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Haut pflegen mit Öl

Sie wollen Ihre Beauty-Routine aufmischen? Probieren Sie Öl aus! Welches für wen passt - der fette Überblick

von Aglaja Adam, 03.01.2019
Öl

Golden glänzende und dickflüssige Produkte erobern die Badezimmer: Öle für die Körperpflege liegen wieder im Trend


Es ist ein Trend, der sich schon sehr lange hält: Öle für Haut und Haare. Aus vielen Badezimmern sind die dickflüssigen, golden glänzenden Produkte nicht mehr ­wegzudenken. Doch welches eignet sich, wie wirkt es, und wie trägt man es auf?

Pflegend oder duftend

In der Kosmetik wird unterschieden zwischen fetten, sogenannten Basis- oder Trägerölen, und ätherischen Ölen. Gute Basisöle sind naturbelassene, kalt gepresste Pflanzenöle, etwa aus Oliven. Sie bilden die Grundlage vieler Cremes, verwöhnen die Haut aber auch pur. "Sie ähneln in ihren Bestandteilen dem natürlichen Hautfett und sind daher besonders hautfreundlich", sagt Apotheker Josef Bleif aus Wachtberg bei Bonn.

Ätherische Öle dagegen haben mit Fett nichts zu tun. "Bei ihnen handelt es sich um wasserdampfflüchtige, nur leicht ölige Extrakte aus Pflanzen", so Bleif. Beliebt sind sie auch wegen ihres Aromas, zum Beispiel Lavendelöl.

Am besten ganz natürlich

Hochwertige Naturöle kommen ohne Emulgatoren, Konservierungsstoffe und andere chemische Zusätze aus. Am besten auf native Öle in Bioqualität zurückgreifen. Bei fertigen Mischungen auf die Inhaltsstoffe achten. "In billi­­geren Varianten wird häufig ­­Paraffinum liquidum zugesetzt, ein aus Erdöl gewonnenes Fett", sagt Christa Pioro, Dozentin an der Wellness-Kosmetikschule in Bad Kötzing.

Zu viel Fett?

Körperlotion sowie Gesichtsfluid zu entsorgen und nur noch Öle zu benutzen ist laut Bleif keine gute Idee. Unsere Haut brauche neben Fett auch Stoffe, die Feuchtigkeit binden. Die liefert Öl nicht. Bei Akne rät der Apotheker von öliger Pflege ab: "Bei Problemhaut nicht experimentieren. Öle können die Poren verstopfen und dadurch möglicherweise Entzündungen hervorrufen."

Wellness für zu Hause

Für viele Menschen sind Öle vor allem Genuss, ein Verwöhnritual. Nicht ohne Grund werden sie häufig bei Wellnessmassagen eingesetzt. Wer sich daheim etwas Gutes tun will, sollte sich Zeit dafür nehmen. Apotheker Bleif empfiehlt, Öle abends aufzutragen: "Sanft in die gereinigte und trockene Haut einmassieren."

Öl auf feuchte Haut aufzutragen sei unsinnig. Es vermische sich nicht mit der Feuchtigkeit, und es dauere länger, bis alles eingezogen sei. Die Feuchtigkeit, die die Haut benötigt, frühestens acht Stunden später in Form einer leichten Feuchtigkeitspflege auftragen. Wer das erste Mal Öl benutzt, sollte testen, ob er das Produkt verträgt. Am besten in die Innenbeuge des Arms geben und warten, ob die Haut reagiert.

Öl in Hand gießen

Alleskönner: Mandelöl

"Mandelöl ist gut verträglich und vielseitig zu verwenden", so Bleif. Es eignet sich sowohl für den Körper als auch für die empfindliche Gesichtshaut. Die enthaltenen Vitamine E, A, D und B sowie die Fettsäuren stärken die Barriere­­funktion, beugen Falten vor und können trockene Stellen lindern. Mandelöl ist relativ flüssig, lässt sich daher gut verteilen und zieht schnell ein. Tipp: zwei Esslöffel in einen Liter Milch geben und ins Badewasser schütten.

