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Hautarzt: Den Winter nützen

Wenn die Tage kurz und dunkel sind, ist dies für einige Eingriffe an der Haut und den Hautcheck günstig. Welche Behandlungen Sie am besten noch für den Winter planen sollten

von Sonja Gibis, 16.01.2019
Hautarzt

Bei der Früherkennungs-Untersuchung auf Hautkrebs zeichnen sich die Muttermale auf heller Haut besser ab als auf gebräunter


Die Sonnenstrahlen haben nur wenig Kraft, die Tage sind kurz. Vielen schlägt der winterliche Lichtmangel auf die Stimmung. Bei einigen Eingriffen an der Haut kann er allerdings von Vorteil sein. "Generell sollte man Wunden vor direkter UV-Bestrahlung schützen", sagt Dr. Elke Sattler, Hautärztin an der Klinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Treffen UV-Strahlen darauf, lagert die Haut bei der Neubildung von Gewebe vermehrt Pigment­zellen ein. Dunkle, unregelmäßige Flecken entstehen, was nicht nur bei kosmetischen Eingriffen unerwünscht ist. Starke UV-Strahlung hemmt zudem das Immunsystem. Vor allem bei großflächigeren Wunden erhöht sich die Infektionsgefahr.

Dermatologie

Tattoos entfernen

Mit medizinischen Lasern lassen sich heute sogar großflächige Tattoos entfernen. Die Farbpigmente werden von dem gebündelten Licht in winzige Teile zerlegt, Immunzellen transportieren diese langsam ab. "Besonders gut gelingt dies mit modernen Piko­sekundenlasern", sagt Dr. Daniela Hartmann, die an der Hautklinik des Klinikums der LMU München für operative sowie ästhetische Ein­griffe zuständig ist. Dafür sind mehrere Sitzungen nötig, zwischen denen einige Wochen liegen sollten. Während­­dessen ist UV-Schutz wichtig.

Dermatologie

Besenreiser veröden

Schimmern kleine Venen rötlich-blau durch die Haut, spricht man auch von Besenreisern. Behandeln lassen sich diese mit dem Laser oder einem Verödungsmittel, das in die feinen Äderchen gespritzt wird. "Danach sollte man für drei Wochen Kompressionsstrümpfe tragen", rät Dermatologin Sattler. Diese ergeben nach Erfahrung der Expertin ein besseres kosmetisches Ergebnis. Das Tragen kann bei hohen Temperaturen aber unangenehm sein.

Dermatologie

Rhinophym-Therapie

Die Nase ist groß wie eine dicke, bucklige Knolle, das Gewebe unregelmäßig mit großen Poren: Patienten, die über viele Jahre an der entzündlichen Hauterkrankung Rosacea leiden, ent­wi­ckeln mit den Jahren zum Teil ein sogenanntes Rhinophym. Doch ist eine solche entstellende Nase kein Schicksal. "Das Rhinophym lässt sich operativ gut behandeln", macht Dermatologin Hartmann Mut. Das Gewebe wird abgefräst und die Nase neu modelliert. Die Kosten übernimmt in der Regel die Krankenkasse. Durch die Behandlung entsteht auf der ganzen Nase eine oberfläch­liche Schürfwunde, die nicht der Sonne ausgesetzt werden darf.

Dermatologie

Muttermale abtragen

Lautet die Diagnose auffälliges Muttermal oder Verdacht auf schwarzen Hautkrebs, muss das veränderte Muttermal schnellstmöglich entfernt werden – egal zu welcher Jahreszeit. Anders ist dies bei Muttermalen, die kosmetisch stören, sowie bei harm­losen Warzen. Diese lassen sich per Shave-Exzision oder Kürretage entfernen.

Dabei werden sie mit einer flach angesetzten Klinge oder einer scharfen ringförmigen Kürette abgetragen. "Es entsteht eine oberflä­ch­liche Wunde, die bei Lichtreiz dazu neigt, Pigment einzulagern", sagt Hautärztin Sattler. Dagegen hilft nur Sonnenschutz – auch im Winter.

Dermatologie

Medizinisches Peeling

Es lässt die Haut frischer aussehen und beseitigt zudem große Poren, Pigmentflecke sowie feine Narben und Fältchen. Doch wer schön sein will, muss ein wenig leiden. Beim medizinischen Peeling schädigen Säuren und andere chemische Substanzen die obersten Hautschichten – je nach Anwendung unterschiedlich tief. "Die Haut regeneriert sich und bildet dabei neues Kollagen", erklärt Hartmann. Während der Heilungszeit ist direkte Sonne tabu.

Dermatologie

Photodynamische Therapie

Die Haut schuppt, teils ist sie rötlich- braun verfärbt: Vor allem bei älteren Menschen kann hinter solchen Veränderungen eine aktinische Keratose stecken. Die ist an sich nicht gefährlich, gilt aber als Vorstufe von weißem Hautkrebs. "Mit der photodynamischen Therapie lassen sich auch größere betroffene Bereiche gut behandeln", sagt Elke Sattler. Auf die Haut wird eine Creme aufgetragen, die in den kranken Zellen die Produktion eines photoaktiven Stoffs anregt. Unter Einfluss von UV-Licht entsteht aggressiver Sauerstoff, der die Zellen zerstört. Eingesetzt werden kann dazu natürliches Sonnenlicht. Mithilfe von UV-Licht-Lampen lässt sich die Dosis allerdings exakter bestimmen. Manche Experten raten daher eher zu einer Therapie im Winter.

Dermatologie

Narben, Pigmentflecke, Blutschwämmchen

Selbst wenn die eitrigen Pusteln verschwunden sind, hinterlässt eine Akne oft rötliche Verfärbungen und Narben. "Mit einer Laserbehandlung lässt sich das Hautbild deutlich verbessern", sagt Hartmann. Zum Einsatz kommt etwa ein CO2-Laser, der auch tiefere Narben glätten kann. In Kurzzeitnarkose wird die oberste Hautschicht mit dem Laser abgetragen. Die Patienten sollten für mehrere Wochen auf Lichtschutz achten. Auch Altersflecken, kleine Blutschwäm­mchen und Warzen lassen sich mit einem Laser entfernen.

Dermatologie

Hautcheck

Ab dem Alter von 35 Jahren erstatten die Krankenkassen alle zwei Jahre eine Früherkennungs-Untersuchung auf Hautkrebs. "Diese sollte nicht bei gebräunter Haut vorgenommen werden", rät Sattler. Die dunklen Muttermale zeichnen sich auf der hellen Haut nicht nur besser ab. Durch starke UV-Bestrahlung können Muttermale aktiviert werden, sich also zeitweilig verändern. "Nach ein paar Wochen ohne Sonne kann das Muttermal dann wieder harmlos aussehen", sagt Sattler.