuppig-rötlicher Oberfläche. Auch sie finden sich vorwiegend an lichtexponierten Körperstellen und müssen vom Arzt abgeklärt und therapiert werden.

Hämangiome umfassen verschiedene Hauterscheinungen. Das infantile Hämangiom zeigt sich oft als scharf begrenzte, erhabene Hautveränderungen von blutroter Farbe. Es ist meist angeboren und findet sich oft im Gesichts- oder Halsbereich. Viele infantile Hämangiome bilden sich in den ersten Lebensjahren zurück. Eine Behandlung ist nur ausnahmsweise notwendig, zum Beispiel dann, wenn es am Auge die Sehfunktion beeinträchtigt oder die Atemwege verlegt. Trotzdem sollte auch diese Hautveränderung frühzeitig vom Arzt untersucht und das individuell passende Vorgehen besprochen werden. Mehr Informationen erhalten Sie in den Beiträgen: Infantiles Hämangiom und Tardives (Seniles) Hämangiom.

Häufig und in der Regel harmlos sind Lipome, also Fettgeschwulste unter der Haut. Sie sind weich und gut verschieblich im Unterhautfettgewebe zu tasten. Sie können an den unterschiedlichsten Körperstellen auftreten. Der Arzt sollte aber abklären, ob es sich tatsächlich um ein Lipom handelt.

Knotige Veränderungen unter der Haut können auch Entzündungen und Abszesse sein. Handelt es sich um entzündete Haarfollikel oder Talgdrüsen spricht man von Follikulits oder Furunkel. Typisch sind schmerzhafte, gerötete Schwellungen unterschiedlicher Größe, die oft im Gesicht, am Nacken oder am Gesäß auftreten. Wenn ein Abszess oder ein Furunkel aufgeht, entleert sich Eiter. Gefährlich sind solche entzündlichen Veränderungen vor allem dann, wenn zum Beispiel im Gesicht eine Verbindung mit Gehirn oder Hinrnhäuten entsteht,  die unter anderem zu einer Hirnhautentzündung führen kann.

Schmerzhafte Knoten im Bereich der Unterschenkel können auch durch eine Entzündung der oberflächlichen Venen (Thrombophlebitis) verursacht sein. Meist handelt es sich um zu Krampfadern erweiterte Venen. Der Arzt sollte unbedingt untersuchen, ob die Entzündung auf oberflächliche Venen begrenzt ist, oder womöglich auf tiefe Venen betroffen sind. Mehr dazu im Beitrag Phlebitis.

Nach Infekten oder nach bestimmten Medikamenten kann es auch zu einer Art allergischen Hautreaktion kommen, dem Erythema nodosum. Es zeigt sich als tief liegende Knoten mit hell-bis livide-roter Hautverfärbung. Typisch sind begleitende Allgemeinsymptome wie Fieber und Krankheitsgefühl. Mehr lesen Sie im Beitrag Erythema nodosum.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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