Bei trockener Haut: Olivenöl

Olivenöl versorgt trockene Haut und wirkt rückfettend. Apotheker Bleif empfiehlt: "Die trockensten Körperstellen sind die Rückseite des Ellenbogens und die Fersen. Diese einmal in der Woche vor dem Schlafengehen mit Olivenöl einreiben." Allerdings zieht es nach Dozentin Pioros Erfahrungen sehr langsam ein. Zudem hat der mediterrane Klassiker einen Eigengeruch, den nicht jeder mag.

Für Mischhaut: Jojobaöl

Dieses Öl wird aus den Samen des Jo­jobastrauchs gewonnen, der in Südamerika wächst. Dabei handelt es sich eigentlich um flüssiges Wachs. Das sehr exklusive und deswegen oft teure Öl kann man bedenkenlos für die Gesichtspflege verwenden. Sogar für Mischhaut eignet es sich. "Es zieht schnell ein und fettet nicht", sagt Expertin ­Pioro. Zudem wird ihm eine entzündungshemmende und beruhigende Wirkung nachgesagt.

Trend: Argan- und Kokosöl

Insbesondere Kokos- und Arganöl sind derzeit sehr beliebt. "Kokosöl ist reich an ungesättigten Fettsäuren", erklärt Apotheker Bleif. Viele mögen den exotischen Duft und den leicht kühlenden Effekt.

Allerdings kann das Öl die Poren verstopfen, deshalb besser nur für den Körper verwenden. Arganöl punktet ebenfalls mit vielen ungesättigten Fettsäuren und zieht zudem gut in die Haut ein. "Es ist allerdings recht dickflüssig", sagt Wellness-Dozentin Pioro. Weil es viel Linolsäure und Antioxidanzien enthält, gilt es als effektiver Anti-Aging-Stoff.

Individuelle Mischung

Wer pures Naturöl und ätherisches Öl vermengt, kann sich seine persönliche Pflegemischung herstellen. Dabei unbedingt den Eigengeruch der Basisöle beachten. Beliebt für duftende Kos­metika sind Rosen- oder Ylang-Ylang-Öl. Christa Pioro empfiehlt für eine verwöhnende Körperpflege Sesamöl: "Es ist geruchsneutral und verbindet sich gut mit ätherischen Varianten." Für längere Haltbarkeit die Mischung kühl und trocken in einer dunklen Flasche lagern und zehn Prozent Weizenkeimöl zusetzen. Das verhindert Oxidation.

Kur für den Kopf

Naturöle sind auch in der Haarpflege zunehmend beliebt. Sie versiegeln und kommen dabei ohne Silikone und Pa­raffine aus. Aber Vorsicht: "Manche Sorten beschweren das Haar und lassen sich nur schwer wieder aus­wa­­schen", sagt Friseurmeister Antonio Weinitschke.

Olivenöl beispielsweise sei nur etwas für extrem sprödes oder krauses Haar. Wer ein Öl als Kur verwendet, sollte es ins trockene Haar geben, mindestens 30 Minuten einwirken lassen und gut mit Shampoo aus­waschen. Für Eilige gibt es viele fertige Produkte. "In guter Qualität sind sie ­relativ teuer, aber sehr ergiebig", so ­Weinitschke. Wenige Tropfen in den feuchten Spitzen reichen.

Öl für jeden Haartyp

Jojobaöl soll gegen Schuppen helfen, vor allem bringt es mehr Elastizität und Geschmeidigkeit. Es beschwert den Schopf nicht und kann – sparsam verwendet – in feuchte oder trockene Haare einmassiert werden. Klettenwurzelöl gilt als Klassiker unter den Haarölen. "Es kräftigt die Haarwurzel und lindert trockene Kopfhaut", erklärt Apotheker Bleif. Arganöl kann splissige Spitzen glätten. Allerdings gilt auch hier: Nur wenige Tropfen verwenden, sonst werden die Haare strähnig.